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Lebende Tote

Juni 15, 2014

Spoiler: in diesem Beitrag geht es um Fahrradfahrer. Und zwar – wichtig – aus der Perspektive eines Fahrradfahrers. Nein, ich fahre kein Auto. Und nun: viel Spaß!

Nein, es geht heute nicht um Horrorfilme. Und es geht auch nicht um Zombieparaden oder ähnliches. Es geht um (leider) quicklebendige Menschen, deren Zeit auf diesem Planet bald abgelaufen sein wird, wenn sie so weitermachen wie bisher.

Die Rede ist von: Fahrradfahrern. Ganz bestimmten Fahrradfahrern und das sage ich jetzt nicht, weil ich finde dass diese Leute kein Vorbild für fahrradfahrende Kinder sind (das sind sie nicht, aber darum gehts jetzt hier nicht), sondern weil ich sie (ohne Kind) jeden Tag auf dem Weg von und zur Arbeit beobachten darf. Und ich kann nur sagen: sowas endet, mittel- oder langfristig, nicht gut.

Leute, die prinzipiell bei Rot über die Ampel fahren. Leute, die prinzipiell das Warten an der Wartelinie der Ampel dämlich finden und deshalb schon mal halb auf der Kreuzung warten, dass die Fussgängerampel grün wird (Rad- oder gar Autoampeln haben für sie null Relevanz). Leute, die mich noch in der dritten Spur überholen müssen weil sie finden, dass ich denjenigen, den ICH gerade überhole viel zu langsam überhole. Leute, die mich rechts überholen, weil es gerade so passt. Leute, die an der Ampel hinter mir stehen aber beim Grünwerden GANZ SCHNELL losmüssen und deshalb überholen. Leute, die finden dass die Tour de France auch in Berlin-Mitte stattfinden sollte und Leute, die als Touristen oder weil gerade so schönes Wetter ist, mit dem Fahrrad fahren möchten und im Schneckentempo, ihre Umgebung interessiert betrachtend, über die 4-spurige Straße gondeln. In aller Seelenruhe und allen anderen Verkehrsteilnehmern zum Trotz. Leute, die sich zwischen mir und einem Laster mit Anhänger durchquetschen müssen weil sie so dolle Typen sind. Nicht ausnehmen möchte ich auch die Fahradrikschas, die ihr touristisches Publikum gerne im Fußgängertempo an den Sehenswürdigkeiten vorbei schaukeln. Gerne bleibt der Rikschafahrer auch im stärksten Verkehr stehen um noch kurz ein architektonisch wichtiges Detail der Staatsoper zu erläutern. All diese Leute sehe ich jeden Tag und zwar nicht einen, sondern mindestens fünf.

Und es fällt mir wirklich schwer, all diesen Menschen nicht dauernd zuzurufen: ihr seid bald tot, wenn ihr so weitermacht!

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3 Kommentare leave one →
  1. fahrradlane permalink
    Juni 15, 2014 3:42 pm

    wie wäre es, wenn du, anstatt sich über die fahrrad fahrenden menschen zu „echauffieren“, dich über die fahrrad-feindlichen bedingungen beschweren würdest?

    du hierachisierst damit die „probleme“, die autofahrende „erleiden“, wenn menschen sich auf ihr rad setzen.
    Ja, gegen rechts überholen oder wirklich gefährliche dnige sage ich nichts. Aber auch da: es gibt keine ordentlichen fahrradspuren. – und bitte sage jetzt nicht, dass die ollen fahrradwege aktzeptable spuren für ein schnelles radfahren sind. – mal abgesehen davon, dass sie oft in einem katastrophalen zustand sind.

    anstatt menschen anzugreifen, die ein umweltfreundliches fortbewegungsmittel nutzen und damit denen, die es nicht tun „im weg“ sind, sollte man vielleicht lieber forderungen unterstützen, die eine fahrrad-freundliche fortbewegung kultur ermöglichen.

    die städte wachsen. die stadtentwicklung muss das einsehen und darauf reagieren!

    • Juni 15, 2014 6:27 pm

      Liebe Fahrradlane, ich selber fahre kein Auto und und habe noch nicht einmal einen Führerschein. Hier gehts ausschliesslich darum wie Fahrradfahrer andere Radfahrer behandeln.

  2. Juni 16, 2014 12:43 pm

    Liebe mama007, ich finde, dass was du schreibst, musste mal gesagt werden. Und was du beschreibst, gilt nicht nur für Radfahrer untereinander, sondern auch dafür, wie sich Radfahrer gegenüber Fußgängern verhalten. Zu oft rege ich mich über rücksichtslose Fahrradfahrer auf, die wider jegliche Verkehrsregeln durch die Stadt sausen.

    Ja, ich gebe zu, die Straßenverhältnisse machen es den Radfahrern oftmals schwer, doch sollte das allein nicht Rechtfertigung dafür sein, wie eine Wildsau durch die Straßen und über die Fußwege zu brettern. Wenn man schon die Fußwege mitbenutzt, dann bitte auch so, dass Fußgänger weder bedrängt noch gefährdet werden.

    Bei mir vor der Tür wurde gerade mit einem Riesenaufwand neue Radwege auf der Straße hinzugefügt. Und was ist? Permanent kommen mir als Fußgänger Fahrradfahrer ENTGEGEN der Fahrtrichtung entgegen auf dem Gehweg.

    Dabei wäre es doch so schön mit nur ein wenig gegenseitigem Verständnis und Rücksicht.

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