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Kinderfrauen

Mai 28, 2011

Ja, ich meine ernsthaft Kinderfrauen. So wie in den Romanen aus dem 19. Jahrhundert. Oder russischen Biografien. Es gab auch mal ein Ostkinderbuch namens „Ljonka„, ich glaube, da ging es um die verschiedenen Revolutionen in Russland bis zur Oktoberrevolution. Da waren Kinderfrauen auch öfter präsent.

Und nun: es gibt sie in unserem Kindergarten. Richtige Kinderfrauen, die aus Osteuropa stammen. Ich musste erst zweimal nachfragen bevor ich es glauben konnte. Ältere Frauen und keine Aupairs, die mal was anderes sehen wollen als ihr Heimatland. Frauen ab 50, die die Kinder vor und nach dem Kindergarten betreuen weil die Eltern berufstätig sind. Also nicht so wie Mama007, nur 8 Stunden täglich, sondern wahrscheinlich 12 Stunden am Tag plus Wochenenden plus Dienstreisen. Irre. Ich frage mich, was macht so eine Kinderfrau, wenn sie mal nen schlechten Tag hat? Gibts dann Ärger mit dem Chef? Kann man immer so sein wie es sein sollte, wenn man täglich rund um die Uhr die Kinder fremder Eltern betreut? Ne Kindergärtnerin hat wenigstens normale (naja, mehr oder weniger normale) Arbeitszeiten.

Immerhin sind diese Kinderfrauen, wie gesagt, aus Osteuropa und ich nehme an, das hat seine Gründe. Ich war nämlich bei anderen Kindergartenmamas Zeugin einer ernsthaften und längeren Diskussion darüber, welche Aupairs die besten sind. Das Ende vom Lied: nehmen Sie keine Westeuropäerinnen, wenn Ihnen daran gelegen ist, dass die Aupairs auch ordentlich, viel und ohne zu murren arbeiten. Auch Südländer können von ihrer Arbeitsleistung her problematisch sein. Osteuropäerinnen sind definitiv vorzuziehen. Die darauf folgende Diskussion über die langen Beine mancher Aupairs möchte ich hier lieber nicht wiedergeben. Es ging, grob gesagt, um die dazugehörigen Papas und  warum die Mamas die Auswahl der Aupairs vornehmen. Den Rest verschweigt die Höflichkeit.

Vielleicht nehmen die entsprechenden Eltern dann doch lieber eine ältere freundliche Dame aus Osteuropa die mit den Kindern polnisch spricht. Vielleicht könnte das ja auch eine Arbeitsmarktlücke für deutsche Frauen sein: Kinderfrau bei sehr gut verdienenden Eltern. Am besten zweisprachig, nicht zu gutes Aussehen (siehe oben, denken Sie an Schwarzenegger!), Alter mindestens 50.Damit wäre doch mal was gegen die Rentendiskussion getan.

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One Comment leave one →
  1. August 11, 2011 9:03 pm

    Vielleicht haben diese Mamas und Papas (haben die meisten Kids ja auch ;)) aber auch einfach nur einen Beruf der mit normalen Kiga Zeiten nicht kompatibel ist. Ich spreche da leider aus leidvoller Erfahrung.

    Wir haben selbst 5 Jahre lang APs gehabt und es war für uns die einzige Möglichkeit beide berufstätig zu sein. Wie man aber ältere Frauen aus Osteuropa (abgesehen von den neuen EU Ländern) legal als Kinderfrau beschäftigen kann ist mir unbekannt. Da scheinst du aber besonders nette Mitmütter im Kiga zu haben 😉

    Nicht jede Familie die eine Kinderfrau hat ist so wie oben beschrieben, aber das hast du ja auch nicht gesagt. Seine Angestellten ausnutzen kann man immer egal ob jetzt AP, Putzhilfe oder Kinderfrau.

    Und zum Thema deutsche ältere Dame als Alternative. Wir haben das mehrmals versucht aber leider ohne Erfolg. Denn ein AP kann auch ziemliche Nebenwirkungen haben die man von außen so nicht sieht.

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