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Ton und Teig

August 11, 2011

Manchmal stehe ich am Herd und frittiere Teigtaschen. Zum Beispiel. Es ist megaheiß, es spritzt und das Füllen, Rollen, Zusammenbasteln der Taschen wechselt sich mit dem Ins-heiße-Öl-gleiten-lassen, mit Öl beträufeln etc. ab (übrigens: Nein, wir haben keine Fritteuse. Also bitte!).

Der Kleine Mann taucht im Augenwinkel auf und bleibt interessiert stehen. Kochen! Super! Essen! Toll! Leise beunruhigt, aber lediglich bestimmt, jedoch mit leiser Schärfe in der Stimme sage ich:

„Kleiner Mann, NICHT näher ran kommen, das ist jetzt ganz dolle heiß!

„Ich hol nur noch den Stuhl!“ ruft der Kleine Mann fröhlich zurück und eilt schon zum Tisch um seinen Stuhl neben den Herd zu schieben, direkt zu den Teigtaschen und ca. 15 Zentimeter neben den Öltopf. Ohne auch nur den Kopf wenden zu können, geschweige denn den laut Erziehungsratgebern so super wichtigen „Augenhöhekontakt“ suchen zu können, rufe ich schon lauter:

„Kleiner Mann! Jetzt nicht! Jetzt keinen Stuhl! Das ist ganz dolle heiß! “

An der Stelle greift meist Herr Mama007 ein, der den typischen hysterischen Mamaton in meiner Stimme gehört hat. Er fängt den Kleinen Mann samt Stuhl auf halber Strecke zwischen Tisch und Herd ab und setzt ein anderes Programm an: Lego, Feuerwehr, was auch immer. Hauptsache, es hilft.

Denn der Mamaton läuft langsam auf, schwillt in der Brust und sitzt schon in der Kehle und will (zwischen Öltopf, Qualm, Heiß, rausnehmen, ausrollen, Füllen und Kleinem Mann) schreien: „KLEINER MANN! Geh jetzt mal ne Runde spielen!“ .

Ich schlucke den hysterischen Mamaton hinunter, aber er will nicht so recht gehen. Ich mag ihn nicht. Er kommt nur raus, wenn ich wirklich am Ende angelangt bin und der Yogazustand nicht greift, weil z.B. ein heiß qualmender Öltopf und 5 zu frittierende Teigtaschen ihn verhindern. Es könnten auch ein sehr langer Arbeitstag plus ein brüllender Busfahrer plus ein endloser Heimweg sein. Oder mehrere Ampeln, ein Laufrad und ein Kind „ohne Ohren“. Er nervt mich, aber er kommt raus. Und manchmal denke ich auch, vielleicht ist das ganz gut, denn irgendwo gibt es eine Belastungsgrenze, die auch ein Kind lernen sollte. Zwecks Vermeidung gravierenderer Konsequenzen.

P.S: Um Fragen zuvorzukommen: hier (mit korrekten Adressen, falls Sie mal da sind) und hier erfahren Sie mehr über besagte Teigtaschen. Aber machen Sie sie möglichst ohne Kinder in engerer Umgebung.

 

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