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Genauso wie immer, aber doch anders?

Dezember 14, 2011

Immer wieder liest man von Mamas, die mit Babys und Kindern extra „Familienkurse“ besuchen. Baby-Yoga, Babymassage, Babykonzert. Wenn ich bei Glücklich scheitern darüber lese, habe ich das Gefühl, das ist zwar eine nette Sache, aber wirklich zielführend ist es nicht. Jedenfalls nicht in Bezug auf Yoga (Korrigier mich, wenn ich das falsch verstehe, ich war nie in so einem Kurs).

All diese Angebote lassen in mir aber eine Frage aufkommen: Sind das nun nett gemeinte Angebote, damit Mamas rauskommen, oder will man uns suggerieren, dass das Leben nach der Geburt und als neugebackene Mama/Eltern genauso sein kann wie vorher? Da können wir also genauso ins Konzert, zum Sport, zum Schwimmen, ins Theater, ins Café? Nehmen die Kinder einfach mit? Ich habe da langsam so meine Zweifel wenn ich all die eleganten, arbeitenden, glücklichen Mütter sehe, die uns in Zeitschriften und anderen Medien präsentiert werden. Denn es ist doch Grund legend anders, Mama zu sein, auch wenn man vorher vielleicht noch denkt, dass „man sich ja nicht ändert“ deswegen. Tut man eben doch. Ich sage: NEIN. Denn wir sind anders. Geworden. Durch das Kind. Keine Ahnung warum das gesellschaftlich und medial zu betont wird, dass NACH dem Kind alles genauso sein kann wie VOR dem Kind. Vielleicht damit weniger Leute Angst haben, dass sie dann ihr glückliches tolles Vor-Kind-Leben aufgeben müssten? Seien wir doch mal ehrlich: mit Kind ist einfach alles anders.

Man ist mit dem Kopf ganz oft irgendwo anders. Ist man alleine („Spann mal aus“ saght Papa007), denkt man eben doch oft an den Kleinen Mann. Man ist als Mama einfach nicht mehr so, wie man früher war. Bin ich alleine zuhause, läuft die innere Uhr mit, wann die Jungs wieder da sind. Ist man mit dem Kleinen Mann unterwegs, hat man eh immer 5 Augen in der gesamten Gegend: Autos, Löcher im Gehweg, fremde Hunde, Hundek***piep****, Fahrradfahrer in Gegenrichtung. Man ist einfach nicht mehr man selbst – zumindest nicht das Selbst das man vorher war.

Und auch ganz im Allgemeinen ändert sich was im Kopf wenn man das Kind nur oft genug betrachtet. Manchmal sehe ich da schon den Erwachsenen vor mir, der vielleicht selbst mal, so wie ich jetzt mit ihm, in der Küche sitzen und seinen Freunden und/oder Kindern zusehen wird.  Nachts, wenn man den kleinen Mann nochmal zudeckt oder ihn aus der horizontalen „Ich liege jetzt über dem Kopfkissen-Lage“ nochmal richtig hinlegt, dann hat man mal richtig Zeit ihm ins Gesicht zu gucken. Jaaa, der wird auch mal groß. Der wird mal erwachsen sein. Ein großer Sohn. Kein Kleiner Mann mehr, sondern ein richtiger Mann. Wie wird er dann sein? Wieweit bin ich dafür verantwortlich? Was machen die angeblichen Gene und Veranlagungen? Viele Fragen spätnachts.

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  1. Käfer permalink
    Dezember 14, 2011 9:25 am

    Man – oder frau – wird anders durch ein Kind, alles wird anders: der Blickwinkel, die Wertigkeiten, die Zeitverläufe. Davor haben viele wohl Angst, weswegen sie keine Kinder haben, es vor sich herschieben oder halt – nach dem Kind – so tun, als könne man mit einem Kind alles machen, wie vorher.

    Naja, wie lange geht das? Ein Baby mag noch mitmachen, aber wenn die kleinen Geister laufen können, dann ist es vorbei. Spätestens, wenn die zukünftigen Erben „Nein“ sagen können. 😉

    Es wäre schlimm, wenn man noch so unbedarft und egozentrisch herumlaufen würde, wie ein Jugendlicher, wenn ein Kind da ist. Nicht nur, dass einem der neue Blickwinkel und neue Erfahrungen entgehen würden, man bzw. vorallem frau wird anders, sozialer, nimmt sich zurück (manchmal zu sehr) und denkt viel mehr voraus. Übrigens: je älter die Kinder, mit umso größere Sorgen, jedenfalls hier stimmt das Sprichwort.

    Es wird aber auch von dem Medien vorgegaukelt, dass alles möglich ist, dass man auch als Mutter von Event zu Event hetzen kann. Schande über den, der auf dem Spielplatz rumhockt, statt zu Kinderyoga zu rennen. Oder wenigstens muss er ein Latte-to-go in der Hand halten, auch wenn man dann weder spontan das Kind umarmen kann, noch beim Sturz auffangen. Ist ja nicht nötig. Es hat sich ja nichts geändert.

    Naja, ICH bin gern Glucke und gucke meinen Bälgern beim Wachsen und Entwickeln zu und bei ihnen, statt auf einem Event Zeit zu vergeuden. Sollen die anderen es versuchen, Arbeit, Kinder Haushalt… ich bin ausgelastet.

    LG Käfer

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