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Guten Abend, gute Nacht….

Mai 25, 2011

Sommerzeit ist anstrengend. Es ist mittlerweile erst um halb 10 dunkel und der Kleine Mann hat arge Verwirrung damit, dass es noch sooooo hell ist, wenn er ins Bett soll. Meine Erziehungsprinzipien leiden und Wankelmut macht sich breit. Und ja: ich weiß, ist alles kulturell. Woanders…. in den südlichen Ländern, guck mal bei den Migranten…. Integration der Kinder…. keine Trennung zwischen Kind und Eltern…. etc.etc. Hier gehts aber um mein Kind. Deutschland. 2011. Ich will mich nicht nach anderen Ländern richten, und auch nicht nach soziologisch-ethnologischen Studien. Zumal ich aus eigener Erfahrung weiß, dass die „südländischen“ Eltern auch nicht immer automatisch begeistert sind, wenn das Kind erst mit ihnen um Mitternacht ins Bett will. Ja, das kann ich gerne anhand empirischer Daten belegen. Danke.

Also, zurück zum Thema: Obwohl wir die Zubettgehzeit mittlerweile nach hinten verlegt haben, steht der Kleine Mann noch 4 Mal bei uns und sagt: „Will was trinken!„, „Möchte dass du auch bei mir schläfst„, „Möchte Tür auflassen“ oder „Muss pullern!“. Irgendwas is´immer…. gestern fiel ihm um 21.03 Uhr ein, dass er noch dringend das gelbe Einwickelpapier aus dem Wohnzimmer brauchte.Ich bemühe mich ja wirklich um liebevolles Wieder-Ins-Bett-Bringen, aber da fragte ich doch etwas fassungslos: „Wofür brauchst du jetzt gelbes Einwickelpapier?!“ – „Will ich für morgen früh!“. Das war dann aber auch das letzte Aufbäumen. Drei Minuten später hörte ich es friedlich schnaufen aus dem Bettchen. Zumindest für diesen Abend.

Mittlerweile darf er ja sogar schon seine Feuerwehr mit ins Bett nehmen und alle 5 Minuten hört man die Sirene aus dem Kinderzimmer. Alles OK, es geht ja darum, dass er im Bett ist und so langsam Abendstimmung einkehrt. Gegen 9 wirds stiller, dann ganz still…. nu sage mir mal einer: soll der Kleine Mann dann eben einfach solange spielen dürfen, wenn er nicht schlafen kann? Ich meine, so richtig, ohne Gardinen zu und Schlafanzug an? Und dann eben erst um 9 ins Bett? Hej, der Abend ist die einzige Zeit, in der man mal erwachsen sein kann und ungestört miteinander reden darf, auch über den Kleinen Mann, der ja sonst immer alles mitkriegt. Außerdem möchte ich auch irgendwann mal Feierabend haben, und damit meine ich: einfach mal völlig loslassen. Aber es tut mir auch leid wenn er sich da immer wieder wünscht, dass ich oder Herr Mama007 mit bei ihm schlafen, sozusagen aus Solidarität, wie beim Mittagsschlaf!

Mutterliebe, Verständnis und Egoismus diskutieren heftig miteinander. Ich finde, Kinder müssen nicht erst um 9 ins Bett.-Aber wenn er doch so süß fragt….- Nein! – Der arme Kleine, der tut mir leid…. – Ich will mich auch mal ausruhen! – Ohhhhh! – Kinder können ruhig auch verstehen, dass es unterschiedliche Zeiten für Eltern und Kleine Männer gibt! –  so geht dass dann ewig hin und her. Am Ende bin ich grausam weil ich den Kleinen Mann so früh ins Bett stecke? Und verursache ihm irgendeines dieser ständig genannten Traumata? Allerdings wäre ich dann auch geschädigt, ich kann mich noch gut an die kleinen Ewigkeiten in meinem Kinderzimmer erinnern, wenn die Abendsonne durch orangerote Vorhänge schien. Ich glaube, ich bin nicht geschädigt. Das ist doch schon mal ein gutes Vorzeichen…..

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11 Kommentare leave one →
  1. Mai 25, 2011 10:05 am

    Ich kann mich an viele Naechte in meinem Bett mit der Taschenlampe unter der Decke am Buecherlesen erinnern. Kinder regulieren sich ihre Schlafenszeit selber, mir faellt immer weder auf, dass man leider keine 12 Stunden Schlaf erzwingen kann, wenn das Kind nur 10 Stunden braucht.

