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Ich will nie wieder meckern…

Oktober 31, 2012

Na gut: vielleicht nicht NIE wieder meckern, aber über dieses Thema nicht mehr meckern. Und ich weiß, dass Geschichten dieser Art immer mal wieder durch die Presse geistern, aber so selbst erzählt hatte ich noch keine gehört. Daher meine Empörung. Okay, hier die Geschichte:

Neulich traf ich nämlich eine alte Bekannte, die mir von ihren Kindergartenerfahrungen in einem anderen Bundesland erzählte. Und, ganz ehrlich: ich will nie wieder darüber meckern wie es hier in der Hauptstadt ist. Wenn ich das glauben darf, was sie erzählt hat (und sie übertreibt selten) dann gibt es in ihrer Landeshauptstadt im Westen der Republik so gut wie keine Betreuung für Kinder unter einem Jahr. Bleibste halt zuhause. Zwangsweise.

Sind die Kinder zwischen einem und drei Jahren alt, gibts die Krippe. In der Krippe ist wohl statistisch gesehen etwa Platz für ca. die Hälfte der vorhandenen Kinder. Also muss man sich anstrengen um einen Platz ergattern oder selber Hand anlegen, selber was gründen oder als Eltern ständig bereit sein, Notbereitschaft, Putzdienste, Garteneinsätze u.ä. zu übernehmen. Oder eben weite weite Wege in Kauf nehmen.
Momentan ist ihr Kind gut zwei Jahre alt, weswegen nun der Wechsel in den Kindergarten ansteht. Offenbar gibts kaum Institutionen die die Kinder durchgehend zwischen einem und sechs Jahren betreuen, also muss sich das Kind eben wieder in eine Kita eingewöhnen. Und sie sucht nun schon mal prophylaktisch nach einem Kitaplatz für nächstes Jahr.
Momentan aber gibts überhaupt keine Kita die sie nehmen würde, da beide Eltern arbeiten. Also müssen sie sich BEWERBEN. Es gibt in dieser westdeutschen Großstadt also Probetage für Eltern mit Kindern, sodass sich die Kita ein BILD von den Eltern machen kann und sich dann das passende Kind aussucht. Durchschnitt: 50 Bewerbungen auf einen Platz. Noch dazu kommt das Problem, dass viele Kitas Kinder nur im August aufnehmen wenn die Grossen in die Schule abgehen und so Plätze freiwerden. Was aber, wenn das Kind im September oder später geboren ist und NOCH nicht drei Jahre alt ist? Meine Bekannte bekam dazu in einer Kita zu hören, das ginge dann eben nicht mit dem Bewerben, wenn das Kind dann noch ZU KLEIN sei. Super, dann setz doch einfach aus mit Arbeiten! Bis das Kind genau altersmäßig ins Raster passt!

Nachdem ich das gehört hatte, musste ich es erstmal verdauen. Ich meine, wir haben auch länger gesucht und mussten uns einiges anhören, auch doofe Bemerkungen. Aber am Ende hats doch geklappt, und sogar zum Januar statt zum August.

Und nun frage ich euch: bin ich hauptstadtverwöhnt????? Hier bekommt eigentlich jedes Kind einen Platz wenn man nicht gerade den ganz speziellen Supersonderkindergarten sucht. Die Hauptstadt hat die Kitagebühr ab dem 3. Lebensjahr abgeschafft um die Hemmschwelle von Eltern mit Migrationshintergrund gegenüber den Kitas zu senken und so die Kinder früher in ein deutschsprachiges Umfeld zu bringen. Das soll später in der Schulbetreuung und Ausbildung Geld sparen, denn je früher man ansetzt, und so… Ja. Das Essen kostet an die 20 Euro im Monat. Die Kitagebühr wird einkommensabhängig berechnet.

Wie ist das bei euch, in euren Bundesländern oder Gemeinden? Ich fänds schön, wenn ihr mir eure Geschichten schicken wollt und ich veröffentliche sie hier: wenn ihr wollt anonym oder mit Namen. Können wir uns als Hauptstadtbewohner glücklich schätzen oder nicht? Wie siehts im Osten und Westen aus? Wie sind eure Erfahrungen?

