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Kosmetik für berufstätige Mütter? Call me Beauty-Blog # 2.

November 13, 2014

Also. Eines vorweg. Ich musste tatsächlich 37 Jahre alt werden um zu entdecken, dass es eventuell nett sein könnte, sich Sachen ins Gesicht zu malen. Ich mag keine Menschen, die ihren Köprer stark verändern, sei es durch Anmalen, Operationen oder ähnliches. In diesem Sinne war ich immer eine vehemente Gegnerin des Schminkens. Von jeher. Schminken. Bäh. Die einzigen Ausnahmen waren das Auftragen von Kohl (Kajal) nach einem Marokkobesuch meiner Eltern, der mich mit einem Mitbringsel eines selbst anzurührenden Kohls beehrte, der einem Eine-Welt-Laden alle Ehre gemacht hätte und deshalb irgendwie cool war sowie der Kauf eines weinroten Lippenstiftes. Beides mit 18. Hin & wieder mal ne Peelingmaske, weil das so lustig ist. Ach ja, und ein bisschen Nagellack, hin & wieder. Aber auch das: es kleckert, es läuft immer ein bisschen über´n Daumen und wenn man die falsche Farbe erwischt sieht man aus wie ne Tussi. „Tussi“ ist, glaube ich, das was ich am wenigsten im meinem Leben sein möchte. So ein zickiges Mädel, das immer nur „HUCH!“ ruft und aussieht, als könnte man es umpusten. Geht gar nicht. Und Schminken gehört zu ner Tussi dazu – und daher (Umkehrschluss) zu meinem Leben eben NICHT.

Aber dann kam das Internet. Und Youtube. Mit all den netten Menschen, die dort auf sympathische Art zeigen, wie es auch sein kann. Nämlich so, dass man es kaum sieht aber dass man eben einfach etwas frischer aussieht. Und ich musste zugeben, dass es vielleicht ganz hübsch wäre, hin & wieder die Augenringe wegzukriegen. Oder strahlende Haut zu haben. Wobei auch hier, genau wie bei Teil 1 des Call me Beauty-Blog, gilt: ich hab keene Zeit. Und ich will trotzdem super aussehen. Und, bitte, gemäß meinem Leitbild Diskret, aber schön.

Hinweise, die also schon als Youtube-Video länger als 10 (!) Minuten dauern, kann ich getrost wegklicken. Dank Kaley Melissa, die neben ihrem Haar-Channel auch noch einen MakeUp-Channel betreibt (Kluge Kaley. Völlig richtig: wer schöne Frisuren mag, muss Schminken nicht zwangsweise mögen!) hatte ich eine Art Erwecklungserlebnis, als ich Kaleys „Vorher – Nachher“ – Video sah. Eine ziemlich knittrig aussehende Kaley, mir selber an einem durchschnittlichen Morgen nicht unähnlich, stand vor dem Spiegel. Und zack! 5 Videominuten später steht da jemand, der einfach nur frisch aussieht. Nicht mega geschminkt und bunt, nee, einfach nur nett & frisch anzusehen. Ich will hier gar nicht von „hübsch“ sprechen. Ich finde, „frisch“ ist mir lieber.

Als mir das klar wurde, überlegte ich, ob das nicht ein netter Versuch für mich wäre. Und tat´s dann einfach. Eines Tages stand ich im DM meines Vertrauens und erwarb Gesichtspuder und Puderquaste. Nicht, dass ich es nicht irgendwie dämlich gefunden hätte, dass die Farben dort nicht in „hell“ und „dunkel“ unterteilt werden sondern euphemistisch als „Vanille“, Chocolat“ oder „Sable“ bezeichnet werden. Und dass es einen riesigen Haufen verschiedener Quasten gab. Aber gut, ich kaufte das Zeug. Und war dann zuhause beeindruckt was das ausmachte. Also: angefeixt. Und ich kann, nun, einige Wochen später, über die dämlichen Namen hinwegsehen. Im besten Fall erinnert es mich an die großartige Szene in Atwoods „Räuberbraut“ (LESEN, Leute, LEST diese Buch! Und alle anderen von ihr möglichst noch hinterer!), in der eine Chefetage die Namen für eine neue Lippenstift-Serie entwickelt.

Einige Wochen später war ich wieder vor Ort und erwarb auch Foundation. Denn mittlerweile hatte ich herausgefunden, dass es schon ein wenig seltsam aussieht wenn man nur Concealer aufträgt um unschöne Stelle ein bisschen zu kaschieren, ohne Foundation. Und das Letzte, was ich möchte, ist verschiedenfarbige Flecken im Gesicht zu haben! Dazu noch etwas Puder & Lippenstift – fertig ist die Laube.

