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Kuscheln und Kuscheln und Kuscheln und…. schnarch.

September 4, 2014

Als der Junge Mann ein Baby war, wollte er nie wirklich kuscheln. Jedenfalls NICHT beim Schlafen! Er schlief nachts in der Wiege, und aber nur dann wenn wir NICHT im gleichen Zimmer schliefen. Was dazu führte dass wir die Wiege relativ fix aus dem Schlafzimmer entfernten. Auch “auf dem Bauch” von Mama007 und Papa007 war nix mit Schlafen. Nur Rabääää. Tagsüber hing er in der Babytrage vor einem unserer Bäuche und ratzte bis zum Umkippen. Ohne Rabääää.  Als er dann größer wurde, schlief er bald alleine in seinem Bettchen und war damit zufrieden. Es gab keine wirklich längeren Phasen in denen er ständig in unser Bett gekrabbelt wäre. Seit 1-2 Jahren jedoch herrscht abends erhöhter Kuschelbedarf, jetzt holt er die ersten 4 Jahre nach.

Wir kuscheln zum Einschlafen und ich soll dableiben bis er schläft. Was nicht immer geht, denn manchmal braucht er länger zum Einschlafen, gerade im Sommer wenns draußen hell ist. Und ich finde, so ein bisschen Langeweile ist auch okay vorm Einschlafen. Aber generell: “Mama, du sollst HIER schlafen!”. “Mama, du sollst mit in meinem BETT schlafen! Die ganze Nacht!“. Urlaub ist für ihn, glaube ich, nur perfekt, wenn wir alle im gleichen Zimmer und prinzipiell im gleichen Bett schlafen. Begeisterung herrscht, wenn Hotels uns ein großes Doppelbett zur Verfügung stellen – gerade jetzt wo wir ja zu zweit verreisen. Ich erbitte dann einfach ZWEI Bettdecken, denn der Junge Mann dreht und wendet sich im Bett, bis man keine Bettdecke mehr hat und seine Füße in meiner Nase hängen. Und auch im großen Urlaub in den Sommerferien, den wir zu dritt verbringen konnten: Mit Papa UND Mama nachts im gleichen Bett – großartig! Und so soll es jetzt auch zuhause sein!

Womit endet aber das Ganze, und zwar fast jeden Abend? Mama007 schläft vor dem Jungen Mann ein. Und wenn sie aufwacht, ist es 21.24 Uhr und sie hat weder gegessen, noch herzensgearbeitet, noch geduscht oder den nächsten Tag vorbereitet. Dafür bin ich perfekt ausgeruht und kann bis 23.30 Uhr noch was machen. Und der Junge Mann hat seine Kuschelportion für diesen Tag erhalten und ratzt vergnügt. Schräg im Bett und mit vernuddelter Bettdecke.

“Putztipps berufstätige Muttis”

August 31, 2014

“Putztipps berufstätige Muttis” war tatsächlich eine der Suchanfragen, mit denen Menschen auf meinen Blog stoßen. Ganz ehrlich: da kann ich Sie wohl nicht mit unbeantworteten Fragen hier wieder weglassen!

Tatsächlich ist es nämlich so: seit ich nun mit dem Jungen Mann alleine zuhause bin, und das wird ja noch ein paar Monate so gehen, seitdem also ist das mit dem Putzen echt eine Herausforderung. Prinzipiell habe ich das Gefühl, dass es IMMER irgendwie dreckig ist. Staubsaugen – müsste man mal. Bad putzen- auch. Staub puscheln, Herd putzen, Kühlschrank ausmisten, Bettwäsche wechseln – ständig dräuen irgendwelche mit Putzen verbundene Tätigkeiten. So oft, dass ich das Gefühl habe, ich würde eigentlich ständig irgendwo saubermachen. Dabei habe ich bereits den gesamten Samstagvormittag solchen Tätigkeiten gewidmet, aber auch unter der Woche hörts einfach nicht auf! Ich bin schon mit Einkaufen, Kochen, Wäsche waschen, ach ja – Mappe kontrollieren, Herzensarbeit durchziehen und war da nicht was mit Freizeit fürs Erholen? – ziemlich gut ausgelastet. Dieses ständige Putz-Dräuen nervt.

Ja, mich nervt das. Ich hasse Putzen. Und obwohl ich seit meiner Teenagerzeit (Tomaten hinter den Büchern) und ersten Studentenzeit (Wollmäuse hinterm Bett) wirklich besser geworden bin – so gut wie meine Mutti werde ich wohl nicht mehr. Und daher würge und schürge ich fast jeden Tag irgendwo. Und Mutti sagt: “Kind, du bist doch mehr so der akademische Typ – ich hab dir mal den Mülleimer geputzt!”. Dafür nochmal: DANKE, denn er strahlt auch 7 Wochen später noch blitzeblank!

Also, lieber Anfrager mit “Putztipps berufstätige Muttis”: helft lieber MIR putzen als hier dumme Fragen zu stellen!

 

Und wieder von Neuem.