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20 Kommentare leave one →
  1. Oktober 31, 2012 8:25 am

    Aus meiner Erfahrung raus: Jaaaa, ihr habt`s gut! Allein, dass die KiTa-Gebühren einkommensabhängig berechnet werden bzw. ab dem 3. Jahr ganz wegfallen: WOW! Von sowas träume ich hier im Süden nur. Ich hatte als AE 600 Euro KiTa plus Mittagessen auf dem Zettel. Für zwei Kinder. Genau so viel, wie auch Super-Doppelverdiener zu zahlen gehabt hätten. Ermäßigt war dann allerdings das sogenannte Spielgeld. Zehn statt zwanzig Euro im Quartal^^
    Es gibt auch in BY die Möglichkeit, die KiTa-Gebühren (teilweise) vom Jugendamt übernommen zu bekommen. Allerdings lassen einem da die Einkommensgrenzen auch wenig Luft zum Atmen.
    Die Betreuungsqualität ist sehr unterschiedlich, nach allem was ich erlebt habe in der Stadt aber um Längen besser als auf dem Land (wo man sich glücklich schätzt, wenn es überhaupt eine Einrichtung gibt). Wir sind einmal umgezogen, weil unsere Einrichtung kommentarlos sechs Wochen vor den Sommerferien mitteilte, dass sie zu den Sommerferien dicht machen^^
    Die nächste KiTa….ach, was erzähl ich: bei euch scheint es besser als in BY und ich bin froh, diese Zeit schon hinter mir zu haben.

  2. Fritzi permalink
    Oktober 31, 2012 9:45 am

    Wir gehören wohl auch zu den wenigen Glücklichen im Süden (BW).

    Zwergnase wird seit sie 7 monate alt ist in einer guten „Großtagespflege“ betreut. d.h. zwei Tagesmütter haben eine gute Einrichtung mit bis zu 9 Kindern. Unsre Tochter (16 monate) fühlt sich super wohl und winkt manchmal der Mama zum abschied ganz beiläufig, während sie schon auf die anderen und die Spielsachen zurennt. 4 Vormittage kosten uns 200 Euro. Den Rest bezuschußt die Stadt.
    Hoffentlich verlässt uns das Glück nicht mit dem gewünschten Kindergartenplatz, denn den Anmeldungsstreß haben wir auch schon hinter uns, aber die Hoffnung auf den ein oder anderen Kindergarten ist klein.
    Es gibt hier so RIEßIGE Unterschiede! von Wald, über Walddorfkindergarten, bis hin zu denen bei denen man ganz viel mitarbeiten MUSS, oder in dem Kirchlichen(!) Kindergarten in dem die Kids einfach vor ’nen Fernseher gesetzt werden. (da war ich ganz schön schockiert als ich das hörte, und für viele ist das auch noch völlig okay! da hab ich nur noch Fragezeichen im Kopf) Hoffe sehr auf den Platz im Waldorfkindergarten.
    lg, und allen mit schlechten Bedingungen wünsche ich ganz viele neue Tagesmütter und gute KiGa plätze in der Nähe!
    Fritzi

  3. Oktober 31, 2012 12:42 pm

    Ich hab‘ schon geflucht. Ich hatte für meinen Sohn eine Tagesmutter, die dann leider abgesprungen ist bevor ich das 2. Kind auch abgeben wollte. Eine neue Tagesmutter fand sich sehr schwer und diejenige, die ich dann probeweise hatte, sprang auch ab. Ich meldete mich schon davor beim Kita-Verein, doch die meinten, die Wartelisten seien lang. Die Regierung meint immer, es hätte doch genügend Plätze. Iwo! Klar, ich hatte 2(!) Kinder und wollte beide am selben Ort abgeben aber nur zum Minimum (2 halbe Tage) und relativ flexibel. Ich hatte aber Glück… an dem Tag als die 2. TaMu def. absagte, bekam ich einen Anruf der Kita. Die ist leider 20min vom Wohnort entfernt und wegen der Schlaferei kann ich die Kinder momentan nur 2-2.5h da lassen, bezahle aber voll CHF 72.- pro Nachmittag. Und wenn wir nächsten Sommer in die CH zügeln (wohnen jetzt in FL), dann werde ich wieder wechseln müssen weil ich sonst die Landessubvention bezahlen müsste und dann wird’s definitv zu teuer!

