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Old Friends….

Oktober 22, 2014

Einige meiner ältesten Freunde kenne ich seit mittlerweile über 25 Jahren. Wir können beisammen sitzen und schweigen oder was erzählen. Wir müssen nix Besonderes sein oder tun. Wir können einander auch mal den Kopf waschen und wenn mir ein Freund etwas sagt, dann hat es Gewicht. Wir treffen uns öfter oder nicht so oft und sind doch immer beieinander. Wir denken aneinander.

Und wenn jemand weg zieht, dann bin ich traurig auch wenn ich weiß dass das Wegziehen “aus Gründen” geschieht. Alte Freundschaften überdauern auch Umzüge.

In diesem Sinne: “Old friends, old friends sat on their parkbench like bookends
A newspaper blowin’ through the grass
Falls on the round toes of the high shoes of the old friends
Old friends, winter companions, the old men
Lost in their overcoats, waiting for the sun
The sounds of the city sifting through trees
Settles like dust on the shoulders of the old friends
Can you imagine us years from today, sharing a parkbench quietly
How terribly strange to be seventy
Old friends, memory brushes the same years, silently sharing the same fears” © Paul Simon.

Ach ja, das Essen. Was darfs denn sein?

Oktober 18, 2014

Das Essen ist beim Jungen Mann ja so ein Ding. Ehrlich gesagt, ist es ein Ding, dass mich seit mehreren Jahren verfolgt. Wir haben einiges probiert – vom “In-Ruhe-Lassen” bis hin zum Arbeiten mit Belohnungen (“Wenn du noch ein bisschen isst, darfst du danach den Hund streicheln/Nachtisch essen/etc.”) und Drohszenarien (“Wenn du nicht genug isst, kannst du auch nicht wachsen!“). Wir haben getrennt gegessen und gemeinsam. Ich koche sowieso jeden Abend, aber der Junge Mann möchte eigentlich nur Spaghetti mit Tomatensauce und Fischstäbchen. Und bloss kein Gemüse – außer Brokkoli & Blumenkohl. Ach ja, durcheinander gekocht (Pfannengericht etc.) gehen auch gar nicht. Das passt nicht so zu meinem doch recht kreativen und gerne auch experimentierfreudigen Kochstil, siehe auch mein Zweitblog “30minutenküche”, aber das Letzte was der Junge Mann auf seinem Teller sehen möchte, ist eine experimentelle Überraschung. Dann kommt sie nämlich, die tödliche Frage: “Was IST das?????“.

Im letzten Jahr haben wir uns mehr oder weniger auf folgende Regeln geeinigt:

1) Man probiert alles was auf dem Teller liegt.

2) Man äußert sich nicht negativ über das Essen.

Das wars eigentlich schon, aber das ständige Im-Essen-Rumpicken und Märtyrergesicht an meinem/unserem Tisch, das macht auch keinen Spaß. Diesen Sommer waren wir ja auch für einen Monat im außereuropäischen Ausland und wir hatten vorher besprochen, dass das Essen da anders ist und dass man da probieren sollte, und dass es meistens keine alternativen Essen gibt und überhaupt. Der Junge Mann hielt sich durchaus an die Absprache dann auch etwas davon zu essen, aber er aß immer genau 2 Löffel. ZWEI LÖFFEL! Über vier Wochen! Manchmal auch ein Grillwürstchen oder ein paar Pommes. Das wars dann aber auch. Konsequenz kann er ja. Zurück zuhause, habe ich ihn erstmal wieder mit Kartoffelbrei und Bouletten aufgepäppelt.

Und weil ich dann irgendwann vor einigen Wochen total genervt war, habe ich mir überlegt, dass wir jetzt mal wieder einen Wochenplan aufstellen. Wir essen abends und am Wochenende gemeinsam, und jeder darf 2 x etwas aussuchen und den Rest der Woche gibts eben deutsches Abendbrot. Es gibt eine Regel: wir sagen NICHTS über das Essverhalten des Anderen. Kein Drängeln, kein Kommentieren, kein “Nimm doch noch einen Löffel, bitte, du hast doch noch gar nicht….” etc.. Wir halten einfach mal den Mund und/oder reden über Anderes.

