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Luxus

Juni 28, 2011

Früher war das ja so: Bürotür zu, ab nach Hause, in den Sessel setzen (wahlweise Balkon) und erstmal bisschen lesen und nen Kaffee trinken. Wenn mir danach war, hockte ich mich um 19.00 Uhr mit ner Pizza vor den Fernseher und machte Feierabend. Wenn ich genügend entspannt hatte, konnte ich abends noch bisschen arbeiten und /oder kochen. Oder auch nicht. Zeit für die Herzensarbeit: blieb genug. Es gab ja auch noch Wochenenden, die man komplett am Schreibtisch verbringen konnte.

Heute: Bürotür zu, rüber zum Kindergarten, Kleinen Mann einsacken. Wenn alles gut geht und das Mitgebrachte recht ist (Lollis sind der Hit, Äpfel eher nicht), gehen wir voll guter Laune runter und fahren mit dem Fahrrad nach Hause. Der Kleine Mann singt hinten drauf.

Wenn der Tag nicht so gut ist und der Kleine Mann schon recht platt ist vom langen Kitatag und dementsprechend angeschlagen und ningelig, dann wird gemeckert und vielleicht sogar gebrüllt. Mißmutig hängt er hinten im Kindersitz. Halleluja.

Zuhause: regeln, regeln, Regeln. Manchmal nervt mich das, wenn das letzte Buch gerade so verlockend auf dem Tisch liegt und ich weiß: es dauert jetzt noch 2 Stunden, bis ich mich da mal mit hinsetzen darf. Vorher liegen ja noch an: zusammen essen, duschen, spielen, „Kleiner roter Traktor“-Gucken. Einiges davon mache ich gerne, manches so naja. Und, zugegeben, es wird natürlich auch immer entspannter, der Kleine Mann immer größer. Manchmal darf ich auch mal 10 Minuten alleine …. aber Tamar Venditti hat es neulich sehr schön beschrieben, lesen Sie einfach mal nach. Herzensarbeit, Lesen und so: is´nich.

Aber wenn er so einen richtig anstrengenden Tag hat, dann geht eben gar nix, weil es ständig heißt: „Mama, du sollst mit mir spielen“ und gleich anschließend: „Ich WILL nicht alleine spielen!“ . Uff. Das drückt einerseits auf das Mamagewissen, andererseits fühle ich mich etwas erpresst. Und das hebt auch nicht gerade meine Laune. Ich halte arg an mich, verdränge das Buch aus meinem Hirn, schiebe meinen Ruhewunsch gaaaaanz weit nach hinten und lege los.

Luxus ist dann: nach dem Ins-Bett-bringen das Buch nehmen und verschwinden. Auf dem Balkon zum Beispiel. Und den Kleinen Mann („Kann noch nicht schlafen!„) dreimal zwischendurch liebevoll wieder ins Bett zurückbringen….

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