  4. iris permalink
    Oktober 31, 2012 8:39 pm

    http://www.nido.de/artikel/wohin-mit-unseren-kindern-frau-schroeder/ -kennste das? Ein paar schöne Beispiele sind unten dabei, wie es in einigen Städten ausschaut…

  5. Oktober 31, 2012 9:17 pm

    Als meine Kleine auf die Welt kam, hatte ich schon die Befürchtung, dass ich keinen Platz für sie mit einem Jahr bekommen würde, da ALLE U3 Plätze erst ab 18 Monate angeboten wurden. Familienfreundlich nennt sich die Stadt, hat aber generell wenig Plätze zur Verfügung. Glücklicherweise wurde in einer Kita das Alter runtergesetzt. Da dürfen nun Einjährige aufgenommen werden und ich kam rechtzeitig auf die Liste. Habe also einen Platz ergattern können. Da wurde aber nicht gefragt, ob wir berufstätig sind/sein werden etc., wir wurden einfach auf einen handschriftlich geführten Zettel geschrieben. Wer schnell ist, der hat eben Glück.
    Etwas weiter in Richtung (Groß-) Stadt sieht es noch mal anders aus. Da werden zig U3 Plätze geschaffen, die dann trotzdem nicht reichen. Dafür ist es relevant, ob berufstätig, alleinerziehend… In der einen Stadt werden die Kitagebühren nach Einkommen berechnet, ein paar Kilometer weiter spielt das keine Rolle. Ein Traum, würde die Kitagebühr ab dem 3. Lebensjahr abgeschafft. Denn einige Eltern melden das Kind erst für das letzte Kindergartenjahr an – dieses ist ja kostenfrei. Dabei täte es gerade diesen Kindern teilweise gut, wenn sie von Anfang an eine Einrichtung besuchen würden.
    Irgendwie scheint das alles noch so willkürlich zu sein. Und ich habe den Eindruck, als wüssten die Städte gar nicht mehr so richtig, was zu tun ist… in Hessen. 😉

  6. Oktober 31, 2012 10:21 pm

    Also, wir haben uns bisher für 5 (!) Kitas beworben. Alle mit jeweils nur 1-2 im nächsten August frei werdenden U3 Plätzen (bei jeweils ca 200 Bewerbern pro Platz). Ich bräuchte einen ab März, aber da hat mir direkt nach der Geburt jeder schon die Hoffnung genommen zumal es bei JAmt und Stadt bekannt ist, dass TagesMütter mit Plätzen für U3 so rar sind, dass sie es sich erlauben können stolze Extra-Gelder am JAmt vorbei zu kassieren. Gerade heute morgen bei der Impfung empfahl mir die Kinderärztin mich auch in anderen Stadtteilen zu bewerben (keine Ahnung wie ich dann jemals pünktlich ins Büro kommen soll). Bin schon sehr gespannt ob und in welche Kitas wir im Januar zum Vorstellungsgespräch dürfen…

  7. November 1, 2012 5:49 am

    Also hier in Dortmund/Ruhrgebiet ist es i.d.R.so, dass Kinder so ca. ab einem Jahr bei einer Tagesmutter untergebracht werden, weil entsprechende Kita-Angebote fehlen oder rar gesät sind. Was nun nicht heisst, dass wir hier ausreichend Tagesmütter haben, auch hier gibt es Wartelisten.
    Ab 2 Jahre kann man das Kind dann in einen KiGa unferbringen, aber immer nur zum August des Jahres. Ausnahmen gibt es bei den kirchl.Trägern, da ist eine Aufnahme auch zwischendurch möglich.
    Allerdings sind hier U3-Plätze auch rar gesät. Damals hatten sie bei uns nur 5 Plätze frei, da hofft und bangt man.
    Die Kosten berechnen sich hier einkommensabhängig und wie gesagt ob Ü3 oder unter 3. Zusätzlich kommen noch 55 Eur Essensgeld pro Monat dazu, egal ob das Kind da ist oder nicht.
    Das 3.KiGa-Jahr ist bei uns frei, aber wenn es ein jüngeres Geschw.kind gibt, zahlt dieses.

