Skip to content

Gefahrenzone

Mai 4, 2011

Wir wohnen im Mietshaus ganz oben. Ja, ich meine gaaaanz oben. Unterm Dach. Es sind genau 110 Stufen, die der Kleine Mann jeden Abend nehmen muss. Über die Sondersituationen, die von Zeit zu Zeit und früher regelmäßig auf der Treppe ausbrachen, da schweigen wir nun mal lieber drüber. Mittlerweile läuft er fast ganz alleine die Treppen hoch. „Mama, kann schon alleine!“

Wenn er sehr müde ist, dann soll ich ihn tragen: „Bis zweite Fenster!“ – bis ans große zweite Flurfenster im 2. Stock. Damit ichs nicht so schwer habe, nimmt er mir dafür die Tüte ab, oder die Fahrradhelme oder die Post und hält sie in der Hand. Um mir gleich klarzumache, dass dieses Trage-Arrangement auch für mich vorteilhaft ist, sagt er dann: „Mama, ich trage Post – du kannst mich auf Arm nehme, aber nur bis zweite Fenster. Dann laufe alleine bis oben!“. Wenn wir Post rausnehmen, darf er immer die Werbung in die große Papiertonne werfen: „Mama, musse man immer wegwerfe! Ist Müll! Nicht auf Boden werfen, das nich so gut!“

Und erklärt mir oben angekommen ganz ernst:

„Mama, wenn man hier Kopf durch macht (unter dem Geländer), dann falle runter. Dann ganz große Beule, da hinten an Kopf. Macht ganz dolle aua.“ – Pause- „Das is´ nich so gut!“.

„Genau, Kleiner Mann, das wäre nicht gut…“

„Ja, muss man aufpassen, nicht Kopf durch mache, nicht runterfalle!“.

Jaaaa, mit Gefahrenzonen kennt er sich super aus. Und im Treppenhaus trifft man immer wieder interessante Leute: Nachbarn, die „Hallo!“ rufen oder uns völlig Unbekannte, die der Kleine Mann ebenfalls freundlich „Hallo!!“ begrüßt. Grüßen die zurück, ruft er gleich nochmal: „Hallo!!!!!“ und freut sich. Dann kommt immer die gleiche Frage:
„Mama, wo gehen die hin? Mama, wo gehen hin?“

„Tja, vielleicht spazieren?“
„Oder in Ressorang?“

„Vielleicht auch ins Restaurant!“

„Oder auf Spillplatz? ….. Oder einkaufen?“

Es läßt sich super darüber spekulieren was unsere Nachbarn draußen so treiben. Aber wir müssen uns ja darum kümmern, dass wir nicht die Treppe runterfallen – „Huch, hab estolpert!“ – . Oder das Laufrad gut unterm Arm haben, 5 Stockwerke hoch und runter.

„Mama, kann auch schon festhalte, bin schon große Junge. Halte hier fest, ja? Am Sitz! Kann auch alleine hochtrage!“ – keuch, schnauf, 5 Stufen weiter oben, leise: „Mama, kannst du helfe?“.

Klar kann ich. Kann ich doch immer.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: