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Zeigen! Sie! sich!

August 3, 2011

Gestern gings ja um „Entschleiert“. Und in diesem Zusammenhang muss ich jetzt mal was loswerden, was mich hier seit Monaten sprachlos zurücklässt, wenn man sich durch andere Blogs klickt.

Also: Manche Blogger bloggen anonym. Verfremdete Namen, keine oder nur ganz wenige Fotos. Ja, ich gehöre auch dazu und zwar aus gutem Grund. Andere sind da, ähm,…. anders…. und zeigen Fotos von sich mit Gesicht, Familie, Haus und Grund. Sollen sie – ist ihre Sache.

Wo ich aber jetzt doch mal was sagen muss ist Folgendes. Wer bitte kommt auf die absolute irrsinnige Idee, intime und zahlreiche Klarfotos seiner Kinder zu bloggen und zu posten? Und zwar ohne Passwort oder anderes? Ich meine jetzt nicht, dass manche mal EIN Foto der Familie online stellen. Ich spreche von dem, das ich hier bei WordPress öfter sehe (nein, ich werde es NICHT verlinken, wer unter den Tags „Familie“ sucht, wird es wöchentlich selber finden können):

Komplette Fotoserien der eigenen Kinder: auf dem Spielplatz, beim Geburtstag und (der absolute Knaller) z.B. nackig im Planschbecken (und zwar so, dass man alles sehen kann!) oder mit herunterhängenden Kleidchenträgern als Lolita, fotografiert von professionellen Fotografen. Seid ihr denn wahnsinnig? Denkt ihr darüber nach, was ihr da tut? Wohnt ihr in der besten aller Welten?

Hej, ich weiß wie so ein Kind nackig aussieht, ist mir nix Neues mehr.  Schön, dass ihr so wohlgeratene Kinder habt, an denen alles dran ist. Aber wie man hört gibt es immer wieder Leute, die so was toll finden, und zwar auf die Art, die euch wenig gefallen dürfte. Wie kann man seinen Kindern so etwas antun und sie derart zum Abschuss freigeben? Habt ihr euch nie über diese Werbung Gedanken gemacht und überlegt, was ihr eigentlich da auf euren privaten, aber allen zugänglichen Blogs tut? Ich bin wirklich nicht übervorsichtig wenn es um den Kleinen Mann geht, er darf alleine laufen und alleine machen und wenn es ginge schickte ich ihn sogar später mal alleine zur Schule –  das ist ja heute nicht mehr alltäglich…. aber das – das geht leider gar nicht. Wozu gibts passwortgeschützte Beiträge? Oder ne Rund-Email an alle Freunde und Bekannten, wenns schon sein muss?

Demnächst werde ich wohl damit beginnen, auf solches auch als Kommentar hinzuweisen. Sorry, musste mal raus.

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9 Kommentare leave one →
  1. August 3, 2011 6:41 am

    Ich hab zwar auch normale Kinderbilder im Blog – aber ansonsten kann ich dir hier nur zustimmen. Nackig geht absolut gar nicht. Das ist schon fast unverantwortlich in der heutigen Zeit.

    Eigentlich ziemlich traurig, was sich da so alles in der Welt abspielt mit diesen ganzen pädophilen Dreckschw….. *grrrr* So einen möchte ich gerne mal erwischen…

  2. August 3, 2011 8:04 am

    Vor allem gehts mir darum, dass wir als Blogger dem nicht auch noch Vorschub leisten sollten, nur weil wir aus Stolz auf die Kinder und ohne Nachdenken Fotos hochladen. Und ich befürchte, dass sowohl nackige als auch nicht nackige Fotos von Kindern die Phantasie bestimmter Menschen sehr anregen.
    Nicht umsonst gibts passwortgeschützte Beiträge, die von einigen Familienbloggern aus genau diesem Grund genutzt werden.

    Ob Sie nun mal einen in „die Finger kriegen wollen“, das ist ein anderes Thema für mich.

    • August 3, 2011 8:55 am

      Ist ist besser, ich bekomme keinen in die Finger 😉

      Ok, selbst angezogene Bilder werden wahrscheinlich diese irren Pädophilen anlocken. Allerdings kann man auch nicht alles „verstecken“. Sonst müsste man ja so gut wie alles mit PW versehen – wenn ich allein an die Unmengen von Fetischisten jeglicher Art denke…