  8. November 1, 2012 8:04 am

    Wir kommen aus einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Meine ältere Tochter, heute 9, war mit ca. 1 Jahr in der Kita eines sozialen Trägers. Da herschten allerdings keine guten Zustände. Sie war zwei Wochen dort, eine Woche mit Durchfall zu Hause. Und das ingesamt 3 mal innerhalb von 6 Monaten! Als dann in der Spätschicht fast nur „Erzieherinnen“ anwesend waren, die nicht mal den Namen meiner Kleinen wussten, geschweigedenn einen Satz geradeaus sprechen konnten ( russische 1-EuroJobberinnen) wars mir zu blöd. Nach dem Wechsel in eine andere, sehr beliebte und belebte Kita, sind wir restlos glücklich. Unser Jüngster ging dort auch in die Krippe und nun in die Kita. Und meine Große ist nebenan im integrierten Hort des Trägers. Wir zahlten von 0-3 Jahren 173,- EUR und danach 160,- EUR. Der Hort steht bei 41,- EUR. Dazu kommen noch Essengeld ca. 35,- EUR ( Nur Mittagessen und Getränke) und in der Kirppe Windeln und Feuchttücher.
    Ich muss mich um nichts kümmern. Im Gegensatz zu einer Freundin aus Hessen, in deren Kita man die Kinder aus Mangel an Versorgungsmöglichkeiten zum Mittagessen nach Hause holen muss, oder ihm ein Brot mit gibt. Auch hier wurde ausgewählt, welche Familie passt.
    Ich bin froh, dass es hier im wilden Osten so ein gutes Netzwerk an Kitas gibt. Wir haben hier in unserem 35.000 Einwohnerkaff ingesamt 7 ! Allerdings muss man dazu sagen, dass auch Kinder aus den umliegenden Dörfern mit dabei sind!

  9. November 1, 2012 8:04 am

    Liebe Leser/innen, danke schon mal für eure Erfahrungen! Ich warte noch ein paar Tage auf eure weiteren Kommentare und würde dann einen Extra-Post daraus basteln, in dem alle noch einmal zu Wort kommen!
    Danke fürs Mitmachen und Erfahrungen teilen! Eure Mama007

  10. Nahema permalink
    November 1, 2012 11:59 am

    Hallo, wir wohnen in S-H, 800 m von der Hamburger Stadtgrenze. Wir haben allein in unserem kleinen Ortsteil 4 Kindergärten. Allerdings hat nur einer 10 Krippenplätze. Bevor das Kind 3 ist, kann man arbeiten also knicken.
    Als nicht-berufstätige Mutter hat man aber nur Anspruch auf einen Platz bis 12 Uhr. Wenn man dann im laufenden Jahr einen Job bekommt, ist man in den Allerwertesten gekniffen, denn aufstocken geht nicht.
    Einzige Möglichkeit: sich bei Bekannten pro forma anstellen lassen, damit man die Bestätigung des AG bekommt, dass man auf Betreuung angewiesen ist. Dann bekommt man einen Platz bis 14 Uhr. Der eine Kiga, der eine Gruppe bis 17 Uhr hat, hat natürlich für die Gruppe noch höhere Hürden.
    Das gleiche Spiel mit dem Hort.
    Ein grosser Spass übrigens, wenn man als Honorarkraft (also selbständig und ohne feste Stundenzahl) von zuhause aus arbeitet. Man kann ja abends arbeiten. Oder die Kinder müssen sich dann mal alleine ruhig beschäftigen *Schenkelklopfer*. Ich finde es furchtbar, dass ich so tricksen muss, aber ich habe sonst keine Chance, meinen Job zu behalten, geschweige denn, einen normalen Halbtagsjob zu finden.

  11. November 1, 2012 2:30 pm

    also bei uns hier auf dem land… in hessen, sieht es folgendermaßen aus:
    es gibt in der gemeinde ca. 10 KiTas.
    eine davon nimmt 5 kinder ab einem jahr auf, zwei KiTas ab zwei jahren, der rest erst ab drei. wie man sich denken kann, brauch man dafür schon viele vitamin B um einen platz zu bekommen.
    aber es gibt ja auch noch tagesmütter: genau 2 stück (!!!) beide bieten allerdings nur 3 tage die woche an und an denen auch nicht ganztags.

    frei nach dem motto: auf dem land leben wohl nur bauern und da gibt es die klassische rollenverteilung: frau mit kind bleibt zu hause!

