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Der Kiez.

Juni 4, 2011

Der Kiez ist laut. Er ist immer voll. Der Kiez ist in den letzten Jahren eine echte Touristenfalle geworden und voller Hundekacke ist er sowieso immer. Ich glaube, die Leute nehmen die Hundetütchen nicht für die Hundedinger, sondern für den Müll, zuhause. Deshalb heute mal ein Blogeintrag mit Foto, mit der meiner Meinung nach coolsten Aktion der letzten Jahre.



Der Kiez is dreckig, weshalb man morgens möglichst nicht vor 8 Uhr auf die Straße gehen sollte – danach ist die tägliche Sondersäuberungsaktion der Stadtreinigung nämlich durch. Vorher könnte man mit all den Scherben, Dönerpapierchen, Flyern, leeren Flaschen etc. glatt ein Museum füllen. Auf dem Spielplatz habe ich einem Krabbelbaby schon mal einen Kronkorken aus dem Mund gepuhlt – die Mütter waren mit Kaffeetrinken und Reden beschäftigt und konnten daher leider gerade nicht sehen, was das Kleine da im Mund hatte…. wahrscheinlich waren sie nicht aus dem Kiez, sonst wüssten sie was in unserem Buddelkastensand alles für Überraschungen warten. Halten wir ihnen das mal zugute. Andererseits ist der Kiezspielplatz immer so voll, dass ich mit den vergessenen Überresten der Kinderspielsachen im Buddelkasten ein Spielsachengeschäft aufmachen könnte wenn ich mich nur trauen würde, sie jeden Abend gegen 22.00 Uhr einfach einzusammeln.

Die Liegewiesen auf den Plätzen mühen sich redlich, aber das Gras kommt gegen hunderte Liegende täglich einfach nicht wirklich an. Der Kiez ist multikulturell und voller Punks, alteingesessenen Omis, Hausbesetzer, Handwerker, intellektueller und versoffener Hartz-4ler, zugezogener Wunderfamilien und Übermütter sowie Rastamamas mit Kindern in selbstgefilzten Bodies. Zwischen 7.oo und 19.00 Uhr besteht der Kiez nur aus Familien. Nach 19.00 Uhr besteht der Kiez nur hauptsächlich aus Sauftouristen.

Im Kiez wohnen Freunde und Bekannte und der Mann vom Eisladen („Der Eisladenmann“, wie ihn der Kleine Mann nennt) weiß schon was wir wollen. Die Frau aufm Markt denkt sich schon, dass ich wieder ihre Tomaten möchte. Wenn ich aus dem Kiez rausgehe, fühle ich mich etwas fremd in den saubereren, einfamilienhäuschentragenden Bezirken anderer Leute. Wenn wir zurückkommen begrüße ich die linken Parolen, Flugblätter, Plakate und den Müll mit einem gewissen Heimatgefühl.

Der Kiez ist so voll, dass der Kleine Mann am 1.Mai, als die Straßen geräumt waren, mit mir draussen stand und völlig perplex sagte: „Mama, wo sind alle Leute?? Mama, warum sind keine Autos da? Mama, wo sind alle hin?„. Das war der Moment in dem ich beschloß, dass der Urlaub in einem wenig besiedelten Gebiet stattfinden wird. Angeblich soll es ja keine Schäden verursachen, dass man ein Stadtkind ist. Ich bin selber aber keins und kann das noch nicht so sagen. Mal schauen, was der Kleine Mann draus macht….. die Diskussion zum Thema „Häuschen im Grünen vs. Wohnen in der Stadt“ ist eröffnet!

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One Comment leave one →
  1. Juni 6, 2011 8:30 am

    „Häuschen im Grünen vs. Wohnen in der Stadt“?

    Wir fahren das Modell halb&halb. Unter der Woche in der Stadt, weil es einfach praktischer ist. Die Fahrerei jeden Tag rein und raus wuerde pro Tag knappe zwei Stunden kosten – da ist uns unsere Freizeit einfach zu kostbar. Ausserdem schaetzen wir die ganzen Kneipen und Restaurants rundum, auch wenn wir natuerlich zur Zeit nicht so viel dazu kommen, die auch zu nutzen.

    Wir wohnen downtown gay city, da ist die Stadt noch einigermassen ruhig, auch wenn inzwischen mehr und mehr Touristen und gegelte neureiche Migranten mit dicken Autos die Fussgaengerzonen zuparken. Kieze oben genannter Art habe ich in Studentenzeiten mal bewohnt, inzwischen ertrage ich die ueberhaupt nichtmehr.
    Stadtspielplaetze meiden wir bislng, das ist mit dem kontaktfreudigen halben Griechen zu anstrengend. Der adoptiert sofort fremde Familien und klaut dann Coladosen, Aepfel und was er sonst so in fremden Taschen findet, oder er will bei den grossen junx mit Fussball spielen oder oder oder. Da das nicht jeder lustig findet, renne ich die ganze Zeit nur hinter ihm her und zerre ihn irgendwo weg. Macht also weder ihm noch mir Spass. Vielleicht, wenn er ein bisschen aelter ist.

    Am Wochenende draussen im Gruenen bei den Grosseltern. Glueckliches Kind dort, da kann er den ganzen Tag im Garten rumeiern und mit Wasser manschen und buddeln und im grossen und ganzen machen, was er will. Und ich als ausgewiesenes Landei kann das ganze Gruen geniessen.

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