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Low Profile

September 19, 2012

Es gibt ja Leute, die unternehmen alles mit Kind. Egal zu welcher Uhrzeit und welche Unternehmung. Ich eher nicht. Ich bin Low Profile.

Erstens: der Kleine Mann wollte selbst als Baby zu einer ganz bestimmten Zeit im Bettchen liegen. Und nein, an Mamas Bauch schlief er nur tagsüber, abends aber musste und musste und MUSSTE es das Bettchen sein. War es das nicht, wurde anhaltend gebrüllt bis Mama007 und Papa007 taten was sich der Kleine Mann wünschte: nach Hause gehen. Da war er drei Monate. Zweitens: auch ich selbst bin eher der Typ der nicht nachts durchmacht und brauche meinen Schlaf. Und wenn nicht Schlaf, dann wenigstens Erholung zuhause. Und als der Kleine Mann ankam, noch mehr.

Wir waren also eher nie die Typen die groß abends was machen, und solange der Kleine Mann ganz klein war, haben das auch alle akzeptiert. Als er aber älter wurde hieß es immer und immer wieder: Mensch, jetzt könnta doch mal mitkommen! oder Warum möchtet ihr denn nicht, nehmt ihr den Kleinen eben mit! Er is´ doch schon Vier! Ich sage aber: Ja…., aber NEIN. Der Kleine Mann wird ab 19.30 unleidlich, daran hat sich in den letzten 5 Jahren nichts geändert. Und wenn ich abends weggeh, möchte ich mit Freunden zusammen sein und nicht Kindermädchen spielen für einen unleidlichen kleinen Kerl, der jetzt gerne im Bett läge.

Außerdem ist es für mich so: ich bin 10 Stunden am Tag außer Haus. Den Kleinen Mann sehe ich morgens von 6.30 bis 8.20 und dann abends wieder ab 17.00 bis 20.00 Uhr. Und natürlich am Wochenende, sofern ich da nicht arbeiten muss, was auch vorkommt. Zudem gibt es da noch Sport und Herzensarbeit, die ebenfalls Zeit für sich möchten. Ich liebe meine Wohnung und bin gerne mit beiden Kerlen zuhause und zusammen. Wenn ich also schon sowenig Zeit für die beiden habe, dann möchte ich die auch genießen. Ich möchte sie für mich alleine, zumindest häufig wenn nicht immer. Und deshalb sage ich oft NICHT zu wenn uns oder mich jemand für abendliche Vergnügungen einlädt – Geburtstage und größere Familienfeiern ausgenommen. Und ich habe es endlich in den letzten beiden Jahren geschafft, mich nicht dafür zu entschuldigen und mich auch nicht mehr schlecht zu fühlen.

In meinem Leben gibts Dinge die Priorität haben und wer mich abends treffen möchte, darf gerne auch uneingeladen zum Essen und Quatschen vorbeikommen und ja, hin und wieder treffe ich mich natürlich auch abends mit Freunden – aber allein. Ich schleppe mich aber nicht auf Abendveranstaltungen und nehme außerdem noch den Kleinen Mann mit, weil jemand findet dass da nix dabei wäre und das alles so easy ist. Jeder ist anders und jedes Kind ist anders. Es gibt Kinder in unserem Bekanntenkreis, die halten bis 23.30 durch und sind glücklich. Der Kleine Mann aber nicht – und ich auch nicht. Also machen wir das auch nicht. Wir bleiben Low Profile und machen das, was wir als das Beste für uns herausgefunden haben. Danke fürs Verständnis.

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8 Kommentare leave one →
  1. September 19, 2012 8:15 am

    Und ich dachte schon wir sind schrullig! Sind wir ja gar nicht, wo ich jetzt deine Einstellung kenne.
    Jeder Satz trifft meine Ansichten. Halte durch! 🙂

    • September 19, 2012 8:26 am

      Versprochen. WO ich es doch gerade geschafft habe mich nicht mehr dämlich und unter Druck deswegen zu führen. Jetzt isses viel einfacher.

  2. September 19, 2012 8:24 am

    sehr schön…ich hatte mir auch vorgenommen, das kind im zweifelsfall immer und überallhin mitzunehmen. das ging genau 8 monate gut. seitdem: wehe der mittagsschlaf wird ausgelassen, oder der abend zieht sich und endet nicht in seinem bett. ich finds nur dämlich, dann für eine übermutti gehalten zu werden (nicht, dass das schon mal jemand gesagt hätte…), denn ICH hab nix davon, wenn das kind übermüdet durch die gegend tollt…darum auch am wochenende: alles schön um den mittagsschlaf organisieren. gähn.

