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Ruhiger Moment

August 9, 2011

Der Kleine Mann will´s wissen. Wenn sein Kindergartenkumpel (von dem ich manchmal wünschte, er wäre wer anders oder in ner anderen Kita) mal wieder Schimpfworte mitbringt, oder dem Kleinen Mann beibringt, schadenfroh zu sein. Oder mit ihm neue Schimpfworte ausheckt, die dann auch zuhause aufschlagen. Der Kleine Mann will sie alle auch bei uns ausprobieren. Es werden immer mehr Dinge, die mich extrem stören. Ich mag das nicht. Ich meine, so ein kleines Kind, der ist doch erst 3, der kleine Kumpel. Aber wie kann man mit 3 schon so fies und ja, berechnend, sein? Selbst, dass ich „fies“ denke, ist eigentlich traurig, aber langsam kann ich´s nicht mehr verhindern. Sorry kleiner Kumpel. Ich wünschte, man könnte dir helfen.

Klar, ich weiß auch, das eigene Kind ist immer ein Engelchen. Und ich rechne es in meinen Ärger gegenüber dem kleinen Kumpel auch ein. Aber es ist auffällig, dass das Alles genau in der Zeit beginnt, in der der Kindergartenkumpel eben zum Kumpel wurde. Und dass der Kleine Mann, wann immer man ihn fragt, woher er das und dies hat, antwortet: „Vom Johann!“. Langsam addiert sich das einiges zusammen….. ein Gespräch mit der Kindergärtnerin meines Vertrauens steht noch aus. Wir werden eh nicht viel tun können, außer reden. Und darauf hinweisen, dass weder Mama und Papa und auch keine anderen lieben Menschen mit Schimpfworten belegt werden.

Aber heute morgen wars dann echt genug. Erst wurde ich vom Kleinen Mann darauf hingewiesen, dass ich viel langsamer Fahrrad fahren würde als Herr Mama007, darauf folgte ein: „Nä-nä-nänänä!“ . Im echten, geborgten, kopierten, was auch immer Schadenfreudeton. Sie kennen ihn bestimmt, den fiesen Kinder-Schadenfreude-Ton. Außerdem waren dunkle Wolken am Himmel und der Kleine Mann meinte, es würde bald regnen. Ich meinte, dass das schon nicht passieren würde (ach, Optimismus!!!!). Es regnete natürlich doch, kaum waren wir einen Kilometer unterwegs. Und? Was macht der Kleine Mann?
Es regnet do-hoch!!!! Nä-nä-nänänä!“.

Das war einfach zu viel. Vielleicht bin ich auch kindheitsgeschädigt, auf jeden Fall ist Schadenfreude eines der Dinge, die ich überhaupt nicht tolerieren kann. Schreien und Schimpfen (steckte schon ganz oben im Hals) wollte ich nicht – immerhin braucht der Kleine Mann nicht zu wissen, dass er mich damit sofort auf 180 bringt. Also: ruhiger Moment und ruhige, bestimmte Sätze im strengen, wichtigen Mamaton.

Bei der Regenpause unter einem großen Baum habe ich deshalb ruhig und bestimmt etwas dazu gesagt. Der Kleine Mann war sehr schuldbewusst. Mal schauen ob´s anhält….

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4 Kommentare leave one →
  1. August 9, 2011 8:04 am

    hier auch nen 3 jährigen. er sagt zur zeit auf fast alles „und ich mach das aber doch.“. was also tun, wenn der x-te ruhige moment nichts gebracht hat?

    • August 9, 2011 8:22 am

      Tja, wenn ich darauf die ultimative Antwort habe, dann schreibe ich einen Ratgeber und verdiene schrecklich viel Geld.
      ich weiß es auch nicht….. im Zweifelsfall aber erstmal ne Runde Yogazustand.

  2. Morphium permalink
    August 9, 2011 4:59 pm

    Wir finden Schimpfwörter auch nicht so wirklich prickelnd, aber wie bei allen Kindern fing der Schimpfwortschatz des Kleinen Diktator mit dem Kindergarten enorm an zu wachsen.
    Wir haben seit 5 Jahren die Abmachung, das wenn er ein neues Schimpfwort gehört, bzw. gelernt hat, er es uns beim Abendessen einmal sagen darf, wir ihm dann unsere Meinung dazu sagen und dann hier nie wieder hören wollen.
    Mit dem Schulalter wurden aus den Schimpfwörtern zum Teil auch ganze schlechte Witze oder Gedichte, aber es funktioniert.
    Keine Ahnung warum, ansonsten kann er nämlich sehr renitent sein.
    Aber wenn wir ihm erklären was er da eigentlich sagt und wie sich das wohl anfühlen würde wenn er selbst so beschimpft werden würde, dann hilft es hier mehr als ihm Schimpfwörter per se zu verbieten.

    • August 10, 2011 9:11 am

      Ja, das haben wir auch probiert, die Schiene „Wie fühlt es sich denn an, wenn du selbst….“. Naja, der Erfolg hält sich noch in Grenzen. Denn der Kleine Mann bricht fast in Tränen aus, wenn man ihn so nennt – selbst im Spaß! Andererseits hälts ihn nicht davon ab, diese Worte konstant selber anzuwenden.
      Aber immerhin: heute morgen grinste er vor sich hin und sagte: „Mama, du bist ein Pie.. (Pause, Nachdenken, UUUUPS!)… ein großer Hund!“ . Es besteht Hoffnung…..

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