Skip to content

Denkpause „in Familie“

April 6, 2011

Die letzten Abende war ich sehr spät zu Hause – viel zu tun im Büro! Und auch mal wieder Freunde treffen….. Der Kleine Mann, den habe ich nur zum Früstück gesehen und dann nachts nochmal im Bett. Aber da ist er ja schon im Traumland, also süß anzusehen und ohne jegliche „Möchte JETZT aber…..“-Aussagen. Es passiert etwas, was seit Jahren nicht mehr war: ich fahre alleine zur Arbeit und wieder zurück, Herr Mama007 und der Kleine Mann fahren zusammen in den Kindergarten. Mit dem Fahrrad, große Sache!

Im ÖPNV habe ich Zeit, ein Buch zu lesen oder aus dem Fenster zu gucken. Oder einfach nur vor mich hinzustarren weil der Tag so anstrengend war. Ich kann in normalem Tempo laufen und muss nicht ständig die Augen vorne, hinten und 360 ° haben, weil der Kleine Mann ständig um mich herum wuselt. Der Satz: „Und fahr bitte GERADEAUS !!!!!“ ist gestrichen, denn kein kleiner Laufradfahrer beansprucht meine Konzentration.

Komisch, so alleine. Oh Gott, wie wird das erst, wenn er in die Schule kommt? Heute morgen habe ich bemerkt, dass ich mich verzweifelt gefragt habe wie es wohl meinen Lieblingserzieherinnen im Kindergarten geht – ich hab sie schon 2 Wochen nicht mehr gesehen. Kindergarten-Entzugserscheinungen! Das muss sich ändern, Schluss mit „Fahr du ihn mal hin“. Ich leide tatsächlich und etwas unerwartet nach nur wenigen Tagen an Kindesentzug auf dem Weg zur Arbeit. Irgendwie wird man tatsächlich in diesen Elternjahren zu einer seltsamen mehrkörprigen Einheit, zu einer Art verknotetem Subjekt aus drei unterschiedlichen Charakteren. Irgendwann verschwinden einige der charakteristischen Eigenschaften, die man immer bei sich und den anderen kannte, dafür kommen andere nach oben…. Natürlich bleibt man auch man selber, aber auf einer bestimmten Ebene bin ich eben IMMER als Mama unterwegs, selbst wenn ich alleine bin (á la: isser gut/warm/luftig/whatever angezogen, reicht ein Mützchen, ist die Sonnencreme dabei, was bring ich ihm nachmittags mit, haben wir noch genug Joghurt zuhause, ist die Wasserflasche voll, sollen wir mal wieder ein neues Buch besorgen, sollen wir wen am Wochenende besuchen und was sollte ich dafür noch regeln?).

Als wir den Kleinen Mann das erste Mal bei den Großeltern „geparkt“ hatten, da waren wir plötzlich so alleine…. es hat einige Stunden gedauert, um damit klarzukommen. Das Zimmer war so leer – keine Ansprüche, kein Kümmern, keine ständige Verfügbarkeit. Einfach nur: das machen wozu man gerade Lust hat. Einfach so. Und natürlich: alle letzten Tage und Erfahrungen mit dem Kleinen Mann noch mal zu zweit Revue passieren lassen. Im Prinzip ist man eben auch da nicht alleine oder zu zweit, sondern eben: zu dritt, in Familie.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: