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Zeitchen vergeht….

Januar 18, 2012

SONNET 60                                                                               SONNETT 60

Like as the waves make towards the pebbled shore,          Die Wellen brechen übern Strand herein:
So do our minutes hasten to their end;                   So schnell vergehn auch unsere Minuten,
Each changing place with that which goes before,    die eine nimmt den Platz der andern ein,
In sequent toil all forwards do contend.                 wenn sie in steter Folge vorwärts fluten.

Nativity, once in the main of light,                  Geburt, erst grad im vollen Tageslicht,
Crawls to maturity, wherewith being crown’d,           kriecht hin zur Reife, wird damit gekrönt.
Crooked elipses ‘gainst his glory fight,                    Doch Finsternis gönnt diesen Glanz uns nicht,
And Time that gave doth now his gift confound.      was Zeit uns gab, wird jetzt durch Zeit zerstört.

Time doth transfix the flourish set on youth            Kein Jugendflor, den nicht die Zeit entfernte,
And delves the parallels in beauty’s brow,              indem sie in die Stirne Furchen gräbt,
Feeds on the rarities of nature’s truth,                    die Schönheit der Natur ist ihre Ernte,
And nothing stands but for his scythe to mow:        Nichts hat Bestand, wo ihre Sense mäht:
And yet to times in hope my verse shall stand,        Vielleicht jedoch hält mein Gedicht ihr Stand,
Praising thy worth, despite his cruel hand.              preist deinen Wert – trotz ihrer grimmen Hand.

                                                                                                    (Übersetzung s. hier)

Der Kleine Mann ist nun 4 Jahre und einige Wochen alt. Jeden Tag schockt er uns mit neuen Fähigkeiten: er zieht sich alleine an und aus, auch ohne dass wir ihn darauf hinweisen müssen. Er übt, sein Brötchen alleine aufzuschneiden und zu belegen. Naja, manchmal vergisst er die Margarine bevor er den Käse drauflegt, aber geschenkt. Ständig heißt es: Nein! Alleine!!!!. Wenn er müde ist, legt er sich auf sein Bett und sagt: “Möchte nur mal ganz kurz schlafen!” . Er puzzelt wie ein Weltmeister und zwar alleine und in Rekordzeit. Er erklärt uns die Welt, die Dinosaurier und die Menschen, die früher gelebt haben. Er ist sehr traurig wenn Kindergartenkinder ihm “böse Wörter” sagen: “Mama, der Paul hat gesagt er ist mein Freund, aber der ist nicht mein Freund!” . Er kämpft mit den ersten emotionalen Problemen und Widersprüchen. Er möchte alleine zu Freunden gehen und dort zum Spielen bleiben, alleine: “Ich hab keine Angst, weil ich weiß ja, dass ihr mich dann abholen kommt wenn Nacht ist. .

Er guckt sich die Welt an, organisiert seine Sachen und macht sich soviele Gedanken dass wir manchmal völlig verblüfft sind. Er sitzt da, und denkt nach. Und nach. Die Welt eröffnet sich ihm, jeden Tag und er kann sie uns erklären, was den Kleinen Mann sehr stolz macht.

Manchmal sehe ich ihn schon als größeren Jungen vor mir, vielleicht sogar schon als jungen Mann. So ganz langsam kann man den in ihm nämlich erkennen. Wahnsinn, wie im letzten Jahr aus dem Kleinen Mann ein ganz schön großer Kleiner Mann geworden ist. Da werde ich wirklich sehr emotional wenn ich mir das so anschaue und kriege seltsame Gefühle weil die Zeit an mir vorbeizieht und mir den Kleinen Mann zeigt, wie er immer mehr er selber wird. Das kribbelt im Bauch und zieht im Herzen. Ein Kind ist schon ne irre Sache. Man selber in klein und doch irgendwie ganz ganz anders als man selbst.

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