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Danke!

Februar 23, 2012

Neulich beklagte ich mich darüber, dass ich es in einem ganzen Jahr nur geschafft hätte, ganze 20 Seiten (!!!!) für mein Buchprojekt zu schreiben. Zwischen Recherche, schreiben, Zeit finden, vergeht einfach viel zu viel Zeit. Und ich sitze nun auf ganzen 20 Seiten und fühle mich furchtbar. Die Balance zwischen Geld, Kleinem Mann, Familie und Schreiben ist einfach fragil und lässt für alles nur bestimmte Zeiträume offen. Soweit – so klar. Mir ja auch. Und meistens fühle ich mich ganz gut arrangiert damit. Dann gibts aber die Tage an denen ich mich furchtbar damit fühle – alles könnte ganz anders wenn wahlweise a) ein Geldsegen auf uns käme sodass ich nur noch halbtags arbeite oder b) der Tag 40 Stunden hätte bei gleichzeitiger Reduktion meines Schlafbedürfnisses um ca. 50 %. Beides eher unwahrscheinlich.

Vor einigen Tagen beklagte ich mich daher über das gleiche Phänomen von “Nur 20 Seiten!” bei einer Freundin, die das nicht verstehen konnte. “Ist doch toll, dass du das schaffst!” sagte sie und ich muffelte noch ein bisschen weiter, dass das eben immer zuwenig Zeit sei, ich aber nix mehr abzwacken könne, und so weiter. War auch nicht mein positivster Tag, so was kommt ja vor. Als wir uns dann trennten sagte sie: “Ich finde das schade, dass du das so negativ siehst. Du machst soviel und schaffst es trotzdem 20 (!!!!!) Seiten für dein Projekt zu schreiben!” .

Tja, liebe Leser, es gibt Sätze die man nicht so leicht vergisst weil sie einen ganz tief drinnen treffen. Denn eigentlich, liebe Freundin, hast du nämlich total recht. Ich meine, 20 Seiten sind 20 Seiten, aber, wie mir auch Papa007 immer wieder vorhält: da steckt ja viel mehr drin. Recherche und Nachdenken zum Beispiel. Oder Wochenenden mit Familie und Kleinem Mann. Und: Über 40 Wochenstunden Büro. Jaja, ihr habt alle recht, aber erst dieser Satz hats mir wieder glasklar vor Augen geführt. Deshalb: DANKE!

Die “Ausnahmsweise!” – Falle

Februar 22, 2012

Wir sind drauf reingefallen. Jaja, hätten wir uns auch vorher denken können. Aber irgendwie dachten wir, der Kleine Mann is´ja nun schon 4 Jahre alt, da läuft sowas vielleicht und funktioniert. Tuts nicht. Wenigstens sehr selten. Meist nimmts ein böses Ende und so stand ich gestern mit einem heul-verschnieften Kind da. Als wären wir wieder mit einem Zweijährigen unterwegs.

Los gings damit: der Kleine Mann wünscht sich ja viel, wenn der Tag lang ist. Dass man ihm zum Abholen vom Kindergarten einen Schokoriegel mitbringt (“Mamaaaa, den mit außen Schokolade und innen so kleine weiße Kullern, ja?!” – er meint den Amaranth-Vollmilch-Riegel von Alnatura, das hätten Sie jetzt natürlich auch so gewusst, oder?) , dass man mit ihm Einkaufen geht wenn man von der Kita nach Hause läuft (“Mamaaaaa, einen Joghurt, ja? Oder lieber, lieber, einen SAFT! Aber den mit KIRSCHE!” ), dass er Dinos mit Papa gucken darf, dass er noch 10 Minuten spielen darf, dass er im Schlafanzug frühstücken darf, dass er noch EIN Dinopuzzle vorm Schlafengehen machen darf. Und so weiter, ad infinitum. Er hat viele Wünsche – wie alle von uns. Ich wünsche mir zum Beispiel mindestens 50 Bücher sehr sehr dringend, dazu vielleicht einen neuen Amethystschmuck und es wäre schön, wenn ich meine 2 Kilo zuviel einfach vom Wünschen wegkriegte statt durch Sport oder FdH-Diät. Bei Papa007 siehts ähnlich aus. Allerdings sagt zu uns niemand das, was wir hin und wieder zum Kleinen Mann sagen und mit dem wir nun in der Falle sitzen: “Na gut, ausnahmsweise, aber nur HEUTE!” . “Ausnahmweise, aber nur heute” wird in Verbindung mit: “In Ordnung?” oder “Versprochen?” gebraucht und der Kleine Mann nickt eifrig. Manchmal guckt er auch treuherzig von unten und sagt: “Jaaa, nur heute!!!!” .