    • September 19, 2012 8:27 am

      Genau, man selbst hat nämlich GAR KEINEN Spaß wenn man ein Kind sein eigen nennt das gerne schlafen möchte. Ich kapier nur nicht warum es anderen Eltern nicht klar ist, dass es eben auch Kinder gibt die NICHT bis 23.00 UHr frühlich und klaglos durchhalten. Die halten das für die Regel, anscheinend. Komisch.

  3. September 19, 2012 9:37 am

    Und genau das war der Punkt, an dem sich unsere Freundschaften damals getrennt haben. 😕 Ich habe von Anfang an dafür gesorgt, dass der Junior einen festen Tagesrhythmus hat. Und wissen Sie was? Den hat er bis jetzt beibehalten, ohne dass ich was sagen muss – natürlich in altersentsprechender Form. 😛

    Er (13J.) kommt aus der Schule, setzt sich ohne Diskussionen an seine Hausarbeiten, geht zu vernünftigen Zeiten ins Bett und hat das ganz einfach verinnerlicht. „Bezahlt“ haben wir das damit, dass ich nie nach der Schule mit den anderen Müttern nebst Kindern auf dem Spielplatz gesessen und geklönt habe oder dass wir am Abend ganz spießig zu Hause waren, weil das Kind eben ab einer gewissen Zeit müde war. Ja… schon komisch, wie leicht man als „Supermama“ hingestellt wird, nur weil man feste Regeln hat. Aber mittlerweile kann ich gut damit leben. Vor allem da ich sehe, was dabei rausgekommen ist. 😉

    • September 19, 2012 9:43 am

      Uiuiuiui! Erstmal: Welcome Back „formerly known as….“, ich dachte schon du wärst ganz weg. HA!
      Und: danke für die Unterstützung. Wir sitzen zwar nach dem Kindergarten schon auf dem Spielplatz aber eben ziemlich genau bis 18.00 Uhr. Und wenn es ans ZUbettgehen geht,s agt der Kleine Mann schon von selbst unseren Satz: „Und jetzt: Zähne putzen- Buch vorlesen- und AB INS BETT!!!!“ und freut sich n Keks. Krank? Nee, super! Im Sommer konnte er nämlich wegen Helligkeit selten vor 21 Uhr einschlafen und war dementsprechend gnatschig am Morgen. Jetzt sind wir wieder bei 19.30-20.00 UHr und alles ist schick.
      Ein Traum…. Ihre Mama007

  4. Fritzi permalink
    September 19, 2012 9:42 am

    Das kann ich ganz genau so unterschrieben!
    und die Kids haben da irgendwie auch nicht so viel von, selbst wenn sie wach bleiben…

  5. timaios permalink
    September 19, 2012 9:53 am

    „Halte durch!“ – Durchhalten? Gegen wen denn bitte durchhalten? Hallo? Gegen die eigenen Freunde, die einen beim (alten, überkommenen, revidierten) Wort nehmen? Die selbst müde werden, müde weiterhin vergeblich einzuladen? Wow, ich seh schon den Beitrag in zwei Jahren: „Ohne es zu merken, sind wir ja nun doch vereinsamt. Wie kam das bloß?“
    Hm, ich bin mir schon darüber im Klaren, dass es mit Kindern nicht einfach ist. Aber mit Freunden mit Kindern isses das auch nicht. (Während es wiederum mit den Kindern der Freunde mit Kindern ziemlich einfach ist. Verblüffend.) Soll denn das ernsthaft eine Lösung sein: Dass sich die Freunde der Freunde mit Kindern auf die veränderten Lebensumstände selbiger einlassen und also immer mal, wenns grad passabel ist, hinzukommen, aber umgekehrt dann eher jetzt doch nicht mehr so, weil „ach, dat Kinde“… Klingt ziemlich einseitig, oder? Klingt schon etwas nach: „Freunde? Ja natürlich! Jedenfalls bis zum Kinde…“
    Andererseits: Womöglich ist das tatsächlich die pragmatische Lösung. Aber dann wird sie vielleicht nicht auf Dauer Bestand haben, weil nach und nach ihr Problem verschwinden wird. Denn dann bleibt nach und nach nur die Kernfamilie. Und das Bedauern darüber, dass nur die Kernfamilie blieb. Und die Frage nach dem Dorfe, das doch einstmals gemeinschaftlich die Erziehung besorgte. Und die damit verwandte Sehnsucht nach dem Mehrgenrationenhaus. Hm, das passt doch alles nicht zusammen…

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