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Ein Preis, nur für mich….

Oktober 19, 2011

Hej, glücklichscheitern hat mir einen Award verliehen. Krass. Hätte ich ja nicht gedacht. Erst ´n halbes Jahr gebloggt – und schon ein Preis, unglaublich. Auch wenn mich leise die Frage beschleicht…. ist das nun ein Kettenbrief? „Nenne 10 weitere Preisträger“ – hm, mal überlegen. 10 sind ganz schön viel. Erstmal soll ich Regeln befolgen. OK, Regeln sind kein Problem, immerhin muss ich ständig welche beim Kleinen Mann durchsetzen.

Die Regeln für diesen Award:

– Verlinke die Person , die dir diesen Award verliehen hat .
– Teile 7 beliebige Dinge über dich selbst mit .
– Gebe den Award an 10 Blogs weiter

– Hinterlasse eine Nachricht um sie darüber zu informieren.

Hm, sieben Dinge über mich? Beliebige?

1.) Ich setze Regeln beim Kleinen Mann durch, obwohl ich völlig unbegabt als Führungsperson bin. Ich gestehe: ich bin kein Cheftyp und bin beim Chefsein und in Mitarbeiterführung eine Null. Nicht mein Ding. Dass ich das beim Kleinen Mann schaffe, erstaunt und überfordert mich jeden Tag.

2.) Mein zweiter Name heißt Selbstzweifel – steht also in direktem Bezug zu Punkt 1). Gibt es klare Antworten auf der Welt? Ich meine: NEIN. Und so hinterfrage ich auch meine eigenen Entscheidungen und Gedanken jeden Tag neu. Macht nicht immer Spaß, lässt sich aber schwer ändern.

3.) Ich bin nicht mehr dieselbe seit ich lange Zeit im außereuropäischen Ausland war. Mein Blick auf unsere mitteleuropäische Welt ist nun immer auch der von außen. Siehe: Punkt 2), denn es hat mich dazu gebracht, mich selbst und meinen kulturellen Hintergrund der in allem mitschwingt, immer präsent zu haben und zu hinterfragen. Ich habe in dieser Zeit auch die „Oh mein Gott, wie großartig, die sind hier alle so natürlich und bodenbezogen„-Phase hinter mich gebracht, die ich oft bei nur kurz anwesenden Mitarbeitern und Touristen erleben durfte und bin nun in der (wie ich hoffe) etwas objektiveren und daher auch sehr viel verzwickteren Lage indigene Menschen mit einer eigenen, nicht immer mitteleuropäischen, rousseau-angehauchten, eher exotischen Sichtweise zu betrachten. Schlägt sich auch nieder in meinen Gedankengängen und dem Widerwillen beim süßlichen Tonfall meiner Gegenüber zu: „Oh mein Gott, die Naturvölker stillen doch alle!“ (sorry, ethnologisch und archäologisch erwiesenermaßen falsch) und: „Ach, diese indigenen Völker sind alle so kinderlieb. Kinder sind da einfach Teil des Alltags!“ . Äh ja, deshalb hüten sie auch schon mit 3 Jahren Kühe. Finden Sie das auch noch so vertretbar und irgendwie leicht pittoresk? Ganz ohne Wertung gesprochen, wohlgemerkt, das ist dort nämlich bitter nötig dass sie schon so klein mithelfen.

4.) Ich finde, Dinge sollten getan werden. Ich hasse langes Rumgeeier. Entweder Ente oder Trente. Das geht einigen näheren Familienangehörigen manchmal auf den Keks, denn sie wollen alles nochmal überdenken. Ich nicht.  Ich entscheide mich fix und ziehe es dann durch. Auch wenns blöd ist oder wird. Abbrechen gilt bei mir nicht, bis es dazu kommt muss einiges geschehen.

5.) Ich bin harmoniesüchtig und arbeite daran.

6.) Wohlstandsjammerei geht mir tierisch auf den Keks. Liegt auch an Punkt 3. Langsam bin ich zu einer Befürworterin der These geworden, dass alle mal 1-2 Jahre im „echten“ Ausland verbringen sollten. Es schärft die Sinne für unsere mitteleuropäischen Annehmlichkeiten. Und für die eben nicht selbstverständlichen Dinge, die den Staat und unsere Gesellschaft prägen.

7.) Ganz wichtig: ich liebe meine Herzensarbeit, auch wenn ich nicht mehr viel dazu komme sondern im Büro Kulturfreunde betüdel. Bei der Herzensarbeit steigt der Puls, ich beginne zu schwitzen und wenn ich besonders passende Keramikfragmente finde, bilde ich drauf eine ganze neue Hypothese. Und bin glücklich. Und ja, ich glaube dass Scherben relevant für das Überleben der Menschheit sind. Wissenschaft ist nie irrelevant.


