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Black Box Schule

April 8, 2015

Seit August 2013 geht der Junge Mann in die Schule. Und er mag´s, immer noch. Er liest wie ein Weltmeister und entziffert alle Margarinenpackungen, Einkaufszettel und sogar Dinge wie „Bitte wahren Sie den Diiiiiis-krrrreeeet-i-on-s-aaaaaabs-taand.„. Nicht schlecht! Er rechnet wahnsinnig gerne. Vorwärts und rückwärts, er multipliziert und subtrahiert dass der Wald brennt. Seinen Wunschzettel hat er alleine verfasst dies Jahr.

Es hat sich viel für uns geändert, aber vor allem eines: Schule ist irgendwie für uns als Eltern beziehungsloser als der Kindergarten. Und nicht nur für uns, für viele andere Eltern auch, wenn man mal so rumhorcht. Man geht morgens hier und liefert den Jungen Mann am Schultor, der Straßenecke der nächsten Ampel ab. „Mama, du kannst jetzt gehen!!!„, heißt es dann. Okay, ich gehe. Nachmittags holt man ihn ab und sieht ebenfalls keinen außer der Erzieherin, die kurz den Jungen Mann rausschickt zum Nachhausegehen. Andere Eltern sehe ich eigentlich – mal überlegen – selten. Im Winter schon mal gar nicht. Man redet wenig miteinander. Ich habs wirklich probiert, aber da kommt wenig zurück. Also lass ich es. Ich muss nicht unbedingt mit anderen fraternisieren, wenn die kein Interesse daran haben.

Überhaupt ist das alles etwas distanzierter in der Schule. Von unserem Kindergarten war ich ja gewöhnt dass es immer mal ein Wörtchen zwischendurch gibt, Updates und Zusatzinfos am Schwarzen Brett. Jetzt: Schluß damit. Es gibt die Elternsprechstunde, 2Mal pro Schuljahr, mit Einschreiben für die 15minütigen Zeit-Slots. Sonst – Sense. Dabei haben wir noch Glück dass wir unsere Klassenlehrerinnen nötigenfalls mal bei der Hofausicht am morgen sehen können, falls wirklich was Wichtiges anliegt. Ja, es war eine Umstellung. Und ist es auch nach 2 Jahren immer noch, denn Informationen bekommt man eben wirklich ausschließlich, wenn man sie den Leuten trotzig abfordert. Und auch dann sind sie häufig widersprüchlich, sodass man eigentlich mindestens 3 Leute (LehrerInnen, HortnerInnen, andere Eltern) fragen muss bis man eine Idee davon hat, wie das Entsprechende Problem sich erklärt. Niemand hat Lust, irgendwelche Infos freiwillig rauszurücken. Also: Weniger Info, mehr Vertrauen auf die Aussagen des Jungen Mannes, die aber eben notorisch fragmentarisch sind. „Wie wars in der Schule?“ – „GUT.“Also: Eigenverantwortung.

Aber was heißt Eigenveranwortung, wenn es Eltern gibt die eben mehr Informationen von Seiten der Schule bräuchten? Eltern, die vielleicht weniger trotzig eigenverantwortlich sich um Informationen oder das Schulleben ohres Kindes an sich kümmern? „Die, die es bräuchten, kommen sowieso nie!“ sagen die LehrerInnen. Na toll. Warum bin ICH dann eigentlich hier? Ich muss nicht darüber informiert werden, dass die Kinder pünktlich & mit Frühstück im Bauch da sein sollen!

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One Comment leave one →
  1. fujolan permalink
    April 10, 2015 8:24 pm

    Wieer mal eine meine Erfahrungen pointiert aufgechrieben, danke! Ist hier im AUsland auch so.

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