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Work-Life-Balance

April 17, 2012

Jaaa, Supermodewort: Work-Life-Balance. Oder, auch sehr beliebt: Qualitytime. Wird ja immer wieder empfohlen um das bisschen Lebenszeit irgendwie zu organisieren und zu verbessern.

Ich frage mich nur, jetzt wo so viele darüber schreiben, auch Ratgeber und lauter so Kram: wie misst man das bitte? Und wo wirds schwammig?
Ich mein, zum Beispiel Work-Life-Balance. Work – is´klar, oder? Büro, logisch. Aber zuhause? Ist Tisch abräumen und abwaschen Work oder schon Life? Darf ich das definieren? Für mich fällt das nämlich eindeutig unter Work. Life – das ist doch eher  rumliegen, lesen, mit dem Kleinen Mann was machen. Aber da wirds auch schon schwierig: wir sollen ja immer QUALITY-Time einplanen. Also: Zeit, die uns qualitätsmäßig was bringt, für uns beide, für unsere Beziehung, für die Familie. Aber was ist mit Zeit, die wir jeden Morgen in der S-Bahn verbringen? Das ist definitiv Quantity-Time, die sich aber durchaus als Quality-Time bezeichnen lässt, weil wir da immer noch bisschen kuscheln und erzählen.

Und was ist, wenn in potentieller Quality-Wochenends-Time so Sachen fallen wie: eine halbstündige Diskussion zum Thema: Darf ich jetzt um 19.50 noch 20 Minuten Dinos gucken und warum muss ich schon ins Bett? Inklusive: „Wenn du so böse mit mir redest, dann wirst du schon sehen was dann passiert!!!!“ . Ernsthaft, hat der Kleine Mann neulich zu uns gesagt. Wohlgemerkt, „Böse“ bezog sich dabei auf meine mit fester Stimme vorgetragene Aussage, dass es auch eine Schlafenszeit gäbe und die Dino-Guck-Zeit JETZT leider vorbei sei. Ich schrei meinen Sohn doch nicht an! Zieht sowas die Qualitytime nun runter und entwertet sie sozusagen? Ich brauche einen persönlichen Berater – oder, vermutlich billiger, viel Humor. Denn irgendwie funktionieren diese Konzepte eben doch nicht. Oder nur marginal. Bei mir jedenfalls nicht. Eventuell bin ich aber auch nicht konsequent genug in der Anwendung solch schlauer Konzepte.

Oder mir fehlt das richtige Beraterbuch. Gut, dass ich heute abend ganze 60 Minuten FREIZEIT habe, da schaff ichs vielleicht in einen kompetenten Buchladen….

 

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3 Kommentare leave one →
  1. April 17, 2012 2:15 pm

    Du sprichst mir dermaßen aus der Seele!
    Auch ich bin Opfer der eigenen „Qualitätsprüfung“….
    Und ich bin grad so erleichtert, dass nicht nur ich ein Work-Life-Balance Legastheniker zu sein scheine…
    Isses bei dir schon so schlimm wie bei mir… das es mit schlechtem Gewissen verbunden ist, wenn die sogenannte Qualitätszeit manchmal nur homöopathische Mengen beträgt…und man aber eigentlich gar nicht so recht weiss, in welche Schublade man welche Aktivitäten stecken soll?!

    • April 18, 2012 11:24 am

      Ich versuche, das Ganze klein zu halten, aber es gibt so diese furchtbaren Tage an denen man selber einfach so platt ist dass selbst „Quality-TIme“ einfach nur zu „Quäl-time“ wird. Denn prinzipiell lockt ja an diesen Tagen nur eines: das Bett / Grüne Wiese.
      Auweia….. Ihre Mama007

  2. Anne permalink
    April 17, 2012 7:58 pm

    Vergiß die Quality-Time! Sowas führt ganz schnell dazu, nur noch den situativen Bedürfnissen des Kindes nachzugeben und damit keinen glücklich zu machen (auf Dauer). Kinder wissen zwar genau, was sie wollen, aber nicht immer, was sie brauchen. Und was sie wirklich brauchen, um eine gute Zeit mit Dir zu verbringen, ist eine klare, sichere Mutter, die weiß, was sie will.Deine explizite Ansage macht den kleinen Mann kurz wütend, und das darf er ja auch sein (wärest du an seiner Stelle auch), aber auf die Dauer befriedigt das viel mehr, denn es bringt ihm Gewissheiten und klare Rahmenbedingungen, als eine zögerliche, nachgiebige Mutter, die offenbar selbst nicht genau weiß, was sie eigentlich will. Ich weiß schon , an manchen Tagen fühlt man sich miserabel und hat das Gefühl, immer nur zu kämpfen. Dann schaff den Ausgleich lieber später, zu einem anderen Zeitpunkt, in dem du was Schönes mit ihm machst, bevor er etwas einfordert. Und als Life definiere doch einfach, alles, was du einigermaßen zufrieden erledigst, manchmal ist das halt auch die Wäsche, weil du ein Hörbuch dabei hören kannst und grad nicht fürs Kind zuständig sein musst, und manchmal ist bei mir auch ganz viel Life auf Arbeit, weil man gerade einen Flow im Team hat und Spaß hat und lacht und so. Und danach guckst du, ob sich der Spaß und die Begeisterung mit der Pflicht mindestens die Waage halten, und fertsch is die Balance :-)).

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