Wir sind jetzt seit ein paar Wochen dabei und: es funktioniert! Natürlich standen auch Spaghetti mit Tomatensauce und Fischstäbchen auf dem Programm und Eierkuchen und Schnitzel. Dafür darf ich aber auch Reis mit Trockenfleisch und Spiegelei kochen, oder einen Salat. Dann isst der Junge Mann eben an diesem Abend nur ganz wenig. Aber er isst. Und hält sich an den übrigen Abenden an Schnitzeln und Tomatensauce schadlos.

Das Schönste ist eigentlich aber dieses: seitdem wir das machen, fühlt sicher keiner von uns mehr gezwungen, etwas zu essen. Keiner kommentiert. Der Junge Mann weist mich sogar selber daruf hin, dass man das nicht soll: weder positiv noch negativ! Man weiß, an welchem Tag man etwas ausgesucht hat und der Junge Mann schreibt begeistert seine Ideen auf den Wochenplan, neben meine Vorschläge. Und ich habe meinen Kochblog um die Kategorie “Kinderküche” erweitert.

Ich hoffe, es glückt auf Dauer. Ich esse viel zu gerne als dass Essen zu einem Stressfaktor werden sollte.

 

 

Heute mal ganz kurz: Sibylle Berg “Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen”

Oktober 14, 2014

Liebe Leute, wenn ihr den Titel “Mal eben schnell die Welt retten” für eine gute Idee haltet um eine Klimaschutz-Demo abzuhalten, dann lest jetzt nicht weiter.

Alle anderen, die wie ich bei solchen Dinge eher ein Unbehagen empfinden, denen sei auch das Stück von Sibylle Berg “Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen” ans Herz gelegt (hier eine wunderbare Kritik bei Nachtkritik). Ich habs mir gestern angeschaut und muss sagen: GEHT REIN! oder LEST!

Nur noch eine Aufführung im November! Spielplan Gorki-Theater Berlin: Sibylle Berg.

Mein Sohn, der Zweitklässler. Teil 2.

September 30, 2014

Die 2. Klasse (die sich ja gerade gut anlässt) hat für den Jungen Mann noch eine andere Folge: die Freunde, die er im ersten Schuljahr unter den Zweitklässlern seiner eigenen Klasse (JÜL-Klasse) gefunden hatte, die sind nun alle GROSS. Sie sind nämlich, Tusch – Tadaaaaa und nochmal Trommelwirbel: unglaublicherweise DRITTklässler.

Ich kann mich noch gut daran erinnern wie es war als man in der Schule war und die anderen in den Klassen über einem waren so irrsinnig GROSS. So also jetzt also bei der 3. Klasse.

Die Drittklässler kennt der Junge Mann noch aus dem Jahrgangsübergreifenden Lernen (JÜL) seiner ersten Klasse und einige davon waren seine Freunde. Jetzt treffen sie sich höchstens mal auf dem Schulweg oder in der Pause und zunächst wurde da feste umarmt und sich gefreut. “Junger Mann, Junger Mann!!!” schrieen die Drittklässler und man hüpfte eine Runde über den Bürgersteig. Jetzt, so langsam….. beeilen die sich, wenn sie einen Zweitklässler sehen. Sie haben keine Zeit, oder jemand anderen, mit dem sie dringend reden müssen. Und vor einigen Tagen, als der Junge Mann nach der Schule noch mit einigen dieser Drittklässler spielte, da schlug es irgendwann um. Sie wollten ihn nicht mehr dabei haben, weil er ein Zweitklässler ist und sie was reden/spielen wollten was angeblich NUR für Drittklässler war. Der Junge Mann hatte Tränen in den Augen und verbiss sich aber das Weinen. Als ich ihn rausholte und mit ihm nach Hause ging, war er empört über diesen Verrat seiner (Ex-)Freunde, einer davon war ihm fast das ganze Jahr lang als Freund vorgekommen.