Um uns etwas zu entlasten muss ich sagen, dass wir viele Regeln einhalten. Es gibt bei uns geordnete Tagesabläufe und immer wiederkehrende Regeln, die auch eingehalten werden. So ein bisschen “Ausnahmsweise” empfinden wir eigentlich als ganz nett, denn jede Regel kennt ja Ausnahmen und irgendwie isses auch okay wenn der Kleine Mann lernt, dass man nicht SKLAVISCH an Regeln klebt. Deshalb: “Ausnahmsweise” ! Aber: Präzedenzfall ist Präzendenzfall. Der Kleine Mann klebt nun wieder an den Ausnahmen und sagt nun jeden Abend: “Einen Schokoriegel, ja? AUSNAHMSWEISE , ja????” . Genau das ist aber nun NICHT der Sinn des “Ausnahmsweise”. Und ich/wir erklären uns den Mund fusslig, dass Ausnahmsweise eben AUSNAHMSWEISE bedeutet und nicht JEDEN TAG.

Der Kleine Man findet das doof. Er findet mich doof, und meine Erklärungen erst recht. Nachdem wir nun mehrere Wochen hintereinander dieselbe Diskussion führten und er ein paar Mal zuviel “Ausnahmsweise” hatte, brach er nun gestern in ein vermutlich wohl berechnetes Heulen aus, als ich ihm erklärte, dass man wirklich nicht JEDEN Abend einkaufen könne. Erstens isses nich nötig wenn noch Joghurt zuhause ist, zweitens haben wir gar nicht soviel Geld. Der Kleine Mann fand das eine Zumutung. “NIE gehst du mit mir einkaufen! NIE kriege ich zwei Joghurts! Das ist gemein!!!!!!!!!!” brüllte der Kleine Mann die Straße entlang. Er hielt durch. Die Straße hinunter, bis zum Bäcker bei dem wir noch ein (wirklich nötiges) halbes Brot erwarben (aber keinen Saft oder Brötchen) und fast bis nach Hause. Er schniefte, heulte und brüllte mittellaut vor sich hin, dass ich gemein sei. Wir waren sicherlich die Attraktion des Vorabends im Kiez. Ich hielt auch durch, der Yogazustand, einmal erlernt, setzt eben immer pünktlich ein. Ich saß in der “Ausnahmsweise”-Falle denn ich hatte ein paar Mal zu oft ausnahmsweise nachgegeben oder etwas vorgeschlagen. Das hatte ich nun davon: ein schreiendes Kind. Muss man wohl doch wie die Tigermütter einfach immer eisern durchhalten und NIE Regeln brechen?!

Kurz vor der Tür sagte der Kleine Mann plötzlich: “Mama, ich will in die Pfütze da springen!” – “Klar, mach mal” , antwortete ich, als sei nix gewesen. Er lächelte, hüpfte und gab mir ein Küsschen auf die Hand. Verstehen muss ich den kleinen Kerl nicht. “Ausnahmsweise” ist jetzt erstmal weniger im Gebrauch. Und heute abends gibts, beim Anholen von der Kita: Apfel in Stückchen. Mal schauen wie das so läuft…

Das selbstbestimmte Kind

Februar 21, 2012

Im Kindergarten, in der Gruppe des Kleinen Mannes gibts Emma. Emma ist süß und irgendwie auch nett. Auch ihre Eltern sind nett. Und: Emma ist komplett selbstbestimmt. Sie entscheidet, wann sie was wie machen will.

Wenn ich den Kleinen Mann abends abhole ist auch sie gerade dabei, vom Babysitter nach Hause gebracht zu werden. Komme ich an, hole ich also den Kleinen Mann mit Liebe und etwas Nachdruck vom Dino-Puzzle weg und wir gehen zusammen in die Garderobe. Dort sitzt schon Emma, in Begleitung des Babysitters. Sie sitzt da, einfach so. Auf der Bank, zum Beispiel. Und guckt und redet. Wir setzen uns daneben. Offensichtlich ist Emma schon ein ganzes Weilchen hier, denn ihr “Abhol-Croissant” ist schon halb alle. Angezogen ist sie aber noch nicht – Emma bestimmt ja selbst!