August 25, 2014

Heute ist in Berlin 1. Schultag für alle ab der 2. Klasse. Und der Junge Mann IST nun in der 2. Klasse.

Wir verschlafen erstmal, weil ich den Wecker nicht richtig gestellt habe. Die Brotbox wird fett bestückt und trotz “verschlafen” schaffen wir es ziemlich entspannt in die Schule, und schon auf dem Weg macht der Junge Mann Kumpels aus. Auf dem Schulhof dann: erstmal seltsames Beisammenstehen, keiner spricht, alle halten sich bei Mutti fest. Die Muttis ihrerseits sprechen miteinander. Die Kinder haben sich 6 Wochen nicht gesehen…. aber bereits nach 5 Minuten geht man schon aufeinander zu, man rempelt ein bisschen und labert ein bisschen. Und schon im Schulraum (jaaaa, ich bin heute mal mitgegangen denn die Schulsachenliste erfordert das Schleppen dreier Tüten UND einer schweren Mappe mit Büchern), da ist alles wie vorher.

Die üblichen Verdächtigen kommen zu spät, die anderen üblichen Verdächtigen (wir zum Beispiel) zu früh. Alles wie gehabt. Ach nee, eins ist anders: Ach, Junger Mann. Ihr seid alle sehr gewachsen!

Eher der Pragmatiker, mein Sohn.

Juli 9, 2014

Heute war der 1. Ferientag – und der Junge Mann geht in den Ferienhort. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem neuen Plakat vorbei und der Junge Mann, dieser große Leser, entziffert es fix: “Die Zauberflöte”.

“Mama, was ist die Zauberflöte?”

“Das ist die Geschichte von einem jungen Mann, der eine schöne junge Frau sucht und befreit. “

“Und warum die Flöte?”

“Weil er die bei sich trägt und sie ihm hilft. “

“Von wem befreit er die denn?”

“Von der bösen Hexe, der Königin der Nacht.

“Und warum? “

“Weil er… äh… weil er sie sehr mag. “

“Und was passiert am Ende?”

“Da sind sie dann ein Paar, die beiden. “

“Und gibts da auch noch andere? Wer hilft ihm denn?”

“Der gute Zauberer Sarastro.”

“Und was ist mit der Flöte?”

—- ???? —-
“Ich meine, wozu braucht der die Flöte?”

“Das ist die Zauberflöte, mit der findet er den Weg.”

Interessiert: “Wie macht er das denn?
“Naja, er bläst auf ihr und dann zeigt sie ihm den Weg.

“Und wie genau funktioniert das?
“Tja… das wird nie so genau erklärt….”

“Und wer hat die gemacht?
“Der gute Zauberer.”

“Und wie hat er die gemacht?
“Tja, äh…

“Wahrscheinlich hat er die geschnitzt!” sagt der Junge Mann.

“Kann schon sein….”

“Und wie kam dann der Zauber in die Flöte?”

“Äh…. vielleicht hat sie der Zauberer dann verzaubert?”

“Ja, aber WIE?”

“Naja, ich bin ja keine Zauberin, da kenn ich mich nicht so aus. “

“Und wie kommt die dann zu dem jungen Mann?
“Der Zauberer gibt sie ihm.

“Und wenn der nun noch eine schnitzt? Eine zweite? Dann kann man die nicht mehr auseinanderhalten!”

“Tja.

“Und wozu braucht die Hexe die junge Frau? Warum muss der die befreien?”

“Hm, vielleicht musste sie für die Hexe arbeiten?”

“Warum denn ARBEITEN?”

“Naja, was sollte denn die Hexe sonst mit der Frau machen?”

“Aber warum muss er die befreien?”

“Weil sie sich da nicht wohl gefühlt hat. “

“Und woher wusste der das?”

—- zum Glück erreichen wir hier die Schule. Mozart, my ass.

 

Der letzte Schultag

Juli 8, 2014

Heute ist der Junge Mann beim letzten Schultag. Nachdem er sich die letzten zwei Wochen so lala über den Schulalltag schleppte, ist es heute nun soweit: er hat ein ganzes Schuljahr durch. Viele neue Kumpels gefunden und viel Neues gelernt. Und damit meine ich eigentlich nicht das Übliche: Lesen, Schreiben, Rechnen. Das natürlich auch und wir sind sehr stolz, dass er super liest und unglaublich schnell kofprechnet. Dass wir an einem Sommerabend zum ersten Mal beide LESEND auf dem Balkon saßen: er mit seinem neuen Dinobuch, ich mit meinem Roman. Das sind Momente, die man wohl nie vergisst.

Aber ich meine hier eigentlich die Dinge, die man fürs Leben braucht: er hat gelernt, dass manche Kinder schwindeln und das Blaue vom Himmel runtererzählen und dass man denen irgendwann gar nichts mehr glauben braucht. Er hat  gelernt, dass man sich um Kleinere kümmern muss. Und dass es wichtig ist, dass Freunde einem auch mal was schenken, und dass man selber schenken kann. Er kennt die Bedeutung des Wortes “angeben” und warum das nix Schönes ist.

