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alte Paare

Juli 15, 2011

Sybille Berg wird ja immer wieder kontrovers diskutiert, aber einen ihrer Beiträge auf Spiegel Online fand ich gut. Ja, manche finden sie un-feministisch und manche zynisch. Aber hier, da hat sie so recht: Dieses absolute Streben nach Perfektion in der Beziehung….schwierig. Reden, Drama, Unternehmungen, alles hoch Zwei.

Ganz ehrlich: Alles ist viel einfacher geworden, seit ich mich entscheiden konnte, einer Beziehung, einer Familie und allen drei beteiligten Personen auch zuzugestehen, dass es hin und wieder langweilig, stressig oder „völlig normal“ sein kann. Also kein ständiges Entertainmentprogramm, sondern auch einfach mal: Ruhe. Nix sagen. Nix tun. Nix spielen. Einfach miteinander und umeinander sein.

Immer wieder haut´s mich vom Hocker wenn ich höre was andere alles mit ihren Kindern unternehmen. Am Wochenende nicht nur mal Spielplatz oder hin und wieder Museum oder Wald, sondern gleich: Konzert, Flohmarkt, Museum, Kinderbespaßung, Einkaufen, etc. Und das dann beinahe jedes freie Wochenende. Natürlich ist es schwer mal nichts zu tun, wenn man glaubt das Kind habe mehr Kontakt mit einem selber wenn man etwas zusammen unternimmt. Oder es sei glücklicher. Oder man schulde es den Kindern ständig was Tolles zu machen.

Aber warum muss eigentlich ständig etwas unternommen werden? Warum darf´s keine Highlights mehr geben sondern nur noch ein Dauerhoch? Das ist doch wie jeden Tag Eis: einfach langweilig. Oder so wie manche Kinder aus der Bekanntschaft, die mit 3 Jahren schon das Barbie-Familienhaus kriegen. Hej, lasst doch mal nach oben noch Luft! Einfach mal zuhause rumhocken und spielen. Kochen. Ein Filmchen gucken. Vorlesen. Klingt das so furchtbar? Sich und den anderen Familienmitgliedern mal Raum lassen um sich was auszudenken anstatt ständig Programm zu haben.

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5 Kommentare leave one →
  1. Juli 15, 2011 8:19 am

    Und dadurch, dass man den Kinder so ein wahnsinniges Unterhaltungsprogramm bietet wundert man sich dann, dass die Kinder heute nichts mehr mit ihrer „freien“ Zeit anzufangen wissen (In dem Zuge überlege ich, ob ich jemals soviel lange Weile hatte, wie einige der Freunde meiner Kinder. Wenn nichts zu tun war, haben wir Buden gebaut, sind auf Bäume geklettert, haben Frösche gefangen, weißdergeier…)
    Ich bin ein Freund von gelegentlich gepflegter, langweiliger Tage. Fördert unter Umständen die Fantasie und ist manchmal gut für`s Gemüt 😉

    • Juli 15, 2011 8:35 am

      Ja, mich beunruhigt das auch manchmal, dass der Kleine Mann trotz gelegentlicher Gewöhnung ans Nichtstun hin und wieder sagt: „Mann, ist das langweilig….“ obwohl ich fast denke, das ist noch aus dem Kindergarten abgeschaut.

  2. mama06 permalink
    Juli 16, 2011 1:12 pm

    Sie sprechen mir aus der Seele, vielen Dank.

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  1. „Wie kannst du nur…?“ « Summsebrumm
  2. Zum Umgang mit Mädchen und queerer Geschichtsunterricht: Linksammlung « fuckermothers

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