    ich habe einen der tagesmütterplätze für 3 tage a 6 stunden ergattern können. an zwei nachmittagen habe ich das glück, dass meine mutter den kleinen betreuen kann.
    ich studiere, also bin ich relativ flexibel. kann mir die vorlesungen aussuchen, die zu den betreuungszeiten passen – aber natürlich längst nicht so viele wie ich vielleicht gerne würde…

    • November 1, 2012 2:46 pm

      Liebe Mama-to-go, habe deinen Blog neulich entdeckt und bin sowieso schwer beeindruckt von deinen Plänen. ich hoffe, dass alles so klappt, wie du es jetzt geplant hast, denn ich finde deinen Enthusiasmus und Energie wirklich beeindruckend. Wenn ich jetzt noch sehe wie eure Betreuungssituation aussieht habe ich noch mehr Respekt. hier in Berlin gibt es Ganztagskitaplätze für aktive Studenteneltern, von denen ich einige kenne. Das ist wohl purer Luxus. Danke für deinen Kommentar und: Keep on going!

  12. schnulli permalink
    November 2, 2012 2:06 am

    ich wohne in montreal. ich kann nur von meinem viertel erzaehlen.
    kosten: entweder 7 dollar pro tag, die oeffnungszeiten koennen variieren. ich glaube die oeffentlichen einrichtungen betreuen das kind 10 stunden maximal. uberzieht man diese zeit, kostet jede extraminute einen dollar. ich hoffe, dass ich nie in der ubahn oder sonstwo feststecken werde….das wird teuer. privat geht es so ab 15 dollar pro tag los. nach oben offen. habe schon bis 1000 dollar monatlich gesehen, dass kan man sich aber durch die steuern zuruck holen. die kosten sind nicht einkommensabhaengig. auch sind hier die oeffnungszeiten individueller gestaltet.
    eigens fuer den zweck der betreuung errichtete gebaeude gibt es hier kaum. meist befindet sich die einrichtung in einem haus, unsere in der zweiten etage eines hauses. darunter ein fischladen. viele haben keinen garten, keinen hof. unsere auch nicht. manche private richten einfach ein oder zwei zimmer im eigenen haus ein. das kann mitunter manchmal sehr komisch anmuten.
    einrichtungen gibt es eine menge, aber platzmangel herscht auch hier. auch hier gilt, so frueh wie moeglich, in so vielen einrichtungen wie moeglich einschreiben, sich immer mal wieder melden. glueck und soziales netzwerk helfen auch weiter. und wenn man dann einen platz bekommt, vielleicht nicht ganz so waehlerisch sein.
    das eintrittsalter liegt meist ab 18 monaten. in der regel nehmen die meisten nur nach den sommerferien auf.
    qualitativ habe ich das gefuehl, dass in dtl mehr auf gesunde nahrung, bewegung und spielen im freien und foerderung geachtet wird. aber ich kann mich taeuschen.
    unsere kita ist sicher nicht die beste, aber nur eine minute gehweg entfernt. mein kind ist von 8 bis kurz vor 6 untergebacht, inklusive essen. die betreuer sind nett und mein kind geht wirklich gerne hin. und das ist doch die hauptsache.

    • November 2, 2012 8:59 am

      Hej, meine erste Leserin aus Kanada (vermute ich). Danke für deinen Beitrag aus der Ferne!

  13. November 2, 2012 8:25 am

    Wir haben das Kind auf mehrfachen Rat hin vorgeburtlich bei der Betriebskita angemeldet (obwohl mir das widerstrebt hat) und nach 1,5 Jahren einen Platz bekommen. Natürlich haben wir uns parallel bei x anderen KiTas angemeldet, wie alle anderen Eltern auch. Es ist absurd: Da es keine zentrale Platzvergabe gibt, keine/r einen Platz verspricht und alle einen brauchen, stehen überall die gleichen Kinder auf der Liste. Kurz vor Beginn des KiTa-Jahres gibt es dann ein wildes Durcheinander an Zu- und Absagen.

    Für die Kitas ist das auch bekloppt, manche sichern sich ab und verlangen bei der Zusage schon mal die erste Monatsgebühr, die verfällt, wenn man sich nicht rechtzeitig (teils Monate vor Beginn) wieder abmeldet … Bekommt man also bei der Wunschkita doch noch einen Platz, ist das Geld futsch (ist uns auch passiert, natürlich. Aber wer meckert da schon, hauptsache, man hat einen Platz).