Oh. Das waren schon 7. Ging schneller als gedacht! Und – tärä!!!!!!!!!!!!!!- ich verleihe diesen Preis an ganz verschiedene Mamas unter den Bloggerinnen:

1) gute feindinnen, weil ich ihren Blog cool finde, auch wenn sie wenig Zeit dafür hat. Schreibe weiter!

2) an beautifulvenditti, weil ich von ihr gelernt habe dass auch Mehrfach-Mamas an Zweifeln leiden. Das ist extrem beruhigend und hat mich umdenken lassen.

3) an die Mama von nusenblaten, für die Ehrlichkeit in Bezug auf die unglaubliche Erschöpfung die Mamas befallen kann (auch wenn sie nie auf Kommentare antwortet. Hej! Das ist echt schade!)

4) ich glaube, auch an liebesbotschaft, weil ihr Leben so ganz anders ist als meines, und ich dieses Kontrastprogramm und ihre Positivität umwerfend finde. Himmelherrn, soviel Energie!

Preis 5) und 6) würde ich gerne an glücklichscheitern   (wegen Wissenschaft & Mamasein & Alles Durchziehen) und hausbesuchwins  (für die Energie, Umorientierung und Variabilität die so eine Elternzeit bieten kann) vergeben, nur haben die den Award schon bekommen. Und bei Preis 7) wollte ich tagwerk nehmen, weil sie so wunderbar über das Muttersein und die Überraschung geschrieben hat, dass man doch trotzdem noch Frau ist – aber nu ist ihr Blog weg. Ich glaube, es gab ein Problem mit dem Blog und einer Kollegin? Schade.

Und bei Preis 8)-10) muss ich sagen: weder will ich jetzt endlos und bemüht suchen, noch will ich den Award irgendwem verleihen. Deshalb werden diese Preise einbehalten, bis auf weiteres. Ich reiche den Award weiter, wenn ich 3 neue, supertolle award-würdige Blogs gefunden habe.

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3 Kommentare leave one →
  1. Oktober 19, 2011 8:31 am

    Ja, ist ein Kettenbrief 😉 Aber immerhin ohne die Androhung schlimmer Strafen und für andere ganz nett zu lesen.

  2. Rina permalink
    Oktober 21, 2011 7:17 pm

    Eine Frage aus Neugier (ohne jetzt eine Stilldiskussion lostreten zu wollen)- wie funktioniert das bei den Naturvölkern, wenn nicht gestillt wird? Ziegenmilch??

    • Oktober 22, 2011 11:32 am

      Was mir auf dem Spielplatz immer als Naturvölker (ich HASSE diesen Begriff!) angepriesen wird, sind Jäger- und Sammler-Gesellschaften. Die stillen auch, aber nicht so sehr weil das so „Super fürs Kind!“ wäre, sondern eher auch einem anderen Beweggrund: Stillen senkt hier nachweislich die Chancen erneut schwanger zu werden.
      Bei einem Lebensstil, der nomadisch ist und ohne Pferd und Wagen auskommen muss, ist Mobilität absolut entscheidend. Babys kann man noch gut transportieren, bei älteren Kindern wird das schwierig. Sie sind langsamer und können mit der Gruppe weniger gut mithalten. Gleichzeitig müssen sie mit Essen versorgt werden, können dieses aber zum Großteil noch nicht selber beisteuern, müssen also zusätzlich „durchgefüttert“ werden.
      Aus Mobilitäts- und Versorgungsgründen werden daher auch Zwillingsgeburten häufig nicht sehr positiv aufgenommen, einer der beiden wird in vielen Gesellschaften die Geburt nicht überleben, vorsichtig ausgedrückt.
      Das Kind das gestillt wird, wird häufig bis zum 4./5. Lebensjahr gestillt, weitere Schwangerschaften dadurch möglichst verhindert bzw. durch die Nutzung von bestimmten Pflanzen verhindert oder abgebrochen. Gleichzeitg „verhindert“ man dadurch dass das Kind Essensressourcen beansprucht, die die Erwachsenen nötiger brauchen.
      Diese Fakten sind ethnologisch recht gut belegt, und stammen aus unterschiedlichen Kulturen, archäologisch gesehen gibt es diverse Hypothesen hierzu etwa über die Neanderthaler, um ein sehr bekanntes Beispiel zu wählen. Prinzipiell wird das jedoch für alle archäologischen Jäger- und SAmmlergruppen diskutiert.
      Mein Post war also insofern inkorrekt (Sorry) dass diese Mütter natürlich stillen, aber ihre Beweggründe häufig ganz andere sind, als sich dass die Muttis aufm Spielplatz oder in diversen Internetforen so zurechtbiegen (stärkere Eltern-Kind-Bindung, naturnaher Zustand in rosarot, etc.). Es steht meistens auch ein knallharter Überlebenskampf dahinter, dem diese Gruppen versuchen ihre Kinder „abzutrotzen“ soweit es geht.
      Ist ganz schön lang geworden, hoffentlich langweilt es dich nicht….

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