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Mein Leben ist…..

Februar 6, 2012

langweilig. Glaube ich jedenfalls manchmal. Nämlich genau dann, wenn ich mit Freunden zusammen sitze, wir nen Kaffee trinken, was essen und alle so erzählen was sie Spannendes machen. Projekte, Ausflüge, neue Stellen, Stipendien, Vorträge, Publikationen, neue Lover, alte Lover, Beziehungsverwirrungen – bei denen passiert echt viel.

Ich hingegen, ich sitze 8 Stunden am Tag in einem Büro. Dann hole ich den Kleinen Mann ab und fahre nach Hause. Abendessen, Sandmann, Puzzle, Nachrichten, mit Papa007 ein bisschen Zeit verbringen – und ab ins Bett. Am nächsten Morgen wieder von vorn, vielleicht mit dem Unterschied, dass ich an diesem Abend nicht nach Hause fahre sondern noch 3 Stunden in der Bibliothek verbringe um weitere anderthalb Seiten an meinem größten Herzensarbeits-Projekt zu schreiben. Anderthalb Seiten, ja, Sie haben richtig gelesen. In einem Jahr habe ich es auf großartige 18 Seiten komprimierte Information gebracht. Also wenn das nix is´….

Tja. So sieht das aus bei mir. Keine Reisen, keine Vorträge, keine Publikationen, keine Beziehungsachterbahnen, keine großen Ausflüge. Ich verbringe mein Leben mit Papa007, dem Kleinen Mann und der Herzensarbeit. Ganz in Ruhe, gestört von einem gelegenlichen Aufruhr in Bezug auf die Herzensarbeit wenn Papa007 und ich Zeit finden uns darüber zu unterhalten und neue Theorien und  Projekte zu schmieden. Wozu haben wir schließlich die gleiche Herzensarbeit??? Ansonsten bemühe ich mich, der Globalisierung die Stirn zu bieten, mehr regional/saisonal zu konsumieren, den Einkauf zu erledigen und immer im Kopf zu haben ob der Kleine Mann neue Unterhöschen/Jeans/Pullover/Bücher braucht. Und was mit der Wunschschule ansteht.

So. Und dann sitzen da meine Freunde und haben ein ungeheuer aufregendes Leben. In meinem Leben passieren so Sachen wie: Uiuiuiuiui, ich habs mal wieder eine Seite weitergebracht in meinem Schreibprojekt. Oder: uiuiuiui, Papa007 und ich halten vielleicht dann doch mal einen Vortrag. Das ist nichts im Vergleich zu dem was bei anderen Leuten los ist und meine Aufreger kommen eigentlich häufig vom Kleinen Mann, der wieder irgendwas tolles Neues kann oder macht. Oder der Tatsache, dass es überhaupt so unendlich erfüllend ist, dass er DA ist und abends im Bettchen vor sich hin schnieft. Ein Gefühl, das schwer erklärbar ist, aber sehr ausfüllend.

Also sitze ich da, höre meinen Freunden zu und denke: Mensch, bei mir ist eigentlich gar nichts los. Außer dass ich zufrieden bin. Und ja, auch glücklich. Trotz aller Nerverei hin und wieder mit dem Kleinen Mann und der Büroarbeit. Nein, ja, glücklich und zufrieden triffts eigentlich am besten. Und deshalb antworte ich auf die Frage: „Und, wie gehts dir so?“ folgendes:

„Och joooo. Mir gehts gut. Ich bin zufrieden!“ . Mehr gibts eigentlich nicht zu sagen. Aber ein bisschen langweilig klingt das schon. Warum klingen bitte tolle Dinge manchmal so endlos langweilig? Sind sie doch gar nicht. Sie sind ausfüllend glücklich.

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5 Kommentare leave one →
  1. Anna permalink
    Februar 6, 2012 10:24 am

    Sie sind glücklich und zufrieden? Das ist wunderbar. Und nicht langweilig. 😉

    Aber ja, im Vergleich zu manch anderen Lebensgeschichten kommt einem das unglaublich öde vor. Vor allem dann, wenn einem von diesen „Dramaqueens“ suggeriert wird, wie unglamourös so ein in ruhigen Bahnen verlaufendes Leben doch ist. Komisch… jetzt werde ich auch nachdenklich. 😉

  2. Februar 6, 2012 9:53 pm

    Oh, ich finde, bei Dir passiert aber doch viel. Vorträge halten? Herzensarbeit schreiben? Na hör mal. Ob ich in diesem Leben noch mal einen Vortrag halte (abgesehen von einem mit dem Thema: wie ich mein Zimmer aufräume) ist fraglich.
    Ich für meinen Teil war glaube ich nie glücklicher, als seit das erste der zwei Supermonster (übrigens auch 2007) in mein Leben trat. Uhhhh, und auf Beziehungswirrwarr kann ich für immer und immer GUT verzichten. Aber ist doch klasse, wenn die anderen aufregende Stories haben, da spart man sich die Taler für das Klatschblatt, hihi….

    • Februar 7, 2012 8:34 am

      Naja. Es ist auch ein dauernder Kampf zwischen „Ich will in die Bibliothek“ und „Ich will zum Kleinen Mann nach Hause….“. Schwierig. Und das immer und immer wieder…
      Grüße: Mama007

  3. rina permalink
    Februar 8, 2012 1:57 pm

    Danke,danke,danke fuers in Worte fassen.

    • Februar 9, 2012 7:31 am

      Hej, das ist nett, danke schön. Manchmal fällt mir das auch schwer mit den Worten, aber wenns draußen ist, gehts mir besser….
      Grüße: Mama007

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