Der Kleine Mann zieht seine Hausschuhe aus – Emma klettert auf den Tisch in der Garderobe. Der Babysitter lächelt und schweigt.

Ich helfe dem Kleinen Mann mit seinem Unterjäckchen – Emma inspiziert ihr Croissant.

Wir ziehen langsam die Schuhe an – Emma teilt ein bisschen Croissant mit dem Kleinen Mann.

Die Oberjacke folgt – Emma erörtert mit dem Kleinen Mann die Großereignisse des vergangenen Kindergartentages.

Der Kleine Mann setzt seine Mütze auf – Emma schmeißt mit Büchern vom Tisch runter. Der Babysitter steht daneben und lächelt sanft.

Der Kleine Mann hat nun auch Schal und Handschuhe an – Emmas Croissant ist alle und sie liest uns aus einem der übrig gebliebenen Bücher vor.

Der Kleine Mann ist komplett – Emma sieht immer noch aus wie vor 15 Minuten.

Der Kleine Mann ist enttäuscht: er wollte eigentlich gerne mit Emma zum Bus laufen. Is´ nu nicht, denn ich warte nicht, bis Emma es in eventuell 30 Minuten dann doch mal für nötig befindet, dass nu Anziehzeit ist. Emma findet das völlig okay und erzählt mir auch, was sie zuhause alles aussuchen darf, z.B. wo sie jeden Abend einschläft. Bei Papa, bei Mama, bei Schwester, Bruder oder im eigenen Bett – das sucht sie jeden Abend aus. Ich fühle mich insgeheim wie eine Miniausgabe von Amy Chua weil ich den Kleinen Mann in 10 Minuten angezogen vor mir stehen habe und frage mich, inwieweit das Selbstbestimmungskonzept wohl in der Schule laufen wird…. ich lasse die Frage dann lieber unbeantwortet. Ich glaube, ich bin definitiv FÜR Regeln. Dann machen nämlich auch Ausnahmen viel mehr Spaß!

 

Kindergarten-Gender

Februar 20, 2012

Neulich erzählte mir die Kindergärtnerin meines Vertrauens so nebenbei, dass die Darstellung von Erziehern (die ja händeringend gesucht werden) und Erzieherinnen, die natürlich auch händeringend gesucht werden, ganz schön unterschiedlich aussehen.

Hm, dachte ich, das gucke ich mir auch nochmal an. Und tatsächlich, schaut man sich die Stellenausschreibungen für Erzieher/innen auf offziellen Portalen an, sind die natürlich genderneutral. Die WERBEPLAKATE sind aber der Oberhammer. Guckt euch mal beide an und überlegt kurz, welches wen ansprechen soll.

Unglaublich, oder? Habt ihrs erkannt? Naaaa, für wen ist wohl das wilde Tobeprogramm, auf das die Kumpels neidisch sind? Und für wen ist die Werbung, die mit familienfreundlichen Zeiten wirbt? Es ist beeindruckend, dass selbst Kindergärten hier so super gendertechnisch arbeiten. Und laut der Kindergärterin meines Vertrauens zeigt sich genau dieses Bild auch in den Personen, die sich bewerben. Männern und Frauen, die genau auf die dort angesprochenen Klischees ansprechen – zumindest zu einem Großteil. Alles tolle Erzieher/innen, soweit ich das beurteilen kann. Nette, kompetente junge Leute, so scheints. Aber laut Kindergärterin des Vertrauens eben mit ebenso gendertechnisch klischeemäßigen Vor-und Nachteilen behaftet wie diese Plakate es eben suggerieren.

Kick it like…

Februar 15, 2012

Beckham. Tja, hm, auch in unserem Büro wurde drüber diskutiert, was Beckham wohl mit seiner Unterwäschekollektion da anstellt. Und ob (ja, ernsthaft, es wurde darüber geredet), also ob die Fotos nun retuschiert seien oder nicht. Besonders die Hosen. Ganz ehrlich, ich habs ja nicht so mit Körperdiskussionen mit Kollegen. Auch wer  mit wem welchen Sex – äh, neee. Danke. Will ich nicht drüber reden, ja, könnt ihr gerne prüde finden. Mag ich halt nicht machen.

Aber ganz ehrlich: das was Diana schreibt, ist viel viel spannender als jede Photoshop-Diskussion. Deshalb kann und werde ich euch das hier empfehlen. Ausdrücklich.

Diana schreibt über Beckhams Körper!

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