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Life´s a bitch…

April 19, 2011

Regeln: alles voller Regeln.

„Setz dich beim Essen richtig hin, sonst fällst du runter“, „Die Schokolade essen wir am Tisch – jaaaaa, sonst kleckert die auf den Fußboden und dann hat man sie an den Strümpfen!“, Vor dem Schlafen muss man Pullern und Zähneputzen“, „Haarewaschen ist wichtig, sonst riecht man häßlich“, „Guck geradeaus beim Laufen“, „Sei vorsichtig am Bahnsteig, du weißt ja, der Zug….“ –  es ist ja alles voller Regeln. Manchmal stelle ich mir vor, wie das so ist für den Kleinen Mann. Es fängt schon beim Frühstück an:

„Pass auf mit dem Kakao, nicht kleckern!“

„NEIN mit dem Messer wird nicht gespielt!“
NEIN, MIT DEM MESSER WIRD NICHT GESPIELT!“

„Iss mal noch was von deinem Brot!!“

„Pass mit dem Kakao auf!“

„Ja, Abschneiden ist super, aber nicht so ein großes Stück!“ (der Kleine Mann wollte gerade den Käse in 2 Riesenstücke teilen und eins davon „ohne Brot“ essen)

„Nein, nicht mit dem Ärmel den Mund abwischen, wo ist dein Tuch?“

„Nein, WO ist dein Tuch?“

„Pass mit dem Kakao auf!“

So geht das dann auch weiter.

Er lässt sich da nie verdrießen sondern erzählt zwischendurch vom Kindergarten und von den Dingen die vor dem Fenster passieren und warum welche Feuerwehrleute welchen Einsatz machen müssen. Nur wir ärgern ihn ständig mit den Regeln des Lebens.

„Mit der Zahnbürste wird NICHT das Waschbecken geputzt…. Kleiner Mann? Mit der Zahnbürste nicht das Waschbecken….“—– „Nein, auch nicht die Nase damit putzen!“

Mann, das muss wirklich anstrengend sein für ihn. Armer kleiner Kerl. Manchmal würde ich am liebsten rausgehen und denken, lass gut sein. Aber ich kann das einfach nicht sehen, wenn er mit der Zahnbürste das Waschbecken putzt (Regeln wie „Geh nicht so nah an die Straße“ sind ja eher selbsterklärend)! Das Abstruse daran ist, wenn man mal was „außer der Reihe“ macht, also zum Beispiel Zähneputzen ohne vorheriges Frühstück, dann erklärt der Kleine Mann einem in einer Tour die Regeln, wie „Nach dem Schlafen erst Pullern, dann Zähneputzen! Mama, nach Aufwachen erst pullern….!“, eine Regel die er selbst eigentlich nie befolgt. Nach dem Schlafen wird nämlich bei ihm erst mal gekuschelt, dann gespielt, dann vorgelesen und dann, möglicherweise, auch mal gepullert. Aber wie gesagt, macht man mal was außer der Reihe….

Auch wenn wir mal woanders sind und sehen dass es Kinder gibt, die keine Regeln kennen außer der, dass man machen kann wie man lustig ist, dann denke ich, dass es die Mühe lohnt. Und schiebe die Gedanken daran, dass es so kinder-einengend ist, wirklich weit weg. Manchmal kann ich die Eltern der 60er und 70er verstehen, die ja (angeblich?!) so viel Wert auf antiautoritäre Erziehung gelegt haben. Man fühlt sich manchmal wie ein Monster, wenn man ständig Regeln aufstellt, durchzieht und auf ihnen besteht. Hm. Ich werds wohl trotzdem weiter tun….

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4 Kommentare leave one →
  1. Pfiffika permalink
    April 27, 2011 10:00 am

    *g*
    Unser Zickenkampfgeschwader ist jetzt 8 und 10 Jahre alt und ich kann Ihnen versichern, dass es sich lohnt, Regeln aufzustellen, sie durchzuhalten und dabei zu bleiben:

    „Gegessen und getrunken wird nur am Tisch“ , „Nimm nur ein Stück, du kannst nachnehmen“, „Händewaschen vorm Essen“ (auch heute noch Thema!) etc…
    Ach ja, rumfuchteln am Tisch und dabei ein Glas umwerfen ist reduziert auf einmal im Monat 😉
    LG, Pfiffika

    • April 27, 2011 10:07 am

      Oh danke! Das ist sooooo beruhigend. Manchmal komme ich mir schon als Einzelkämpferin vor (also zusammen mit Herrn Mama007 und der Familie). Besonders bei der 10. Wiederholung fühlt man sich irgendwann wie blöd. Es bringt also doch was!
      Lg, Mama007

      • Pfiffika permalink
        April 28, 2011 7:27 pm

        Ja, ja und nochmals ja! 🙂

  2. April 28, 2011 11:10 am

    Oh ja, ich bin oft selber erschrocken über mein maßregeln und eie Frolleins tun mir fast ein bißl leid, manchmal ist esmir auch zu anstrengend, aber ich versuche konsequent zu sein. Jettzt hören wir großen auch schon öfter von den kleinen, das wir uns an eine Regel nciht gehalten haben. Dann freu ich mich innerlich, jepp, das sitzt!“!

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