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Strategisch denken!

März 20, 2012

Maike von Wegen hatte weiterverlinkt, auf einen Deutschlandradio-Beitrag über „Strategien Alleinerziehender“, in dem sie auch vorkommt. Ein großartiger, emotionaler Beitrag, bei dem ich so oft daran denken musste wie das war, als der Kleine Mann und ich mal 1-2 Wochen alleine zurecht kommen musste, weil Papa007 arbeitsmäßig unterwegs war. Hart war das. Sehr hart. Und ganz was anderes als das Kind mal eben ein Wochenende lang alleine zu betreuen, vielleicht im Urlaub oder sonstwo. Sondern ganz normaler Alltag. Und dabei nur 1-2 Wochen. Keine Jahre und Jahre, wie echte Alleinerziehende. Und es ist sch…. egal ob du krank bist, erschöpft oder einfach nur nen schlechten Tag auf Arbeit hattest – das Kind will DICH. Dich als Mama. Alles andere – egal. Und ganz ehrlich: Sachen wie „Du, Mama ist heute so müde“ finde ich schwierig.

Na gut, als ich dann an einem Wochenende krank UND alleine war und der Kleine Mann groß was unternehmen wollte hab ich ihn auch um Verständnis gebeten, dass wir heute NUR Fernsehen schauen werden. Kein Spielen oder so – Mama hatte Fieber und war überhaupt eben richtig krank und nicht spielfähig. Und am nächsten Tag zum Glück wieder recht und schlecht „fit“. Bis heute bin ich froh, dass mir damals auch Freunde was abgenommen haben. Mal den Kleinen Mann abholen zum Beispiel, weil ich nach den normalen 8 Stunden Arbeit auch noch Abenddienst hatte und niemand konnte ihn (den Dienst) übernehmen. Aber wie mag das sein wenn man IMMER und IMMER alleine ist. Und wenn es dann so ist wie meist: Hilfe muss man sich suchen, angeboten wird sie nicht? Man muss sie sich suchen, andere Leute fragen, Absagen einstecken oder fühlen wie es ist, dass Helfen eigentlich eher für den Anderen anstrengend ist und er sich nur irgendwie dazu durchringt weil er glaubt er schulde einem das jetzt.

Ich wünsche mir, dass Hilfe angeboten wird. Ich will sie nicht erbitten müssen. Genau deshalb habe ich gelernt zu schalten wenn ich höre dass Menschen die mir wichtig sind, in schwierigen Situationen stecken. Wenn sie Stress haben, Kinder kriegen, krank sind. Wir bieten es ihnen an, immer und immer wieder. Bis sie merken, dass es uns ernst ist. Mit der Hühnersuppe. Mit dem Babybetreuen. Mit dem „Klopf an, wenn es dir schlecht geht, und iss mit uns!„.

Aber das Hilfe anbieten ist etwas, dass man sich antrainieren muss. Man muss darüber hinweghören, dass andere „es natürlich alleine schaffen„. Was jeder immer sagt. Weil es uns so antrainiert wurde: Sei selbständig. Sei genügsam. Du schaffst das schon. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Is´ ja schön wenn sie das tun, aber ein bisschen Hilfe kann jeder gebrauchen. Vor allem wenns gerade schwer ist mit dem Leben. Man muss hinhören und es dann auch sagen. Das „Wir können dir auch mal was abnehmen.“.

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5 Kommentare leave one →
  1. Anne permalink
    März 20, 2012 3:05 pm

    Guter Text. Alleinerziehende bewundere ich auch seit langem sehr. Und ich denke, es sind vor allem auch die vielen schwerwiegenden Entscheidungen, die man täglich für seine Kinder treffen muss, die man gern zu zweit schultert. Zum Thema Hilfe annehmen können: Ich glaube, man muss auch lernen, Hilfe zu erbitten. Genau, wie du sagst; wir haben es gelernt, immer funktionieren und stark sein zu müssen. Ich finde es auch eine unglaubliche Überwindung, zu fragen und hoffte/forderte/erwartete immer, dass es einem doch angeboten werden müsste. Aber wenn man bspw. um sich herum nur Familien hat, die selbst viel um die Ohren haben, wenn man Schwiegerleute hat, die im Umgang unsicher sind und selbst nicht so recht Ideen haben, wie sie hilfreich sein könnten, dann ist es gut UND wichtig, ganz klar formulieren und um Hilfe bitten zu können: Könnt Ihr die Mittlere zum Tanzen bringen, ich bin krank und mein Mann muss arbeiten, kannst du mir Windeln vom DM mitbringen, ich hab sie vergessen, passt ihr kurz auf den Kleinsten im Sandkasten auf, ich muss schnell die Große aus der Schule holen. Ich bin auch froh zu wissen, dass meine Nachbarinnen und Freunde ihre Wünsche klar ansagen können, denn mit drei Kindern hab ich eben auch genug um die Ohren und es ist wichtig zu wissen, dass man gefragt wird, wenn man helfen könnte. Und mittlerweile bin ich fast schon genervt von Leuten, die sich immer beschweren, dass in der Bahn keiner aufsteht oder keiner den KiWa mit anfasst, weil meine Erfahrung ganz klar zeigt: die Leute sind nicht unhöflich, sondern nur in Gedanken und kaum einer verweigert einem angefragte Hilfe. Dein Credo, Hilfe öfter schon vorab anzubieten, schreib ich mir dennoch mal wieder hinter die Ohren!

    • März 21, 2012 7:28 am

      Ja, Hilfe erfragen ist sehr wichtig. Oft passierts uns allerdings auch, dass angebotene Hilfe sehr schroff mit nem „Schaff ick ooch alleene!!!“ abgelehnt wird. Das macht mir das Weiteranbieten manchmal schwer – aber die schönen Erfahrungen relativieren das dann wieder. Und bei drei Kindern (Respekt!) muss man wohl sowieso ganz anders planen und „netzwerken“, oder?
      Liebe Grüße: Ihre Mama007

      • Anne permalink
        März 21, 2012 5:37 pm

        Naja, also zwei Kinder unter drei, das war extrem anstrengend, aber ab drei wurde es wieder einfacher ;-). Das empfundene Stresslevel bleibt irgendwie eh immer ungefähr gleich, ob ohne Kind und Kegel mit 40 h-Job, ob mit dem ersten, zweiten dritten, man konnte immer erst hinterher sagen, dass es früher doch eigentlich viel weniger anstrengend hätte gewesen sein müssen ;-). Man muss ja dann einfach von dem objektiv höheren Stressanteil die Weisheit und Gelassenheit der Mehrfachmutter abziehen und das automatisch mit jedem Kind gewachsene Netzwerk durch Kita, Rückbildungskurse, Sandkastenbekanntschaften. Das gleicht sich alles wieder aus! Auch liebe Grüße zurück! Anne

  2. Anna permalink
    März 21, 2012 5:21 pm

    Hört sich vielleicht „kitschig“ an, aber Alleinerziehende sind für mich schon so was wie wahre Alltagshelden. Ich bin froh, dass meine Phasen als „Alleinerziehende“ sich auf maximal eine Woche beschränkt haben und das auch nur gelegentlich. Aber das alles alleine zu wuppen – vom finanziellen Aspekt mal abgesehen… ein Kraftakt in jeglicher Hinsicht.

    • März 22, 2012 12:19 pm

      Ja, und es gbt soooo viele davon. Oder Halb-Alleinerziehende bei denen der Partner nur am Wochenende da ist, oder ähnliches. Respekt, wer da durchhält! Obwohl: Nicht durchhalten geht ja eh nicht, oder?
      Grüße: Mama007

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