    Der halbe Grieche geht spaet ins Bett (so gegen 10 oder 11), weil ich panische Angst habe, dass er sonst auf die Idee kommt, morgens schon um 6 oder 7 wach zu sein. Dann soll er lieber abends noch rumwuseln bis er halt muede ist, das ist mir persoenlich (momentan noch) wichtiger als Kinderfreizeit ab 9 (so beschraenken sich die Erwachsenenstunden halt auf die Zeit zwischen 22 und 0 Uhr).

    Auf Dauer (ok, manchmal auch jetzt schon) wird mir das aber bestimmt auch irgendwann auf den Keks gehen, und dann muss er auch frueher ins Bett. Wenn er dann da noch nicht gleich schlafen will – auch ok. Aber ab einem bestimmten alter kann man doch verlangen, dass die einen irgendwann auch mal in Ruhe lassen. (bis dahin muss ich mich aber noch ne ganze Weile gedulden)

    • Mai 25, 2011 10:11 am

      Liebe Maracaya,
      die Sache ist ja: der Kleine Mann muss sehr wohl um halb 7 aufstehen! Das schafft er natürlich nicht, wenn er erst um 9 einschlafen kann. Also liegt er morgens übel gelaunt im Bettchen und sagt (Ironie des Schicksals): „Will noch schlafen…..“. Nur, dass ich da nix mehr machen kann. Kita und Büro warten leider nicht!
      Aber doof fühlt man sich ja trotzdem.

      • M.-K. permalink
        Mai 25, 2011 2:39 pm

        Hallo Mama007, ich bin mir ziemlich sicher, dass der kleine Mann dadurch kein Trauma erleidet! Die Begriffe der Traumata sind in der Gesellschaft fast schon inflationär im Sprachgebrauch, wirkliche Traumata entstehen aber bei ganz anderen, wirklich schwerwiegenden Erlebnissen.
        Oder habe ich die Ironie überlesen? 😉 Nun denn, auch dann stehe ich zu dem Geschriebenen. 🙂 Ich wünsche Ihnen eine gute Erwachsenenzeit, heute, ist ja nicht mehr soo lange hin.

      • Mai 25, 2011 3:43 pm

        Hallo M.-K.,
        ja, ich verwende „Traumata“ meist ironisch. Aber wie Sie sagen: heutzutage könnte man glauben, man traumatisiert sein Kind mit allem. Und, ganz ehrlich: wenn man das so oft hört, dann zweifelt man manchmal auch an den normalsten Dingen und fragt sich ob nicht alles ganz falsch ist und das Kind später irgendwas davonträgt.
        Das will natürlich niemand….

  2. Mai 25, 2011 6:31 pm

    Dann will ich mal auch was sagen und mich so als stille Leserin outen 😉

    Die Frage ist ja: möchtest Du jeden Tag diskutieren, dass jetzt _eigentlich_ Schlafenszeit ist und man ja auch morgen noch spielen kann!? Und warum das gelbe Einwickelpapier schon abends geholt, aber erst am nächsten Morgen gebraucht wird?!
    Ich habe festgestellt, dass sich manche Dinge von selbst regulieren. Auch die Schlafenszeit zur Sommerzeit 🙂

    Und egal, ob es bei den Nachbarn so oder ganz anders gemacht wird oder Du vll schief angesehen wirst, wenn Du Dein Kind bis 9 spielen lässt… letztendlich geht es dabei um Eure ganz persönliche private Welt. Und da solltet ihr so entscheiden, wie es für Euch am Besten ist!
    Und wenn die Zeit zum Privatisieren reicht, dann ist doch alles okay

    Ich hoffe, ich hab jetzt nicht irgendwie am Thema vorbeigeschrieben.. Ansonsten schiebe ich es ganz dreist auf meinen chronischen Schlafmangel 😉

    LG
    Nike

    • Mai 25, 2011 6:50 pm

      Liebe Frau Nike,
      ich sehe ganz egoistisch, dass ich ein bisschen Zeit abends für mich brauche. Ich bin ein Frühschläfer – d.h. geht das Kind um 9 ins Bett, falle ich gleich hinterdrein. Andererseits möchte ich auch ein bisschen Zeit für Herrn Mama007 und mich, auch ganz egoistisch. Falle ich also um 9 ins Bett, mit Kind, dann ist die private Zeit absolut vorbei. Und v.a. aus dem Grund möchte ich eigentlich, dass der Kleine Mann sich schon so ab 8 einfach „im Bett“ ausruht, zumal er selbst oft schon um halb 8 sagt, er sei müde. Und das freiwillig! Ist schon verzwickt… und es ist auch so, dass ich eher deshalb schief angeguckt werde WEIL unser Kind schon um 8 (oder früher) im Bett ist. Alle anderen sind nämlich bis mindestens um 9 unterwegs. Soviel Energie will ich auch mal!

