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Viel zu viel zu viel ist viel zu viel.

Mai 13, 2014

Mama007 als Blog war in letzter Zeit etwas weniger präsent bei mir als früher. Das liegt daran, dass ich eben viele andere Sachen wieder aufgenommen habe, dass Papa007 nicht da ist, dass der Kopf voll ist mit Dingen, To-Do und Gedanken.

Heute morgen habe ich den Blogeintrag von „Babykram“ gelesen und dachte sofort: So ist es hier auch. Nur nicht ganz so schlimm, eher am Anfang dieser Spirale als mittendrin. Oder hier: bei MamaMia. Und ich habe auch nur ein größeres Kind, und nicht zwei kleine. Aber prinzipiell sehe ich diese Spirale sehr sehr oft – bei mir und auch bei anderen Müttern. Stellvertretend für Alleinerziehende zum Beispiel hier bei „Mama arbeitet“, die ihre Gedanken zum Alleinerziehen aufgeschrieben hat.

Und ich denke dann: warum können wir es uns nicht einfacher machen und zumindest unter Blogger/innen auch  die schwierigen, zweifelnden Seiten unseres Lebens teilen? Ich weiß, jede/r ist anders, jede/r schreibt anders. Aber wie oft bin ich nicht an den (geschriebenen) Geschichten von Müttern/Vätern verzweifelt, in denen alles rosa, voll Liebe und kreativ, glücklich, zufrieden war im Familienleben. In denen glückliche Kinder über grüne Wiesen hüpfen, begleitet von entspannten Eltern, die aus sauberen, aufgeräumten Häusern kamen aus denen sie werktags (wenn sie das möchten) in ein erfülltes Berufs- und Familienleben starteten. Das Leben vieler Mütter scheint leider nicht so zu sein und von anderen nur dieses Schöne, Harmonische zu lesen baut einen ungeheuren Druck auf. Und da sind ja nicht nur die geschriebenen Geschichten und wir bekommen zusätzlich ja noch all das Andere von Spielplatz, Miteltern, Familie, Freunden, obendrauf.

Schweißt es nicht zusammen, auch mal das Schlimme, Traurige zu teilen? Anstatt immer nur das rosa lächelnde Glück? Wir zerreiben uns zwischen Kind, Partner, Arbeit, Dingen die wir tun möchten. Es gibt diese Tage, da habe ich das Gefühl all diese Mütter, deren Leben ich über das Netz verfolge, können gerade nicht mehr. Wir bräuchten eine einzige, gemeinsame, große Mütter-Kind-Kur (für die ich mich übrigens bewerben werde, weil ich finde dass es so nicht endlos weitergeht udn weil ich mittlerweile mir und meiner Gesundheit und dem Jungen Mann loyaler bin als meinem Arbeitsethos). Obwohl es natürlich so ist, dass auch eine Kur nur eine Verschnaufpause ist – sie löst nicht unsere wirklichen Probleme: das Fehlen von Zeit und Kraft. Kaum zurück im Alltag geht es ja weiter mit alldem was man bei einer Kur zuhause zurücklässt. Ich würde eine Kur eher als Chance sehen, mein jetziges Leben zu überdenken, mir neue Strategien auszudenken, Lösungen zu finden.

Eigentlich sehe ich momentan nur eine Lösung: sich Hilfe suchen. Familie, Freunde, Kollegen. Vielleicht sogar Haus-, Kinder-, Frauenarzt. Außerdem gibts in fast allen größeren Städten Frauenzentren, unseres heißt „Frieda“ und ich werde es demnächst ausprobieren, Termin steht. Sie raten Frauen in allen Lebenslagen, mittlerweile auch berufstätigen Müttern. Ich glaube auch immer noch, dass man seinen Herzensträumen nicht abschwören sollte und müsste. Man sollte sich eher Gedanken darüber machen was man anders machen kann um dahin zu gelangen wo man hinwill. Und wenns nicht funktioniert, nochmal überlegen und woanders ansetzen. Und nochmal und nochmal. Aber das braucht eben: Kraft. Und die fehlt so oft. Wir sollten uns wenigstens untereinander beistehen und darüber reden was uns schwächt und was wir dagegen tun. Das würde doch schon helfen.

