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Typologie II

Oktober 20, 2011

Heute: die vermutlich Überforderten.

Die vermutlich Überforderten treffe ich meistens in irgendeiner Form des Genervtseins.

„Nein, Paul, das darfst du nicht. Zieh jetzt deine Schuhe aus. ——– SCHUHE aus! Paul, mach jetzt, Schuhe aus, ich muss los. PAUL!!!!!!!! Mama muss zur ARBEIT! ——– Paul, jetzt auch noch den anderen Schuh. Nicht schmeißen! Du sollst nicht schmeißen! Wie oft habe ich das schon gesagt! NICHT Schmeißen! Ich will das nicht mehr sehen! Hast du gehört Paul! Das habe ich schon ganz oft gesagt! So etwas WILL ich nicht bei dir sehen! ———— Hast du jetzt die Schuhe aus. Dann Hausschuhe an. Nein. So nicht. Nein, anziehen! ANZIEHEN! Nicht schmeißen!!!!!! ————- Nein, deine Brotdose ist hier. Nein, heute ist kein Brot mit Nutella drin. NEIN. Keine Nutella, Marmelade. ———- Dann isst du es eben nicht. Hast du jetzt die Hausschuhe an?“ ….. ad infinitum.

Und am Abend genau andersrum. Paul will nicht nach Hause, er schmeißt seine Sachen, er haut sich die Tür an den Kopf, er bummelt, Mama hat das Falsche mitgebracht (Brezel statt Brötchen), Mama ist sauer, Mama schimpft, Mama sagt „Du weißt das ganz genau!!“ und nimmt ihn am Ende auf den Arm weil sie keinen Bock mehr hat. Paul ist das einzige Kind im Kindergarten das noch mit dem Buggy gebracht wird. Er schaffts einfach immer wieder, seine Mama zur Aufgabe zu bringen.

Manchmal dachte ich schon: ich will den Kleinen Kerl mal zur Kita bringen, bei mir gäbs kein Treppenhochgetrage bei gleichzeitigem Ausmeckern des Kindes. Von mir aus kann er unten stehen bis er schwarz wird. Bei Paul sind auch meine Geduldsbatterien alle. Dabei isses ja nicht seine Schuld. Vielleicht ist er wirklich so anstrengend wie er aussieht, aber Mama und Papa geben ihm auch immer alles was er will – nachdem er es fordert, sie es abweisen, er meckert, schreit und brüllt und sie dann doch nachgeben. Also die sogar in meinen unerfahrenen Augen die schlechteste mögliche Alternative. Und das ständige Ausgemecker und Genervtsein nervt sogar mich, wie mag das dann für so einen kleinen Kerl wie Paul sein?

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5 Kommentare leave one →
  1. Oktober 20, 2011 9:26 am

    Mon dieu, muss das anstrengend sein !!!

    • Oktober 20, 2011 10:46 am

      Ihnen zuzuhören ist schon auf Dauer anstrengend. Und gleichzeitig traurig. Man fühlt sich hilflos daneben.

  2. Oktober 20, 2011 10:43 am

    hach, ich warte gespannt, bis ich auch mal in der typologie auftauche.
    ob ich das dann aber zugebe, weiß ich noch nicht..;)

    • Oktober 20, 2011 10:46 am

      Wahrscheinlich kann jeder einen Teil von sich darin wiederfinden. Die Frage ist, ob man zu denen gehört, an denen sich der Typus besonders deutlich zeigt.

  3. Oktober 20, 2011 11:52 am

    Weia. Gut, solche Tage haben wir auch mal, aber die sind dann die Ausnahme. Wenn es die Regel ist, dann ist das wirklich unschön.

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