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„Lebenslanges Lernen“!

Juni 9, 2011

Neulich war ich ja mal alleine unterwegs und hatte die Idee mir noch ne Zeitschrift für unterwegs zu holen. Also rein in den Zeitschriftenladen! Schon einen Meter hinter dem Eingang kamen die Kinderzeitschriften einem geradezu entgegen gesprungen, oder besser gesagt: Zeitschriften für Eltern, die ihren Kindern nur das Beste angedeihen lassen wollen.

Schule: Was sie leisten muss und kann“. „Lernen: warum Unterstützung so wichtig ist.“. „Die besten Lerntipps für Ihr Kind.„. Wir reden hier nicht über Kinder, die in der Schule sind. Es ging ernsthaft um Kinder ab 4 Jahren. Ich war leicht geschockt und bin wieder raus. Muss das denn alles sein? Kinder schon in dem Alter zu zwingen „nicht den Anschluss zu verlieren„?

Kurz darauf fand sich in der ZEIT ein langer Artikel über das Lernen am Gymnasium, der mich ernsthaft mitgenommen hat. Irgendwie war ich noch der Meinung, am Gymnasium muss man zwar viel tun, braucht aber nicht automatisch Nachhilfe oder ständig Lernen. Bei uns gings ja auch! Und eigentlich hatte ich doch ganz schön viel Freizeit für viel Lesen und im Park rumhocken, Briefe schreiben (jaja, damals….) und Musik hören. Jetzt mache ich mir doch etwas Gedanken und hoffe nur leise, dass vielleicht alles schon ganz anders ist, wenn der Kleine Mann mit einer weiterführenden Schule an der Reihe ist. Oder das wir alles so geregelt bekommen, dass der Kleine Mann nicht in die „das Kind muss in die Nachhilfe/Musikschule/Yogakurs/Schwimmhalle“-Maschinerie gerät. Ich glaube mir wärs wichtiger, er könnte einfach auch draußen rumfummeln und ein kleiner und dann größerer Junge sein. Ohne 10 Termine in der Woche und ohne jeden Tag stundenlanges Üben.

Lernt man denn nicht die wichtigsten Dinge nebenbei? Wie man sich ne Bude baut oder Tunnel im Sandkasten gräbt? Schmetterlinge fangen und über Gräben springen? Klar, man soll auch mal was durchhalten, keine Frage. Aber immer gleich so ein verplantes Leben wie die Tochter des ZEIT-Autors? Mit der Vorstellung könnte ich einfach nicht leben! Bei Freunden mit größeren Kindern sehe ich: zumindest in der Grundschule scheints noch zu klappen. Wie es danach wird… lassen wir uns überraschen.

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  1. Juni 9, 2011 8:47 am

    Oh ja, ich bin von diesem Förderwahn auch schockiert. Wir haben, da das hier in MD auch alles bezahlbar ist, uns entschieden, das unsere Kinder in eine Montessori-Grundschule sollen,. Sie sind dort schon im Kindergarten und wir finden es alle super. Und die 30 Euro mehr kriegen wir gut hin, das ist ja in anderen Städten krass teuer. Ich bin froh, da sich uns die Möglichkeit bietet bis zur 4. Klasse keine Noten, trotzdem kommen über 90% aufs Gymnasium und bis dahin gibt es wahrscheinlich auch eine Gesamtschule mit ansprechendem pädagogischem Konzpt, damit die Kids eben auch jene sein können, möglichst lange. Ich kenne Leute, die ihre Grundschüler schon mit Nachhilfe trietzen, mit English-Stunden, Nachillfe , Musik, …, damit die eineguten Start ins Leben haben, es auf dem Gymnasium leichter wird.Wie toll finde ich es, wenn meine Frolleins im Garten ein paar Schnecken sammeln, ihnen Blätter, Katzenfutter, Wasser, „Spielmöglichkeiten“ sammeln, in ein Schale legen, „Ambiente“schaffen, stundenlang. Am nächsten Tag sind die Schnecken weg und werden gesucht, schließlich mit Namen gerufen und gefunden, oder andere:-) Dazu fehlt vielen Kindern die Zeit. Und ich finde das soooo toll u(denke dabei an meine Kindheit) und auch wichtig. Wir hatten zwar auch mal eine Zeit lang einen Musiktermin pro Woche( Musi-und Tanz für Kinder), aber ich bin froh, das es den nicht mehr gibt. Schließlich arbeiten wir und die Kinder den ganzen Tag. Denn auch Kindergarten ist meines Erachtens ein 8 Stunden-Job . Dann ist es schön, nach Hause zu kommen und zu machen wozu man Lust hat. Später ja auch mal abhängen, oder…
    Der Stress, der Druck, usw. kommt noch früh genug. Und ich glaube, das die Kinder besser damit klar kommen, wenn sie einen Rückzugsort kennen, stark und kreativ sein können, in anders versinken und dabei „entspannen „.

    Lg, Sabine

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