“Nur weil die jetzt glauben, dass sie erwachsen sind” schniefte er, “und weil sie denken, sie sind groß und ich bin zu klein! Ich bin auch schon ein Zweitklässler!!!!!”

Ich glaube ja, dass auch die Drittklässler versuchen sich nun irgendwie selbst zu finden – Freundschaften zu “Kleineren” passen da gerade nicht so gut rein. Trotzdem ist es für den Jungen Mann ein unglaublich schwieriger Moment und wir haben noch lange geredet und gekuschelt. Er hat ja noch andere Freunde, vielleicht sind die jezt einfach mal wichtiger.

Mein Sohn, der Zweitklässler.

September 25, 2014

Der Junge Mann ist nun in der 2. Klasse. JAWOHL, er hat die “Babys“, von denen er vergistt dass er vor zwei Monaten ja selber noch zu diesen Erstklässler – Babys gehört, er hat also die “Babys” hinter sich gelassen und ist nun ein sehr großer Junge. Und er wird mächtig gelobt: von den Lehrer/Innen und den Hortner/Innen, denn jetzt kann er eine Seite an sich ausleben die er schon länger hat, aber für die nie so richtig lLatz war, da er ja ein Einzelkind ist: er kann sich um kleinere Kinder kümmern. Er kann der Große sein und sie unter seine Fittiche nehmen.

Das hat er immer schon gerne gemacht, vorzugsweise bei den kleinen Geschwistern von seinen Freunden. Schon in der 1. Klasse umarmte er die, hob sie auf wenn sie hinfielen oder brachte sie in einer Umarmung von der Straße zurück wenn sie dorthin entwischt waren. “MAMA, der KLEINE ist weggelaufen!” lautete sein ängstlich-stolzer Kommentar als er mit dem KLEINEN (der 4 Jahre alt war) zurückkam. Er umarmt die Kleineren und spielt mit ihnen, manchmal benutzt er sie auch als Objekt um irgendwelchen Quatsch zu machen. Er mag kleinere Kinder. In Dosen – nicht den ganzen Tag.

Und jetzt, als Zweitklässler in einer jahrgangsübergreifenden (JÜL) Klasse, hat jeder ein keines Partnerkind und sowieso sind alle dazu aufgerufen, die KLEINEN aus der Klasse zu begleiten, ihnen alles zu erklären und sie eben einzubinden. Was der Junge Mann tut. So sehr, dass es nun Lob regnet und auch ich positive Kommentare über meinen wohlgeratenen Sohn zu hören bekomme.

Er ist also ganz gut angekommen, erstmal. Nun kanns weitergehen im Leben.

Kuscheln und Kuscheln und Kuscheln und…. schnarch.

September 4, 2014

Als der Junge Mann ein Baby war, wollte er nie wirklich kuscheln. Jedenfalls NICHT beim Schlafen! Er schlief nachts in der Wiege, und aber nur dann wenn wir NICHT im gleichen Zimmer schliefen. Was dazu führte dass wir die Wiege relativ fix aus dem Schlafzimmer entfernten. Auch “auf dem Bauch” von Mama007 und Papa007 war nix mit Schlafen. Nur Rabääää. Tagsüber hing er in der Babytrage vor einem unserer Bäuche und ratzte bis zum Umkippen. Ohne Rabääää.  Als er dann größer wurde, schlief er bald alleine in seinem Bettchen und war damit zufrieden. Es gab keine wirklich längeren Phasen in denen er ständig in unser Bett gekrabbelt wäre. Seit 1-2 Jahren jedoch herrscht abends erhöhter Kuschelbedarf, jetzt holt er die ersten 4 Jahre nach.

