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Wie bitte?

Februar 9, 2012

Neulich hörte ich am Frühstückstisch im Kindergarten folgende Konversation:

andere Mutter: „Ja, also Anna-Amanda zieht sich noch in der Garderobe die Jacke aus, ja? Und hier (gibt der Kindergärtnerin die Brotdose von Anna-Amanda), hier ist ihr Frühstück. Sie WILL ja nichts essen, aber ich finde sie SOLL was essen!“ .

In Ordnung, ich werde mein Möglichstes tun!“ sagt die Kindergärtnerin meines Vertrauens ruhig.

Andere Mutter: „Ach ja, Zähne putzen! Das sollte sie ja auch noch, nicht?! Da schauen Sie dann drauf?

Ja, ich schaue drauf! Soll ich sie zwingen oder reicht es wenn ich drauf gucke? „ sagt die Kindergärtnerin immer noch sehr ruhig und nett aber mit meinem stimmgeschulten Ohr (dutzende Kunden täglich haben mich da sehr sensibel gemacht) vernehme ich da einen Ton zwischen genervt und belustigt.

Als ich 3 Minuten später gehe ist Anna-Amandas Mama schon lange verschwunden. Anna-Amanda sitzt alleine in der Garderobe, zerrt an ihrer Jacke die sie irgendwie nicht vom Leibe kriegt und sagt zu mir: „Du-huuuu, gibst du mir ein Küßchen?“ . Auweia, Mensch. Da dreht sich mir jedesmal das Herz im Leib um. Zumal das nicht das erste Mal ist, dass Anna-Amanda sich von mir ein bisschen Zuspruch und/oder Hilfe wünscht.

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6 Kommentare leave one →
  1. Februar 9, 2012 9:23 am

    Armes kleines Mädchen! Und solche armen kleinen Zwerge scheint es in jedem Kindergarten zu geben. Schlimm, wenn man nicht mal genug Zeit/Liebe/Geduld für eine vernünftige Verabschiedung findet. Okay, ich sehe sehr wohl ein, dass nicht jede Mutter so viel Zeit wie ich hat, sich zu verabschieden und all das. Ich arbeite (noch) nicht, auf mich wartet also kein Chef und kein Schreibtisch. Aber trotzdem kann man doch zumindest fünf Minuten Zeit einplanen, um sich richtig zu verabschieden.. Und nicht so ein Abliefern da zu veranstalten, verdammt noch mal (sorry) – vielleicht sollte die Frau Mutter die Zeit, die sie damit verbringt, Anweisungen zu geben, lieber mal sinnvoll investieren. Und darauf bauen, dass die Erzieherinnen schon wissen, was zu tun ist

    Liebe Grüsse
    Nike

    • Februar 9, 2012 9:37 am

      Liebe Frau Nike,
      genau das sind auch meine Gedanken dabei. Zumal mir das schon mehrmals untergekommen ist, dass diese Kinder MICH dann bitten. Aber das mit dem Küsschen schlägt wirklich alles.
      Und: Arbeit oder nicht, das hat nix zu sagen. Ich gehe Vollzeit arbeiten seit der Kleine Mann 6 Monate ist. Trotzdem frühstücken wir zusammen zuhause jeden Morgen. Und es gibt es ebenfalls jeden Morgen mindestens 5-10 Minuten Zeit im Kindergarten um beim Ausziehen dabei zu sein und um ihn danach zum Frühstückstisch zu bringen und uns richtig zu verabschieden. Manchmal bleibe ich sogar noch ein paar Minuten daneben hocken und gucke den kleinen Leuten zu. Die paar Minuten kriegt man locker hin, Arbeit hin oder her. Das ist definitiv ein persönliches Ding dieser Mutter und ich frage mich, was daraus wohl wird.
      Auweia. Liebe Grüße: Mama007

  2. Februar 10, 2012 12:33 am

    Scluck. Ich hätte wahrscheinlich gleich 17 Küsschen verteilt. Hilft dem Mäuschen aber wahrscheinlich auch nicht wirklich, weil, ich bin ja nicht Mama. Habe so etwas (zum Glück) noch nicht erlebt…und kann es ehrlich 0,0 verstehen.
    Liebe Grüße
    RALV

    • Februar 10, 2012 8:43 am

      Ja. Einem fällt dazu nichts ein. Und es ist durchaus keine Mama die rumbrüllt, oder wirklich prollig daherkäme. Eigentlich wirkt sie erstmal so wie du und ich. Aber Küsschen, Hilfe und Zuspruch gibts nur an einem von fünf Tagen.
      Das soll verstehen wer will. Mama007

  3. Katarina permalink
    Februar 11, 2012 6:58 pm

    Ich verstehe das schon. Ist der Hauptgrund warum ich keine Kinder will. Ich mag keine Nähe, ich mag kein anfassen und kuschel etc.
    Familientechnisch bedingt… die ganze Familie ist so, und jeder gibt es weiter. Ich halte das für falsch, stelle aber auch fest, dass ich da zu festgefahren bin um mich ändern zu können.

    • Februar 13, 2012 7:48 am

      Ja, kann ich verstehen. Andererseits kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass einiges mit Kindern auch kommt, wenn die Kinder (also: das Kind, in meinem Fall) einfach da sind.
      Nett, dass du trotzdem hier mitliest, also ich meine: trotz „keine Kinder wollen“!
      Liebe Grüße: Mama007

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