Skip to content

Und was wird aus uns?

Oktober 7, 2011

Angeblich werden ja händeringend Leute gesucht auf dem Arbeitsmarkt. Eins kann ich sagen: Sozialwissenschaftler aller Couleur gehören definitiv nicht dazu. Was wird aus uns, den Uni-Absolventen früherer Jahre in Sozialwissenschaften?

Klar, das Thema beschäftigt mich schon länger. Genauer gesagt, seit ich vor gut 4 Jahren aus dem Herzensberuf raus bin, weil es mir wichtig war, ökonomisch abgesichert zu sein statt erstmal 10 Jahre lang Hartz4 zu beziehen oder mich von einem 3-Monatsprojekt zum nächsten zu hangeln – wenn ich Glück habe. Und weil ich mein Leben nicht mit Intrigieren und dem Rausschubsen anderer Leute verbringen wollte, was meine jetzige Stelle zum Glück nicht verlangt (und auch nicht die Kollegen und Chefs). Dass das wohl NICHT die Normalität ist, sieht man ja bei glücklichscheitern und gutefeindinnen. Nur so als Beispiel. Wer damit leben kann – OK. Und wer damit leben muss – ich wünsche euch viel Kraft. Der Zufall hat mir das Glück beschert, nun zwar etwas langweilig im Büro zu hocken, dafür aber keine steten Strategien aushecken zu müssen.

Ob mir das irgendwann eine Depression beschert weil ich unterfordert bin – keine Ahnung. Aber einen Burnout gibts wohl auch nicht, es sei denn ich betriebe die Herzensarbeit wieder dauerhaft neben Job und Familie. Mehr als 2 Abende die Woche schaffe ich das auf keinen Fall. Aber seit ich mir die nehmen kann bin ich ausgeglichener. Endlich wieder denken…. nicht nur am Computer murkeln.

Glück oder nicht Glück eine Stelle zu haben … kann man natürlich schwer sagen. Mir wirds manchmal schwer, wenn ich solche schwärmerischen Artikel über studentische Helfer lese und denke: Junge, denkste auch mal weiter? Über die archäologische Schwärmerei hinaus? Ich meine, was bedeutet das denn, dass diese Firmen so super gerne Helfer einstellen? Das heißt bei den eingestellten Helfermassen doch nur, dass ausgebildete Leute keine Stellen mehr kriegen. Und wenn die ausgebildeten Leute dann Glück haben (d.h. wenn sie das so interpretieren wie ich, „Glück„), kriegen sie wie Mama007 ein fachfremde Stelle und können die Familie ernähren. Oder sie interpretieren Glück ausschließlich als Herzensarbeit und beißen sich durch, auch mit 3-Monats-Projekten, Unsicherheit und dem Wegbeißen bzw. Weggebissenwerden von Kollegen. Ich wünschte nur, ich würde sie dann glücklich sehen, statt mitteldeprimiert auf irgendwelchen Geburtstagsfeiern.

Und in Zukunft? Manchmal denke ich mir das so wie bei diesem US-amerikanischen Blog. Oder wie auf diesem Erfahrungs-Blog. So gesehen, gehts uns ja noch Gold. Und dann sitzt man da und hört, dass es in der nächsten Elternversammlung des Kindergartens schon um das Thema „Schule“ gehen soll…..

Advertisements
3 Kommentare leave one →
  1. Oktober 7, 2011 4:01 pm

    jaaa, die arbeit. in sachen universitärer arbeit und ihrer verbesserung bin ich bei der „Werkstatt Prekarisierungsprozesse im Mittelbau“ in hattingen. und was ist bezeichnend? das noch fast die hälfte plätze frei sind. wir alle klagen über die ist-situation aber irgendwie traut sich auch kaum eine_r am bestehenden system was zu ändern. ist aber auch zugegebenermaßen schwer, sind die abhängigkeiten bei einer unikarriere doch enorm.

  2. Oktober 11, 2011 2:10 pm

    wie war wie war-habe auch erfolgreich neigungsfächer studiert und fühle mich beruflich manchmal wie im falschen film. „Das einem die Welt so zu ist“ (Effi Briest)

  3. Oktober 11, 2011 2:16 pm

    ach du schande, die germanistin hat „wahr“ ohne „h“ geschrieben, bitte ändern und mir die pein ersparen:)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: