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Überfordert

Juli 20, 2011

Überfordert. Habe ich mich auch schon oft gefühlt. Dann erstmal ne Runde Durchpusten oder Yogazustand wenn es gar nicht anders geht. Was ich aber neulich auf dem Spielplatz hörte, zeigte mir, dass ich wohl doch noch recht entspannt bin.

Eine Mama sitzt simsend auf der Bank, ihre beiden geschätzt 8jährigen laufen wild in der Gegend rum. Schreiend, brüllend, Sachen durch die Gegend schmeißend. Hin und wieder kommen sie zu Mama und sagen: „Hej, willst du auch ?“ und „Mama, guck mal!“ . Mama sagt lediglich sehr laut: “ Könnt ihr mich jetzt mal in Ruhe lassen? Geht doch endlich mal weg!“ . Uff. Kurzes Durchatmen meinerseits. Klar waren die beiden echt nervig, aber mit 8 Jahren sowas vor den Kopf geknallt zu kriegen….. das ist hart und ungerecht. Alleinerziehend muss wirklich anstrengend sein.

Seit auch ich hin und wieder mit dem Kleinen Mann alleine bin, verstehe ich das graue Gesicht der meisten alleinerziehenden Mütter. Und ihr Seufzen und ihre langen langen Geschichten über die eigenen Blagen und all die Probleme. Kein Job, kein Mann, ein Kind. Halleluja. Alleine mit Kind, womöglich ohne größeres familiäres Netzwerk, wie es immer so schön heißt, das ist hart.

Andererseits sind vielleicht auch die Mamas mit Papa im Anhang überfordert, die sich immer wieder über ihre „mißratenen Kinder“ beklagen und Ratschlag möchten. Wenn ich dann wirklich mal was sage wie „Also bei uns….“ oder „Ich mach das so und so….. und konsequent bleiben!“ (als hätte ich die Weisheit mit Löffeln gefressen, was mit dem Beitrag „Sorgenkind“ natürlich gedanklich kollidiert), dann kommt: „Ich kann einfach nicht so konsequent sein!“ . Tja, dann sind Sie vielleicht auch überfordert, wäre schon möglich. Und ich habe dann irgendwann keine Lust mehr, Ihre Fragen gestellt zu bekommen als wäre ich ein Guru, dem aber am Ende keiner zuhört. Sondern vor dem nur diverse Problemchen ausgekippt werden, damit sie aus dem Eigenheim entfernt sind.ich bin schließlich gerade kein Erziehungsratgeber.

Eigentlich ist das vielleicht auch gar nicht so seltsam mit der Überforderung, wenn man von allen Seiten was anderes hört: Streng sein, nein, nicht einschränken, ausleben lassen, lieb sein, verständnisvoll, konsequent, nicht hauen, reden, konsequent sein, fördern. Undsoweiter undsoweiter. Myriaden von Ratgebern, Ratschlägen und Hinweisen, die von allen Seiten heute auf Erziehungsberechtigte einregnen. Da muss ja die Familie früher ein Paradies gewesen sein, wenn da nur die Eltern, Schwiegereltern und andere nahe Verwandte was zur Erziehung sagen wollten. Heute kann man locker noch mehrere Hundert Bücher, das Fernsehen und das Internet mit einrechnen.

Vielleicht sollte man einfach auf sich hören und loslegen. Wobei die innere Stimme im Alltag auch mal überschrien werden kann von einem Kleinen Mann mit Wutanfall. Da hilft nur: kurze Auszeit, damits drinnen und draußen wieder leiser wird. Dann kann man auch die Stimme wieder hören…

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