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Bereit für die Schule? (2. Teil)

Mai 18, 2011

Erinnert sich noch jemand an die Rastafari-Frau vom Spielplatz die mir geraten hatte, mich nun aber fix um die Grundschule für den Kleinen Mann zu kümmern? Nachdem auch die Kindergärtnerin meines Vertrauens diesen Pessimismus bestätigt hatte, habe ich tatsächlich versucht, mal die Schule anzurufen.

Ja, ich gestehe, irgendwann hatte ich mal (ja, heimlich! ist ja doch peinlich, ich meine, der Kleine Mann ist 3!) geschaut, was es so für Schulen in der Nähe gibt. Und da eine passende zweisprachige Schule direkt 3 Straßen weiter liegt, würde das doch passen! Betreuung bis in den Nachmittag, eigene Küche, AG´s noch und nöcher. Na denn! Also angerufen. Die gute Nachricht: Nein, es gibt keinen Zwang sich auf eine Liste zu setzen oder das Kind auf einen schuleigenen Kindergarten zu entsenden, damit es dann auch mal auf genau diese Schule darf.

Aber: Es wäre schon ganz gut wenn Ihr Kind einen zweisprachigen Kindergarten besucht, denn es gibt eine Sprachprüfung! – Tja, also das Kind wächst zweisprachig auf, aber haben Sie eine Ahnung wieviele zweisprachige Kindergärten ab dem 1. Lebensjahr es gibt? Genau, keinen einzigen. Wenn man möchte, kann das Kind einen Kinderladen besuchen – ab dem 3. Lebensjahr. Ich nehme doch den Kleinen Mann jetzt nicht aus seinem Superkindergarten, den er seit über 2 Jahren liebt und wo all seine Kumpels sind und setze ihn in einen zweifelhaften zweisprachigen Kinderladen! Nö. Meine Chance, mit dem Kleinen Mann einfach 3 Jahre zuhause zu bleiben und ihn dort zu fördern bis er in den zweisprachigen Kinderladen kommt, hab ich ja eh schon vergeigt.

Irgendwie nervt mich diese Schulplanerei jetzt schon. Wenn man sich etwas wünscht, muss man praktisch ab der Schwangerschaft schon alle Weichen stellen. Ich glaube, das liegt mir nicht, ich finds furchtbar, dem Kind schon mit 3 eine Violine in die Hand zu drücken, es mit 8 Monaten zu einem Konzert oder in die Oper mitzuschleppen (Zitat aus dem Büro: „Wissen Sie, Karl reagiert immer so positiv auf Musik!“) oder es mit 2 1/2 in den Sportverein zu sperren. Bestimmt machen die Eltern das alles mit den besten Absichten, aber mir ist es suspekt. Manchmal denke ich auch: verbauen wir ihm was damit? Muss man nicht manchmal auch was anschieben? Was durchhalten? Soviele Leute machen das mit ihren Kindern: Ballett, Musikschule mit 3 Jahren, Sprachkurse mit 2 Jahren. Natürlich alles ganz spielerisch, ohne Zwang! „Wissen Sie, das Zeitfenster für Sprachen….“, „… mit Ballett muss man schon ganz früh…..“ – ja, ich weiß. Ich hab die schlauen Artikel auch gelesen.

Und ich glaube weder an das Argument, dass ein Zweijähriger nicht auch ohne Sprachkurs genug ausgelastet ist mit dem Entdecken der Großen Welt („Wissen Sie, der Georg, der braucht noch ne zusätzliche Herausforderung!„), noch glaube ich, dass es unabdingbar ist, Begabungen auf Teufel komm raus auszubauen – wenn sie denn überhaupt in dem Alter erkennbar sein sollten.

Eigentlich ist es mir von Herzen lieb wenn er einfach nur Sandburgen baut, ohne Zwang auf dem Klavier von Oma rumfummelt oder vor sich hinsingt und mit Herrn Mama007 zielsicher in der Küche Fußball spielt. Und im Prinzip alles liebt was Räder hat. Ich glaube, das reicht momentan. Nein, wir brauchen keinen Sportverein oder musikalische Ganzfrüherziehung. Für mich fällt das in die Kategorie: ich beschalle mein Kind mit englischen Sprach-CD´s noch während es im Bauch steckt. Oder spiele ihm dort extra klassische Musik vor. Es könnte ja was verpassen, die Weichen könnten falsch oder gar nicht gestellt werden! Man könnte ihm ja was verbauen, irgendwelche Anlagen nicht früh genug fördern.

Elternsein ist manchmal echt anstrengend. Deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass es im Zweifelsfall noch andere Schulen gibt und man auch so zweisprachig werden kann. Hab ich mir zumindest sagen lassen.

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4 Kommentare leave one →
  1. Mai 19, 2011 10:23 am

    Stimmt, ich wollte mich ja auch langsam mal wg. Schule erkundigen… Danke fuer die Erinnerung ^^

    • Mai 19, 2011 10:46 am

      Na, gerne geschehen! Mit 1 Jahr und 3 Monaten sollte man sich wirklich mal langsam bemühen, liebe Maracaya! Dass da bloß nix anbrennt bei dem halben Griechen!

  2. Mai 19, 2011 1:06 pm

    Dann guck ich auch mal schnell nach Schule und superduberzweisprachigem Kindergarten, immerhin plane ich dieses Jahr noch schwanger zu werden!

    Verrückte Welt.

    • Mai 19, 2011 1:10 pm

      Ja, liebe Blumenpost, nachdem wir es gewagt hatten im Ausland schwanger zu werden, und uns NICHT im 5. Schwangerschaftsmonat im Kindergarten unseres Vertrauens anzumelden und das Ganze gar bis zum 8. Monat NACH der Geburt schleifen zu lassen weil wir nochg ar nicht wussten wo wir leben würden: also, ich kann da nur raten, dass man es frühzeitig macht. Und auch gleich die Englisch-CD´s dazukaufen! Ganz wichtig! Am Ende will dein zweisprachiger Kindergarten nämlich den NAchweis, dass dein EInjähriges Krippenkind auch ernsthafgt zweisprachig ist…..
      Ehrlich, das ist doch alles ziemlich wild!

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