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mich hats erwischt oder : Sozialisierung funktioniert.

März 25, 2011

Krank. Im Bett. Ansage der Ärztin: „Sie sind hoch ansteckend!“ –  das sind keine guten Nachrichten für den Kleinen Mann. Er kommt meist morgens ins Bett und schmust noch ne Runde. Inklusive Küßchen und Nasenstüber. Das fällt also jetzt flach, ich trage einen Mundschutz und sehe aus wie eine Asiatin damit. An Japan denke ich lieber nicht, atomare Wolken, egal welcher Größe, sind beunruhigend. Es sind ja eh alle krank: Kollegen, Kinder im Kindergarten, Großeltern, Freunde. ALLE! Na gut, dann ich jetzt eben auch.

Natürlich fragt mich der Kleine Mann zum Thema Mundschutz sofort: „Mama, was hast du da? Mama, warum hast du das im Gesicht?“ – „Damit ich dich nicht anstecke und du auch krank wirst. Wenn ich gesund bin, nehme ichs wieder ab!“. „Mama, wann bist wieder gesund?“. Tja….. neulich hat er mir ja erklärt, gesund ist man, wenn man wieder Eis essen kann. Hat er irgendwie auch recht!

Eigentlich ist das ja auch mal ganz nett. Man liegt den ganzen Tag im Bett und darf schlafen. Oder lesen. Oder essen. Oder vor sich hin gucken oder Blog schreiben. Jedenfalls ist man zu nix verpflichtet. Das letzte Mal, dass ich mich so gefühlt habe, war vor der Geburt und während der einen Woche als wir den Kleinen Mann mal bei Oma und Opa geparkt hatten. Unglaublich! Was man alles so NICHT tun muss wenn alle Verpflichtungen mit dem Kleinen Mann wegfallen! Kein zum-Kindergarten-bringen und -holen. Kein“Mama, du sollst mitspielen!“. Kein Erklären auf 6 x hintereinander „Waru-hum???“. Kein „Komm, jetzt müssen wir aber weitergehen.“. Von der Arbeit im Büro gar nicht zu reden, die fällt ja komplett aus.

Einfach nur: rumliegen und entschuldigt sein. Am liebsten hätte ich öfter mal so eine perfekte Entschuldigung fürs Nichtstun. Denn am Ende macht man ja doch die ganze Zeit was: für die Arbeit, für den Kleinen Mann, für den Haushalt. Für die Partnerschaft, fürs unbezahlte Hobby/Herzensarbeit. Beim OHNE Entschuldigung irgendwo rumsitzen würde ich mich fast schuldig fühlen. All die Ansagen, dass man sich auch mal ausruhen muss, stimmen natürlich, aber es fällt mir immer schwerer sie umzusetzen. Bin ich als Mama nicht verpflichtet IMMER dazusein, was zu machen oder anzubieten? Egal wie sehr ich diese Haltung eigentlich ablehne, ganz tief drin funktioniert sie eben doch. Sozialisation (oder ist es En-Gendering?), oh Wunderwerk der Psychologie! JETZT bin ich jedenfalls mal entschuldigt. Ich bin kra-hank! Darf nix machen! Nächste Woche gehts ja wieder weiter. Dann mach ich mir auch wieder Gedanken darüber, ob ich meine blöde Sozialisierung irgendwann mal aus- oder wenigstens mal hin und wieder abschalten kann. Braucht man dazu eigentlich einen Psychologen oder kann man sowas auch alleine schaffen?

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