 

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6 Kommentare leave one →
  1. Mai 13, 2014 7:20 am

    Ein Beitrag der mir aus dem Herzen spricht. Ich frage mich oft, wie ich das Leben so ändern kann das es leben und nicht überleben ist. Oft scheint mir , dass die fordernde Arbeit mich kraftlos bereits in der Mitte des Tages zurücklässt. Dann habe ich alles gegeben an Geduld, Umsorgen, Zuhören, Fördern. Wenn ich dann nach Hause komme bin ich ko. Aber da sind noch meine 3, mit ihren Sorgen und Wünschen, Terminen, Schwierigkeiten, Freuden.

    Dein Beitrag ist ehrlich. Vielleicht entsteht das Rosarot vieler Mütterblogs dadurch, dass wir im Blog eine virtuelle Realität erschaffen können, von uns als dem Ich zu dem wir uns entwickeln wollen und was ja auch eine Seite ist. Andererseits mir fehlt es auch, dieses teilen können, von dem was anstrengend ist, frustrierend, wo bleibt das eigene Ich. Danke für diesen Artikel! LG Xeniana

    • Mai 13, 2014 8:26 am

      Ich freu mich wenn es anderen aus der Seele spricht…. und in Bezug auf rosarot hätte ich vielleicht präziser sagen müssen: „Die Blogs, in denen es IMMER NUR rosarot zugeht.“ Denn rosarot gibts auch auf meinem Blog durchaus. Es ist aber eine Farbe unter vielen.

  2. Claudia permalink
    Mai 13, 2014 8:27 am

    Ich finde die meisten Blogs gar nicht so rosarot. Die meisten Artikel über Familien und Kinder allerdings schon. Oder es werden Probleme mal angesprochen und dann gleich ganz einfache Lösungen präsentiert, so nach dem Motto “ sie müssen nur xy machen, dann klappts auch mit dem Kind“.
    Ich lese ganz viel Ehrlichkeit in den Blogs, ganz viele Mütter beschäftigen sich da mit unserem tatsächlichen Alltag und sagen auch mehr oder weniger deutlich, wie es ist.
    Die rosarote-Verurteilungswolke, die sehe ich oft nur in den Kommentaren, wenn da wieder irgendwelche selbsternannten Supereltern ihre „wie kann man nur“s hinterlassen oder wenn sich wieder mal alle einig sind das Kinder doch sooooo erfüllend und der einzig wahre Sinn des Lebens sind.
    In den Blogs lese ich ganz oft von dem permanenten schlechten gewissen das man hat, davon das man sich zwischen Arbeit und Kind(ern) zwerreißt, das es auch in der Beziehung zum Erzeuger und oder Lebenspartner nicht immer rosarot ist und und und…von den vielen ganz alltäglichen Problemen und Gedanken ganz zu schweigen.

    • Mai 13, 2014 9:06 am

      Ich finde es gibt auch wirklich viele, in denen es meistens „schön“ ist – und sonst nicht so viel. Und es gibt viele, in denen alle Facetten des Lebens vorkommen. Und ich muss gestehen, dass ich zu den Kommentaren meist nicht mehr komme!

  3. cloudette permalink
    Mai 13, 2014 4:09 pm

    Ja – die ausschließlich-rosarote Brille kann ich nur schwer ertragen und es verursacht bei mir schnell ein „warum kann es bei uns nicht mal sauber, aufgeräumt, pädagogisch durchdacht“ zugehen. Ich komme dann ins Vergleichen und Grübeln .. und meide solche Blogs/Berichte dann auch manchmal einfach, weil es mir nicht gut tut.

    Allerdings finde ich schon, dass es sehr viele Blogs gibt, in denen eben nicht nur der Sonnenschein beschrieben wird (schau mal auf meiner Blogroll, da stehen ein paar davon drauf: Mutter&Mensch, Mama hat jetzt keine Zeit, Unsichtbares, Pitz, 2Kinder/Küche/Bad/Balkon gretaunddasleben etc. pp – habe noch mehr im Feedreader, ich werde das mal aktualisieren), und ich bin viel auf Twitter – dort bekomme ich dann wohltuenderweise auch mit, dass es anderswo auch chaotisch ist & die Kraft fehlt.
    Ich finde beides wichtig: Darüber zu reden, was uns schwächt – aber auch darüber, was uns stärkt und Kraft geben kann.

  4. August 5, 2015 8:44 pm

    Dein Beitrag spricht mir aus dem Herzen. Genau aus dem Gefühl, dass man als Mutter immer nur überall liest, wie alles super klappt und man Doppel-, Drei- und Mehrfachbelastungen mal so einfach wuppt, obwohl die Tage aller Frauen und Männer auch heute nur 24 Stunden haben, habe ich meinen Blog begonnen. Ich freue mich, wenn Du mal vorbeischauen magst.

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