Mittlerweile tue ich es fast täglich und es dauert nicht länger als 3 Minuten. Mit Foundation Concealer, Augenbrauenstift & Lippenstift & Puder. Also, vielleicht ist es ja doch in Ordnung sich hin und wieder etwas Kosmetik anzutun. Nach so vielen Jahren ist das für mich durchaus eine beeindruckende Idee! Neben einer Verschönerungsmaske am Abend eventuell doch mal Lippenstift & etwas ebenmäßigere Haut zu zeigen, auch wenn der Gedanke des „Es ist geschummelt!“ mich nie GANZ verlässt. Aber doch, aber doch – es ist auch nett. Und solange die Kosmetika alle auf meinem Badspiegel Platz haben, mach ich mir auch noch keine Sorgen darüber, ob ich eventuell „Kosmetik-Süchtig“ bin! Und solange mal all die Dinge, die man angeblich noch braucht wenn man einmal mit schminken anfängt, wenn man die also einfach weglässt. Und es auch nicht für absolut lebensnotwendig hält, sich die extra gekaufte Mineral Foundation 10 Minuten morgens einzubürsten. Es gibt schon ziemlich krasse Schminktipps da draußen. Die ignoriere ich.

Falls übrigens jemand einen Youtube-Channel kennt auf dem schöne Videos fürs Fingernagel-Lackieren laufen, dann sagt mir Bescheid. Nach einem Dutzend irgendwie abends im Bad gefilmter Clips hab ich aufgegeben, denn wenn mir schlecht gefilmte Mädels zeigen, wie sie sich Nagellack auf abgekaute Fingernägel machen, dann ist das nicht so mein Ding. Der L`Óreal – Channel (oder all die anderen mega überkandidelten Channel großer Kosmetikfirmen ) ebenso. Und ja: auch die Haul- Videos spare ich mir. Wenn ich jedesmal filmen würde, wenn ich mal inner Drogerie Abschminkpads und Duschbad kaufe, dann halleluja. Ich muss nich wissen WAS die Leute alles kaufen, zumindest nicht in extenso. Es gibt also auch noch einiges, was mich am Schminken nervt. Nicht zu letzt die endlosen Haufen von Frauen & Mädchen vor den Kosmetikregalen. Und Bücher, die in der U-Bahn angepriesen werden, mit dem Titel: „Ein Hauch von Lippenstift für die Würde„*. Ich brauche Kosmetik noch nicht für meine WÜRDE. Und das ist auch gut so!

Hier sind übrigens die Channel, die ich hin & wieder durchschaue:
Kaley Melissa

Glam me Up

The Makeup Chair

*Das Buch dreht sich um Frauen in Haft oder Lagern, die sich durch etwas „Weiblichkeit“ (Titeltext) ihre Würde bewahrt haben. Natürlich habe ich kein Recht über Menschen in solchen Extremsituationen zu urteilen. Titel & Placement des Buches scheinen mir jedoch mehr als fragwürdig, wenn es hier gleich um Weiblichkeit, Würde etc. geht und das dann aufgezogen wird an Beispielen denen ich als normaler Mensch schon aus ethischen und schuld-technischen Gründen gar nicht widersprechen KANN. Aber das nur am Rande.

IMG_4452

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One Comment leave one →
  1. trb permalink
    November 13, 2014 2:16 pm

    Ich finde es wirklich schade und bin jedesmal, mit jedem post, enttäuscht, dass du offenbar keine feministin bist.

    Warum hast du zB so ein bild von „tussis“(wobei der begriff ja schon selber negativ konontiert ist) und warum möchtest du dich von ihnen so sehr abgrenzen? Mit dem, was du schreibst, wird ja deutlich, dass „tussi“ für dich etwas ist, was du als abwertend empfindest. fragen, die du dir stellen könntest.

    Ich hätte es schön gefunden, etwas zu lesen, dass NICHT andere frauen abwertet. („SO will ich nicht sein, das sind solche und solche personen, die so und so sind“). Oder dass dich andere frauen nerven, weil sie vor einem kosmetikregal stehen..? (und womöglich kosmetika ausprobieren?).. keine ahnung, was das soll, aber du führst das auch nicht aus.

    find ich schade. und find ich blöd

    Ich wünsche mir weniger abwertung von frauen. Das werden sie in der gesellschaft bereits zu genüge

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