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Mama, Mutti und ich

Februar 13, 2013

Ich gebe es zu: ich schob einige Wochen lang so eine Art Torschlusspanik. Nicht wegen mir, sondern wegen des Kleinen Mannes und der, jaaaa, der Einschulung. Ich hatte das Gefühl, der Kleine Mann sei noch viel zu klein um in die Schule zu gehen. Dieses Gefühl überkam mich ja hin und wieder auch vorher, jetzt saß es fest. In mir.

Denke ich an den Kleinen Mann, denke ich: „OMG! Er ist doch noch so KLEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!“ und kriegte leichtes Herzrasen. Immerhin: er knabbert wenn wir alleine sind voller Inbrunst an meinem Finger, er möchte kuscheln und Kontakt. Ginge es nach meinem Bauchgefühl würde ich die nächsten 8 Monaten freinehmen und mit ihm – dem kleinen Jungen, oh mein Gott!!! Mein kleiner Sohn!!!!!!!!!!!- zuhause bleiben um ihm soviel Mama mitzugeben wie er gerade zu brauchen scheint, d.h.: eine RIIIIIIIIIESENmenge. Ihm eine Mama-Liebes-Depot verpassen. Dann würde ich ihn – vielleicht – auch einschulen lassen. Eventuell. Falls er dann – gefühlt – größer wäre. Das sagte mein Bauch.

Nun ist es ja so, dass der Kleine Mann das natürlich ganz anders sieht:

1.) Ist der Kleine Mann natürlich schwer davon überzeugt, ein großer Junge zu sein und er haut im Kindergarten völlig auf den Putz und zwar jeden Tag. „Kleiner Mann – pah. Grosser Junge!“ – das ist seine Selbstsicht.

2.) Ist dem Kleinen Mann spätestens nach 2 Tagen mit Papa oder mir zuhause SO langweilig dass man einen normalen Tag praktisch in die Tonne treten kann. Er braucht Papa und Mama – aber in kleinen konzentrierten Dosen am Morgen und Abend. Nicht ständig und ganztags.

Und nochmal außerdem: Ich bin mir bewusst, dass das Ganze eine ziemlich unlogische, psychische Bauchsache ist, die da gerade passiert, aber trotzdem: sie nimmt mich mit. Manchmal sehr. Dass der Kleine Mann nun so groß sein soll dass er in die Schule kommt, zu all den wirklich GROSSEN Jungs – es scheint mir unfassbar. Weg aus dem Kindergarten, der beühteten Umgebung…. Der Kleine Mann lacht noch über bestimmte Schimpfworte weil er sie gar nicht versteht. Seine Welt ist oft noch so unschuldig. In meiner Vorstellung ist das alles vorbei wenn er den ersten Schultag hinter sich hat. Und sagt jetzt nicht, das wär Quatsch – ich weiß selbst dass das Quatsch ist. Aber unser Hirn ist eben manchmal unvernünftig.

Soweit die Vorgeschichte. Neulich nun traf ich eine alte Freundin und erzählte ihr von meinem selbst kreierten und sehr realen Psychodrama. Sie schaute mich an und sagte: „Das hast du mir schon mal erzählt. Und zwar vor genau 5 Jahren als der Kleine Mann in den Kindergarten kam. Du warst völlig fertig, wolltest den armen Kleinen zuhause behalten und hattest Schuldgefühle. Du hast sogar geweint.“. Hm, das hatte ich in diesen Ausmaßen ehrlich gesagt, nun ja, verdrängt. Und dann folgte, zum Abschied, noch der Satz: „Dein Kleiner Mann wird sich da ziemlich gut durchsetzen, glaub mir. Der hats nämlich echt drauf. Und du, du benimmst dich gerade wie deine eigene Mutti!“.

Hmpf. Wie meine eigene Mutti? Mütter sind ja so Personen, über die wird geredet, spätestens ab der Pubertät. Meine Mutter will nicht, meine Mutter lässt mich nicht, meine mischt sich ständig ein… blablabla. Meine Mutter nun kümmert sich, wie wahrscheinlich alle Mütter, natürlich IMMER noch um mein Wohlergehen, wenn auch mittlerweile etwas diskreter aus dem Hintergrund. Sie macht sich Sorgen wenns nicht so gut läuft, sie möchte immer mehr oder weniger auf dem Stand sein und nimmt Anteil. Natürlich tun Väter das auch, aber meistens redet man eben doch über Mütter, so unter Freunden. Mütter sind einfach meist präsenter im Leben ihrer Kinder. ICH soll also so sein wie meine eigenen MUTTI? Das gibt mir zu denken. Vielleicht bin ich doch im Mutti-Sein angekommen, zumindest temporär?

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