    Außerdem: Es gibt fast keine Ganztagsplätze. Das zentrale Modell ist hier: Mama jobbt maximal halbtags und holt um 13 Uhr das Kind ab.

    Einen Kindergartenplatz haben wir noch nicht, auch hier das gleiche Spiel: Anmeldung überall. Das Kind muss ab April 2014 aus der U3-Kita raus, wird von den meisten Kindergärten aber erst ab Sept. 14 genommen.

    Achso: BaWü. Tief im Süden.

  14. November 2, 2012 11:00 am

    Hier (Nürnberg/Bayern) läuft es mit Kitas/Kindergärten so (zu Tagesmüttern kann ich nichts sagen):

    1. Neuaufnahmen grundsätzlich nur zum September, plusminus ein Monat (damit nicht alle gleichzeitig eingewöhnt werden). Im Jahr wird höchstens mal ein Wegzieher-Platz frei. Außerdem sollte das Kind schon ein Jahr sein – bei 10 Monaten wird vielleicht noch ein Auge zugedrückt, darunter geht nix. Es sei denn: der/die Kleine ist Geschwisterkind und die Erzieher kennen die Familie schon. (War bei uns so – aber Risiko mit acht Monaten in die Krippe zu geben, erschien mir zu früh – die Rakete war immerhin ein Jahr alt. So also erst mit 20 Monaten. Superflexibel, ne?) Aber unter sechs Monaten geht auch dann definitiv gar nix.
    2. Keine zentrale Vergabestelle = alle melden überall an (s.o. Kommentar von cloudette), Riesenzirkus, Riesenenttäuschungen, Riesenwarteschlangen. Riesenwartezeiten. Unsicherheit bis zum letzten Moment. Wenn am Schluß keine suchenden Kinder übrigbleiben, dann m.Meinung nach nur, weil die Eltern zwischendurch eine andere Lösung finden mussten.
    Gilt für Krippen (ein bis drei Jahre) und Kindergärten (ab zweieinhalb/drei bis Grundschule). Kitas von 1-6 Jahren gibt es nicht. Unser Kindergarten aber z.B. hat eine Krippe dabei, d.h. Risiko wird immerhin im gleichen Haus bleiben. Eingewöhnung aber wohl trotzdem nötig (meines Erachtens wird darauf ein bißchen zu viel Wert gelegt – vier Wochen, auch wenn das Kind – Rakete – bereits Krippenerfahrung hat…)
    3. Keine großen Hoffnungen. Städtische Kindergärten haben uns für Rakete direkt bei der Anmeldung abgesagt (intakte Familie, beide berufstätig, kein Förderbedarf – mehr: http://www.stilhaeschen.de/?p=1939), bei allen anderen musste man schon zeigen, wie bereit man sein würde, Elterndienste zu übernehmen…
    4. Kosten: können z.T. vom Jugendamt übernommen werden (Sozialhilfe ist etwa die Grenze – wer nur knapp mehr selbst verdient: Pech gehabt). Ab drei keine mehr: ein Traum! Für Raketes Krippe waren bei 30h/Woche 320€ (pro Monat) fällig +50€ Essen. Im Kindergarten sind es „nur“ noch 160+60€ (allerdings 40h/Woche), ein Schnäppchen! Im städtischen Kiga wären es vielleicht 30€ weniger, im Kinderladen (die Arschlöcher, die uns entgegen der Aussage nicht zum Vorstellen einluden und den einzigen Platz für ein dreijähriges Mädchen trotz angebl. Nachbarschaftsvorzug an eine Familie vergaben, die Töchterchen täglich durch die halbe Stadt kutschieren – ich könnt‘ mich immernoch aufregen!) 50 mehr, zzgl. Mitarbeit.

    Fazit: ja, die Dinge scheinen in der Hauptstadt wesentlich besser zu laufen! Neid! 🙂

  15. Claudia permalink
    November 2, 2012 1:52 pm

    Oh Gott da kriegt man ja das kalte Grausen. Wohne im Umfeld der Hauptstadt und offensichtlich im Paradies der Kinderbetreuung. Bei beiden Kindern lief die Anmeldung zur Krippe so ab, das wir in die Wunschkita marschiert sind, den ersten Tag für die Eingewöhnung ausgesucht haben und noch am selben Tag den Vertrag unterschrieben.
    Einige andere Kitamuttis mussten so 2 Monate überbrücken hatten dann aber auch nen Platz. Und hier im Ort wird trotzdem noch eine weitere große Kita gebaut, damit der steigende Bedarf der nächsten Jahre gedeckt werden kann.