Wir kuscheln zum Einschlafen und ich soll dableiben bis er schläft. Was nicht immer geht, denn manchmal braucht er länger zum Einschlafen, gerade im Sommer wenns draußen hell ist. Und ich finde, so ein bisschen Langeweile ist auch okay vorm Einschlafen. Aber generell: “Mama, du sollst HIER schlafen!”. “Mama, du sollst mit in meinem BETT schlafen! Die ganze Nacht!“. Urlaub ist für ihn, glaube ich, nur perfekt, wenn wir alle im gleichen Zimmer und prinzipiell im gleichen Bett schlafen. Begeisterung herrscht, wenn Hotels uns ein großes Doppelbett zur Verfügung stellen – gerade jetzt wo wir ja zu zweit verreisen. Ich erbitte dann einfach ZWEI Bettdecken, denn der Junge Mann dreht und wendet sich im Bett, bis man keine Bettdecke mehr hat und seine Füße in meiner Nase hängen. Und auch im großen Urlaub in den Sommerferien, den wir zu dritt verbringen konnten: Mit Papa UND Mama nachts im gleichen Bett – großartig! Und so soll es jetzt auch zuhause sein!

Womit endet aber das Ganze, und zwar fast jeden Abend? Mama007 schläft vor dem Jungen Mann ein. Und wenn sie aufwacht, ist es 21.24 Uhr und sie hat weder gegessen, noch herzensgearbeitet, noch geduscht oder den nächsten Tag vorbereitet. Dafür bin ich perfekt ausgeruht und kann bis 23.30 Uhr noch was machen. Und der Junge Mann hat seine Kuschelportion für diesen Tag erhalten und ratzt vergnügt. Schräg im Bett und mit vernuddelter Bettdecke.

“Putztipps berufstätige Muttis”

August 31, 2014

“Putztipps berufstätige Muttis” war tatsächlich eine der Suchanfragen, mit denen Menschen auf meinen Blog stoßen. Ganz ehrlich: da kann ich Sie wohl nicht mit unbeantworteten Fragen hier wieder weglassen!

Tatsächlich ist es nämlich so: seit ich nun mit dem Jungen Mann alleine zuhause bin, und das wird ja noch ein paar Monate so gehen, seitdem also ist das mit dem Putzen echt eine Herausforderung. Prinzipiell habe ich das Gefühl, dass es IMMER irgendwie dreckig ist. Staubsaugen – müsste man mal. Bad putzen- auch. Staub puscheln, Herd putzen, Kühlschrank ausmisten, Bettwäsche wechseln – ständig dräuen irgendwelche mit Putzen verbundene Tätigkeiten. So oft, dass ich das Gefühl habe, ich würde eigentlich ständig irgendwo saubermachen. Dabei habe ich bereits den gesamten Samstagvormittag solchen Tätigkeiten gewidmet, aber auch unter der Woche hörts einfach nicht auf! Ich bin schon mit Einkaufen, Kochen, Wäsche waschen, ach ja – Mappe kontrollieren, Herzensarbeit durchziehen und war da nicht was mit Freizeit fürs Erholen? – ziemlich gut ausgelastet. Dieses ständige Putz-Dräuen nervt.

Ja, mich nervt das. Ich hasse Putzen. Und obwohl ich seit meiner Teenagerzeit (Tomaten hinter den Büchern) und ersten Studentenzeit (Wollmäuse hinterm Bett) wirklich besser geworden bin – so gut wie meine Mutti werde ich wohl nicht mehr. Und daher würge und schürge ich fast jeden Tag irgendwo. Und Mutti sagt: “Kind, du bist doch mehr so der akademische Typ – ich hab dir mal den Mülleimer geputzt!”. Dafür nochmal: DANKE, denn er strahlt auch 7 Wochen später noch blitzeblank!

Also, lieber Anfrager mit “Putztipps berufstätige Muttis”: helft lieber MIR putzen als hier dumme Fragen zu stellen!

 

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