      • Mai 27, 2011 6:38 pm

        Ja, manchmal gibt es bei uns auch solchr Blicke. Allerdings meistens dann, wenn wir von unserer Struktur abrücken wollen, auch dann nicht, wenn der Oma unter der Woche einfällt, um sechs zum Geburtstagsessen zu laden. Ab sechs ist hier chillen: Essen, langsam runterkommen, Bett anpeilen. Irgendwie hat sich alles eingependelt, Ausnahmen bestätigen selbstverfreilich die Regel (Geburtstagsessen, Sie wissen…) Demnach haben wir meistens mindestens noch zwei Stunden Erwachsenenzeit…
        Die wünsche ich Dir natürlich auch, jeden Abend 😉 Versuch es so „hinzubiegen“, wie es sich für Euch alle am stressfreisten funktioniert 🙂

  3. Mai 25, 2011 8:18 pm

    Meine Frolleins sind auch um 8 im Bett, die müssen morgens auch raus und sind sonst müde. Und auch wir brauchen mal unsere Erwachsenenzeit. Ich finde das ganz normal und gut. Habe erst vor einer Woche in einem Blog gelesen, wie die Italiener die Deutsche Familie beneideten, die dort obwohl schon seit Jahren lebend, ohne Kinder mal essen gehen, ins Kino oder abends ein Buch lesen. Selbst die italienische Babysitterin fand es toll, bei dieser Famile abends zu sein. Guter Job, schlafende Kinder zu bewachen. Und den finde ich auch gut, genau so. Wir haben auch immer mal Phasen, mit schlechterem oder besserem Einschlafen. Die große kriegt das mit 5 schon gut alleine hin, die kleine revolutiniert gerade ein bißchen rum, hatten wir aber auch beim großen Frollein und das ging vorbei. Ich denke, ihr macht das schon gut so! Ich verlasse spätestens 20.15 das Etablissment und kurze Zeit später ist dort auch Ruhe. Am WE auch mal ne halbe Stunde später. Wenn wir mal bei Fruenden mit Kindern sind, reizen wir es aber (selten, vielleicht alle 2 -3 Monate) mal aus und bleiben, bis die Frolleins totmüde sind. Die schlafen dann am nächsten Morgen länger und wir hatten alle zusammen mal einen schönen Abend. So kennen sie die Regel und die seltene Ausnahme bei der Party und genießen die dann auch.

    Lg, Sabine

  4. Pfiffika permalink
    Mai 27, 2011 8:13 pm

    Wir sind Rabeneltern!
    Wir halten 20 Uhr für eine angemessene Zeit für unsere Kinder, um ins Bett zu gehen.
    Sie müssen um 6 bzw 6.30 morgens aufstehen, um sich in Ruhe für die Schule fertig zu machen und unsere Tage laufen damit im Großen und Ganzen sehr rund.
    Wer um 20 Uhr noch nicht schlafen kann, kann gerne noch lesen, aber dann bitte im Bett.
    Rabenelternvater und Rabenelternmutter möchten auch gerne mal miteinander ein Wort wechseln oder ihren Hobbies nachgehen, „Feierabend“ haben oder auch mal früh zu Bett gehen dürfen.
    Um diese Jahreszeit fällt diese Disziplin schwer, aber die Folge wäre, dass der nächste Tag keine schöner sein würde…
    Freitags lassen wir allerdings die Zügel schleifen und grillen und springen Trampolin und machen Wasserschlachten und gucken zum 1299. Mal „Rossnarrisch“ oder irgendwelche anderen Pferdespringereien.
    Die Kinder sind gesund udn munter und befreundete Kinder finden es ok.

    • Mai 28, 2011 7:02 am

      Ich finde Ihre Zeiten durchaus angemessen, liebe Pfiffika! Wenn bei uns nächstes Jahr die Schule losgeht, werden wir uns sicherlich auch Ihren Zeiten annähern und die Zügel in die Hand nehmen 😉

      • Mai 28, 2011 7:40 am

        Uiuiui, Einschlafzeiten sind ja tatsächlich ein heißes Thema. Neuer Kommentarrekord! In den letzten Tagen hat es sich so eingebürgert, dass der Kleine Mann tatsächlich um 8 im Bett verschwindet. Er kommt auch nur noch einmal raus…. das ist schon OK. Am Wochenende kanns auch mal ein bisschen länger werden, aber so prinzipiell werde ich meinen Zweifeln Einhalt gebieten und 8 Uhr einfach mal so festhalten.
        Na denn!

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