  16. November 2, 2012 11:31 pm

    gerade habe ich auch einen Blog dazu veröffentlicht… Ich finde es schrecklich und ich kämpfe seit mein Sohn klein ist… Jetzt stehe ich gerade wieder da (er ist 10) und habe keine Betreuung nach der Schule. http://kindgerechtblog.wordpress.com/

  17. November 8, 2012 7:32 am

    Ich wohne in Waiblingen, bei 50 000 Einwohnern haben wir 36 KiTas und sogenannte „Spielgruppen“, die Kinder von 1-6 betreuen. Mehr als 10 KiTas bieten Ganztagesbetreuung ab 1 Jahr oder sogar 0 Jahren (1 Waldorf-Kindergarten). Als ich vor 5 Jahren gesucht habe, waren es noch 5 Ganztages-KiTas, die teilweise Freitag nachmittags geschlossen hatten. Die Zeiten gehen von 3 Tagen 8:30-12:00 bis hin zu 7-21 Uhr (das sind natürlich die Extreme). In einzelnen Stadtteilen machen die Einrichtungen aber auch noch über Mittag zu. Die Kosten sind nach Einkommen gestaffelt und für Tagesmütter den KiTas gleichgestellt durch Zuschüsse (allerdings verdienen die Tagesmütter dadurch deutlich weniger als vor dieser Zuschuss-Regelung…)
    Zudem hat die Stadt eine Broschüre mit allen Einrichtungen online und die Anmeldung erfolgt zentral. Hat in der Organisation andere Nachteile, aber zumindest muss man nicht 50 KiTas persönlich abklappern und sich in regelmäßigen (je nach Einrichtung unterschiedlichen) Intervallen zurückmelden, um nicht von der Liste gestrichen zu werden.
    Für Grundschulkinder hat die Stadt eine „kommunale Ganztagesbetreuung“ eingerichtet, normalerweise von 7-17:30 Uhr. Die ist etwas teurer als die KiTas. Die Stadt hofft aber auf möglichst viele Ganztagesschulen. In der ehemaligen Kerni-Zeit (bis 13 Uhr???) werden allerdings alle Kinder aufgenommen, die einen Platz brauchen. Je nach Schule kann das sehr voll werden.
    Ich bin im Verband berufstätiger Mütter und weiß daher, dass es in den Städten rund um Stuttgart meist besser aussieht als in Stuttgart selbst, wo die Plätze sehr sehr knapp sind und man möglichst auch nie umziehen sollte. In der Elternzeitung Luftballon gab es vor kurzem eine Vorstellung der KiTa-Suche einiger Stuttgarter Familien. Echt unglaublich. Und dabei ist selbst das noch besser, als man so „vom Land“ hört…
    Ich komme aus Thüringen und bin aus meiner Kindheit auch anderes gewöhnt. Auch die Einstellung der Mütter und Väter ist hier sehr verschieden. Mein Mann wurde schon von Kollegen gefragt, warum er seine Kinder sooo klein (mit 1 Jahr) betreuen lässt, ob ich nicht zu Hause bleiben könnte. Bei mir hat zum Glück noch niemand gefragt. Ich bin tolerant, aber dann sollen die anderen das bitte auch sein.
    Aber dass die Unterschiede so riesig sind, zum einen nur 20 km weiter weg, zum anderen zwischen den Bundesländern, hat mir vor kurzem eine Mutter klar gemacht, die sich in Stuttgart erst den Job und dann die Betreuung gesucht hat. Als sie das erzählt hat, war erstmal kurz Stille in der Runde, das würde sich keine Stuttgarterin trauen! Zum Glück hat’s mit einer Tagesmutter geklappt.

    • November 8, 2012 7:36 am

      Wow! Klingt ganz so als wäre Waiblingen ein echtes Betreuungsparadies! Stell dir vor es wäre überall so, das klingt wirklich traumhaft.

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