Er traut sich, den kleinen Rest des Schulweges alleine zu gehen. Manchmal würde er am liebsten den GANZEN Schulweg alleine gehen. Er weiß nun auch, dass es Dinge im Leben gibt, die man durchhalten muss auch wenn es mal keinen Spaß macht. Und dass es immer doch auch Dinge gibt, die dann den Tag aufheitern.

Ja, der Junge Mann und wir als Eltern haben ein ganzes Jahr Schule geschafft. Der Junge Mann hat eine Zeugnismappe dabei und wir werden sehen was da heute nachmittag drin liegt. Aber egal was drauf steht: wir wissen, was er alles gelernt hat. Und der Junge Mann ist stolz, bald ein Zweitklässler sein zu dürfen.

Schuljahresendmüdigkeit.

Juli 5, 2014

Nie hätte ich geglaubt, dass der Junge Mann so schulmüde sein könne. Und müde im Allgemeinen. Abgesehen davon dass er sowieso generell gegen halb acht im Bett verschwindet, setzt ihm nun das Ende des Schuljahres zu.

Die Luft  ist raus” sagen alle und wenn ich den Jungen Mann um vier nachmittags abhole, dann schläft er mir fast aufm Rückweg ein. Es ist nur noch eine Woche Schule, und generell passiert da wohl nicht mehr viel – “7.7. Spilen im Park” hat er mir ins Hausaufgabenheft geschrieben. Manchmal bringe ich ihn sogar noch früher ins Bett und lass ihn mit einem Hörspiel ausruhen und den Kopf auslüften. Denn es geht fast nix mehr. Als er krank war, freute er sich noch mit fast 40 Fieber darüber, dass er vier Tage zuhause bleiben durfte – also wirklich!

Aber er freut sich, denn nach den Ferien ist er tatsächlich ein Zweitklässler und die Schreibschrift winkt. Darauf freut er sich!

 

Fußball bis einer heult.

Juli 3, 2014

Gerade ist ja WM – falls das noch irgendjemandem entgangen sein sollte. Und zum allerersten Mal schaue ich mit dem Jungen Mann WIRKLICH Fussball. Also Spiele, in denen seine Kommentare über ein “Alle Ball habe wolle!” (mit 2,5 Jahren) hinausgehen. Schon beim allerersten Spiel merke ich, dass mein Sohn ein umfangreiches Fußballwissen in der Schule angehäuft hat, von Abwehrkette über “Passen! Ihr müsst passen!“, die Regeln für Eckstöße und Einwürfe undsoweiter. Was er jedoch in der ersten Halbzeit von mir lernt, ist: dass es ZWEI Halbzeiten gibt, und das jede 45 Minuten dauert. Ich bringe ihm den wunderbaren Satz “Das Spiel hat 90 Minuten!” bei. Er revanchiert sich mit Klatschwissen, wie etwa dem Fakt dass seine Klassenlehrerin tatsächlich alle Spiele schaut – auch die um Mitternacht! Die Frau muss eine irrsinig gute Espressomaschine besitzen.

Und die Emotionen steigen hoch, hoch und noch höher… gleich beim ersten Spiel bricht er in Tränen aus, weil der Schiedsrichter eine gelbe Karte etwas unberechtigt vergibt. “Gemein!” schluchzt er. “Das ist so gemein!“. Dabei spielt noch nicht mal Deutschland! Wir trösten einander lange und ausgiebig. So eine Gemeinheit darf nicht ungesühnt bleiben!

Mittlerweile, und 6 Spiele später (wir gucken immer nur die um 18 Uhr und da auch da nicht alle), weiß er dass Torwarte manchmal mitspielen (Italien-Uruguay), dass man bei der roten Karte WIRKLICH vom PLatz muss und keiner dafür reinkommen darf und dass man nicht beissen darf (“Ein Spieler von DEINER Mannschaft hat einen von MEINER Mannschaft gebissen!”), dass es Verlängerung und “das berühmte Elfmeterschießen” gibt (Brasilien-Chile) und dass es chilenische Bergleute gab, die zwei Monate lang verschüttet waren (ebenda).

Er verblüfft mich mit Auassagen über Taktik: “Guck mal Mama, die spielen hinten mit der 5er-Abwehrkette!” und zeigt mir wenn die Abwehr wieder aufrückt. Ich erfahre, dass Freistöße “in der Schule” so gespielt werden, dass der Torwart rausmuss. Und ich weiß nun, dass er auch schon mal Torwart war und wer bei ihnen der beste Torwart ist, und wer der beste Stürmer. Und was die Kinder vor dem Spiel machen, wissen wir nun auch.

Und, am allerwichtigsten: wir haben zusammen gelernt dass man die andere Mannschaft und die anderen Fans respektieren muss. Denn hin und wieder sind wir für unterschiedliche Mannschaften und dann gilt: keine miesen Bemerkungen und wenn einer verliert, tröstet ihn der andere. Ich finde, das ist die wichtigste Lektion von allen. Respekt.

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