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Powermamas

März 30, 2011

Powermamas holen ihre Kinder vom Kindergarten ab, sobald und so oft sie können. Sie brennen darauf, Zeit mit den Kindern zu verbringen, vorzugsweise im Museum, im Zoo, beim Mutter-Kind-Yoga (wahlweise: -schwimmen, -turnen, -reiten), beim Legoland, sie sind immer mit auf dem Spielplatz, haben Brötchen, Äpfel und was zu Trinken dabei (biologisch angebaut) und sind sowieso immer und überall mit da.

Was sie offenbar nicht tun, ist: was alleine tun. Sie gehen nicht mal alleine noch ne Runde spazieren zwischen Arbeit und Abholen aus dem Kindergarten. Noch viel weniger freuen sie sich wenn sie ihr Kind mal ein Wochenende zu Oma & Opa bringen.Kaum haben sie mal einen Tag frei, erklären sie mir, dass sie diesen Tag natürlich mit ihrem Kind/Kindern zu Hause verbringen!

Manchmal scheine ich überall von Powermamas umgeben zu sein. Wahnsinn, wie machen die das nur? Sie sehen gut aus, sind glücklich wenn auch etwas dünn und brennen vor Unternehmungslust. Ich würde am Abend/Wochenende/wann-auch-immer-freie-Zeit-ist aufs Bett fallen und erstmal ne Runde ausschlafen. Und das, obwohl unser Kleiner Mann immer ganz gut schläft, kein Schreikind war und prinzipiell ein recht ruhiger Kandidat ist. Nichtsdestotrotz braucht er immer unseren Rückhalt, unsere Liebe, und unsere Konsequenz und Erklärungen. Jeden Tag, den ganzen Tag, von 6 Uhr früh bis 19.30 Uhr abends. Er braucht Einfühlsamkeit, etwas Strenge, Geduld, Liebe, Liebe, Liebe und viel Yogazustand (s.a. Post „Yogazustand“….). Und ICH brauche dafür auch mal ne Pause.

Wie machen das Powermamas, haben die heimlich irgendwo ne Nanny versteckt, die die Kinder zwischendurch mal entführt und der Powermama einen ruhigen Nachmittag beschert, so zwischen Superberuf/erfolgreicher Selbständigkeit und Kinderbetreuung? Den verbringt die Powermama – meine Vermutung – dann allerdings wohl auch im Fitnesstudio, beim Friseur/Nagelstudio oder im Sportkurs.

Oder – der Vorschlag eines Freundes – tun sie nur so, als wären solche Übermenschen und ich falle darauf rein? Sinken sie auch abends aufs Bett und ziehen sich dicke Socken an und gucken fern? Schwer vorstellbar, aber vielleicht lasse ich mich auch einfach von dieser ganzen Energie verunsichern. ICH ziehe jedenfalls heute abend dicke Socken an, sobald der Kleine Mann im Bett ist und alle Schlaflieder gesungen sind. Dann setze ich mich aufs Bett und gucke irgendwas nicht anspruchvolles. Und versuche, nichtdaran zu denken, was eine energetische Powermama in diesen freien Stunden am Abend noch alles schaffen würde…..

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2 Kommentare leave one →
  1. Mai 28, 2011 8:01 pm

    *kicher* – ich glaube ja, diese Mütter sind Konstrukte ihrer eigenen Wunschvorstellungen. Ich habe da auch irgendwann mal was drüber geschrieben. http://patricia.laocoon.de/2011/01/19/marianne-mustermutti/

    (Spazierengehen vorm Abholen der Kinder ist ne ganz famose Sache – unser Kiga liegt auch mitten im Grünen … Außerdem kann man gar keine gute Mutter sein, wenn man komplett mit den Kindeleins verwächst …)

    Liebe Grüße,
    Patricia

    • Mai 31, 2011 8:58 am

      Ich glaube, wir alle sind irgendwie Konstrukte unserer Wünsche, und wenn wir schreiben, dann noch viel mehr! Insofern fand ich Ihren Blog darüber auch sehr spannend…. genauso geht´s mir, wenn ich mir hier so manche Blogs anschaue…. Kugelbäuche, süße Babies, „alles supi“.
      Halleluja! Sehr schön dazu ist auch der Blog der „Fuckermothers“.

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