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… und dann kommt was Neues.

Mai 7, 2012
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Ich weiß !!„, sagt der Kleine Mann, „wenn man gestorben ist, dann muss man den eingraben. Und dann kommt was Neues!“ . Genau, Kleiner Mann. Erfasst. Nur dass es uns, als Da-Bleibenden, erstmal sehr schwerfällt damit klarzukommen, dass nun was Neues nachkommt und das Alte nicht mehr da ist.

Oma war nämlich immer da. Kleiner-Manns-Uroma mit deren Rollator man immer so super durchs Heim sausen konnte. Uroma, die gerne mal nen Lolli mit dem Kleinen Mann schleckte. IMMER Schokolade in Riesenportionen für ihn hortete. Sodass der Kleine Mann zu Ostern Schokolade bekam, die wir Oma gerade zu Weihnachten geschenkt hatten. Und dann noch ein Eis. Und ein Stück Kuchen.

Oma weigerte sich, sich von den Schwestern im Heim helfen zu lassen. Lieber machte sie was anders oder gar nicht. Lieber rollerte sie alleine in den Aldi als andere zu bitten. Jetzt ist sie einfach gegangen, und für sie ist das bestimmt schöner wenn man nicht mehr aufwacht als sich langsam ins Dunkel zu begeben was  nun für sie angestanden hätte, als die Augen immer schlechter wurden.

Oma war „Würstchen beim Fleischer auf die Hand kaufen“ für mich. Und lecker Kochen. Oma hatte weiche Haut und machte die besten Bouletten der Welt. Oma konnte früher mal steptanzen und lief über die zugefrorene Elbe bei Magdeburg. Oma bekam zum Kindergeburtstag Silberlöffel von „Silbermann und Söhne, Magdeburg“ geschenkt, die nun auf unserem Kaffeetisch liegen. Die Engländer fand sie netter als die Russen, weshalb der Kleine Mann für sie immer „Mein kleiner Boy!“ war und nicht etwa „malenkii maltschik“. Oma konnte super nähen und hat mir ihre selbst gemachten Ensembles vermacht. Oma hatte einen Brieffreund, der in Kriegsgefangenschaft kam und daher plötzlich aus ihrer Welt verschwand. Und dann kam Opa und Oma arrangierte sich mit ihrem Leben.  Aber der Brieffreund war bis zum Schluss immer da. Er war Anfang 90, Oma 87 und Opa seit einiger Zeit tot.

Oma hat mir gezeigt, dass man sich mit einigen Dingen auch einfach arrangieren kann ohne dass das Leben deshalb nicht mehr lebenswert wäre. Oma ist immer wieder aufgestanden und hat weiter gemacht. Oma war: sich aufrappeln, immer weiterleben und trotzdem zufrieden sein. Jetzt darf sie sich ausruhen und wieder alles alleine tun. Aber hier fehlt sie. Ganz dolle.

(Oma, Mama007 und der Kleine Mann in ganz klein.)

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2 Kommentare leave one →
  1. Mai 9, 2012 6:25 am

    Mein herzliches Beileid

  2. Anna permalink
    Mai 9, 2012 2:44 pm

    Fühlen Sie sich mal virtuell von mir gedrückt, liebe Mama 007. [Würde so gerne passendere Worte finden, aber ich bin da leider ganz schlecht drin… 😳 ]

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