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Altern – aber bitte mit Würde…

Februar 24, 2012

Letztens gabs dieses Interview mit einem 66-jährigen Modell in der Zeit. Ehemalige Tänzerin und Schauspielerin, nun Model. Mit 66 Jahren. Und erzählt uns nun, was man tun sollte um faltenfrei und fit zu bleiben – ich glaube, das macht mich nochmal krank. Ist ja alles gut und schön – aber wieso präsentiert man uns immer diese Ausnahmefrauen als Super-Interview-Partner? Wo bitte, bleiben die Interviews mit normalen Frauen, Müttern, Alten Damen?

Seit Jahren ärgere ich mich über solchen Kram, denn ich kann solche Interviews gerne akzeptieren, aber nur wenn die Zeitungen uns auch mal Gegenmodelle der breiten Mehrheit präsentieren würden, statt immer nur der Ausnahmefrau und -mutter. Amy Chua die Tigermutti, oder die Frau, die ihr Baby nach dem Marathon bekam, nun hier das 66-jährige Model. Hej, wo sind die Alltagsfrauen????? Gibts uns denn irgendwo in dieser Riesenmedienlandschaft? Mich ärgert das. Ständig wird man damit bedroht, dass man all diesen Sondermodellen, die natürlich gesellschaftlich als erstrebenswert gelten, nicht gerecht wird. Zu dick, zu wenig Sport, zu wenig Erziehung, zuviel Mutterliebe, zuwenig Mutterliebe, zu viel Zeit fürs Kind, zuwenig Zeit fürs Kind, Karrieremutter und Übermutter.

Ich meine, am Ende hört man ja dem ganzen Gerede eh kaum mehr zu, aber es ändert nix daran, dass es mich ärgert. Jedesmal wieder wenn ich sowas lese und denke: „Mann oh Mann. Könntet ihr bitte mal NORMALE Leute interviewen?“  .

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4 Kommentare leave one →
  1. Februar 24, 2012 8:56 am

    Hm … eigentlich finde ich es ja schon gut und spannend, wenn Ausnahmen präsentiert werden. Allerdings nur dann, wenn schon auch mitpräsentiert wird, dass und warum die Person eben eine Ausnahme darstellt. Das Interview mit Eveline Hall liest sich für mich übrigens fast traurig … diese Frau erscheint mir eher als negatives „role model“.

    • Februar 24, 2012 9:20 am

      Ich habe auch nix generell gegen Ausnahmen. Nur sind die Ausnahmen bzw. die Ausnahme-Personen in den größeren Medien eben die Regel. Im positiven wie im negativen Sinne, der „Durchschnitt“ mit durchschnittlichen Leistungen oder Problemen kommt fast nie vor. Und so langsam baut sich da bei mir ein gewisser Hass auf… muss ich zugeben.
      Grüße: Mama007

  2. Käfer permalink
    Februar 24, 2012 8:58 am

    Würde… bitte, die ist doch nicht käuflich, aber dafür Schlankheitsmittelchen und teure modische Sports“wear“ oder Nachhilfe für Kinder oder Englisch-Kurse für Babys… und die Leute kaufen diese Zeitungen / Zeitschriften und dann die Produkte, die eine „Korrektur“ ihres „Fehlers“ versprechen.

    Werden sie glücklicher dadurch? Selbstsicherer? Zufriedener?

    Ich wünsche mir auch mehr echte, also normale Menschen in der Medienwelt. Die sind sowieso interessanter, als diese Plastikwesen, die sich mit Oberflächlichkeiten aufhalten, doch solange Menschen Sendungen ansehen, wo jemand fertig gemacht wird, weil er nicht chic aussieht oder nicht nach der neuesten Mode rumläuft oder sich nur glücklichseinkönnend glaubt, wenn der Busen alle Körbchengrößen sprengt, werden uns wohl weder die alleinerziehende Mutter von nebenan, noch der Punk, der mit 35 den Schulabschluss nachholt, noch der kleine Handwerker, der Oma Schmidt kostenlos die Heizung repariert, damit sie nicht erfrieren muss oder eine kleine, skandalfreie Familie in üblichen Zeitungen und zu üblichen Sendezeiten begegnen.

    Ein Armutszeugnis

    LG Käfer

  3. Februar 24, 2012 10:40 am

    Ja, ich stimme Dir zu. Diesen Artikel habe ich mir gerade erstmal durchgelesen und muss sagen, gerade diese Frau strahlt überhaupt keine Würde aus, weil sie sich wehrt alt zu werden und zu fühlen. Was bitte, ist denn daran so schlimm. Und als Ballettänzerin ist sie auch kein typischer alter Mensch. Wenn ich schon lese, das Madam sich lieber jüngere Liebhaber sucht, weil sie selber ja auch ein serh „körperliocher“ Typ ist, na also……?
    Familie hat sie nicht, lange Beziehung auch nicht, Witwe nicht, finanziell im abgehobenen Bereich, Leben im „Künstlermilieu“. Was soll uns das vermitteln, nicht mal wirklich zu sagen hat die Frau.
    Andererseits kann man der Presse keinen Vorwurf machen: wer will schon den eigenen Alltag sehen, davon lesen. Den kennen wir, das haben wir immer vor der Nase, das ist auch meistens nicht so, das es Millionen zum lesen/kaufen animiert. Die wollen einfach nur Quote und Geld, unsere Gesellschaftsform, ob wir wollen oder nicht. Schade!

    Kleiner Tipp:
    Habe gestern mal was schönes gelesen, bei jemanden, der was zu sagen, zu singen, zu malen, zu spielen, zu erzählen hat und viel bewegt: Hermann van Veen. Hat auch einen Blog, so schön!!! Kam über Alfred Jodokus Kwak dazu, übrigens echt tolle Kinderfilme. Kindgerecht, aber kiritsch (Gesellschaft, Rassismus, Krieg, Freundschaft, Liebe wird theamtisert und die Kinder schauens gerne) Wir gucken nämlich kein Fernsehn, nur Filme auf DVD bisher gerne die augsburger Puppenkist und ich suchte nach was neuem. Das Urmel würde den kleinen Mann bestimmt begeistern, Dions, Forscher, tolle Geschichte und man kann schön die Länge von 15-20 min pro Teil bestimmen.

    Liebe Grüße, Sabine

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