  3. August 3, 2011 8:25 am

    Ich sehe da noch ein ganz anderes „Problem“.
    Wenn es das Bloggen „damals“ schon gegeben hätte, als wir Kinder waren und wir würden später irgendwo in den unendlichen Weiten den Internets Kinder-, Baby-, oder Nackedeibilder von uns finden, die unsere Eltern irgendwo hochgeladen haben… Also ICH wäre stinkesauer! Nicht nur, dass ich die Bilder sehe, oder Freunde, ferne Verwandte, sondern JEDER! Schulfreunde, Bekannte, vielleicht später mal Arbeitskollegen.
    Ich habe auch lange recht öffentlich gebloggt und damit aufgehört, als #1 in die Schule kam. EInfach aus dem Grund, dass ich meine Kinder schützen möchte. Wer weiß oder zu wissen glaubt, wer ich bin – Bitte! Aber ich muss keine Angst haben, dass Schulfreunde oder ihre Mütter etwas lesen oder sehen, was sie nicht lesen/sehen sollten. Mich macht das anonyme bloggen nämlich nicht leichtsinniger, als das „offene“ Schreiben.
    Ich glaube, ich schweife ab. Aber ich kenne eben beide Seiten. Das anonyme und verschlossenere gefällt mir persönlich besser. Alleine wegen bzw FÜR Kinder.

  4. August 3, 2011 8:35 am

    Genau. Sie sagen es. Für persönliche Fotos und Mitteilungen gibt es Emails oder Passwortschutz.
    Ich denke, es ist u.a. einige Naivität und eine gehörige Portion Aufmerksamkeitshascherei, die uns dazu bringt ständig private Fotos öffentlich zu machen.

    • August 3, 2011 9:00 am

      Es gibt sicherlich viele, die es wegen den berühmten „fishing for compliments“ machen. Das will ich gar nicht abstreiten.

      Bei mir ist es eher Papa-Stolz 😉 Nach zwei erwachsenen Töchtern und einem Enkel, kam nun mit 48 der sogenannte „Stammhalter“ 🙂

  5. engelchenfiona permalink
    August 3, 2011 12:00 pm

    wo du recht hast, hast du recht
    ich finde es auch unmöglich, aber ich bin ja auch eher eine von den ganz übervorsichtigen
    selbst passwortgeschützt sind sie nur ganz selten zu sehen, weil ich weiß wie schnell man diese pw´s umgehen kann

    lg
    fio

  6. August 5, 2011 9:23 am

    Schwieriges Thema.

    Ich finde summsebrumms Argument ganz gut, weil ich auch finde, dass sich Datenmüll im Netz stapelt und dann auch gerne wieder aus diesem Stapel gezogen werden kann- auch Jahre später. Stellt euch vor, Angela Merkels Mama hätte früher fleißig Badefotos ihrer Tochter gepostet, die würden ihr jetzt sicherlich irgendwie unangenehm nachhängen.

    Das Pädophilen-Argument hingegen finde ich schwierig. Sorry, aber da weigere ich mich, mit hysterisch zu sein. Wer pädophil ist, findet auch angezogene Bilder nett und nutzt sie für seine Phantasien. Viele Eltern lassen ihre Kinder deshalb auch nicht nackt im Garten spielen, weil sie Perverse nicht anlocken oder heißmachen wollen. Das versteh ich gut, aber ich denke, das Problem hat damit nichts zu tun.

    Will sagen: ich finde es gut, Bildmaterial der Kinder nicht unkontrolliert auf den Weg durch den Datendschungel zu schicken. Vielleicht sind sie wie Bumerangs, die Jahre später zurückkommen und einen ordentlich den Schädel zerhämmern. Das Pädophilenargument zählt für mich dennoch nicht. Ehrlich gesagt können auch unter meinen passwortgeschützten facebook-Freunden etliche Pädophile sein, die diese Fotos in ihre Netzwerke geben. Ich weiß es nicht, ich will es aber auch nicht wissen. Diese Gedanken finde ich müßig und sie machen einen wahnsinnig. Ich weiß nicht genau, wie ich es sagen soll, aber diese ganze „Kinderschänder sind überall und lauern unseren Kindern auf und sie gehören alle eingesperrt für immer und man muss ihnen den Penis abschneiden und sie dann mit einem Stein um den Hals in den Fluss schmeißen“-Debatten führen für mich zu nichts. Und genau zu diesem Punkt führt diese Diskussion irgendwie auch.

    • August 5, 2011 9:43 am

      Ich denke, dass du Recht hast, wenn du sagst, dass man sich am besten nicht völlig abschottet und hysterisch wird. Allerdings finde ich das Publizieren von Nacktbildern von Kindern eine Grenze, die ich selber nicht tolerieren kann. Das ist für mich zu naiv bzw. falsch verstandener/unreflektierter Elternstolz, den ich persönlich auch nicht mehr unkommentiert lassen will. Daher mein Eintrag.

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