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Kundenservice auf berlinerisch.

August 28, 2015

Ich hab mich getraut. Ich hab meine Fahrradreifen aufgepumpt. Dass das für mich was Schwieriges ist, MUSS man nicht verstehen, ich hasse das schon seit meiner Kindheit. Reifen aufpumpen, d.h. man steht irgendwo und pumpt. Die Pumpe fällt immer wieder aus dem Ventil, es dauert ewig, man schwitzt…. nicht schön. Weshalb ich nicht gerne Fahrradreifen aufpumpe.

Da ich aber oft Fahrrad fahre und mich deshalb doch periodisch um das Problem kümmern muss, warte ich immer, bis die Reifen schon so runter sind, dass sie eigentlich.. naja. Aber seit einigen Jahren gibt es in Berlin ja Fahrradläden und in Fahrradläden gibts meistens so nen Aufpumpschlauch – ein bisschen wie in der Tanke. Aber auch dieser Schlauch stellt mich ehrlich gesagt vor Rätsel. Meist hängt er aus irgendnem Fenster des Ladens und Menschen benutzen ihn. Aber wie? Man steckt ihgn irgendwie aufs Ventil aber was bedeutet dann der Druckmesser, der auch noch dran hängt? Fragen über Fragen, aber jetzt hab ichs gelöst.

Und zwar indem ich einen, laut Internet-Selbstauskunft „kundenorientierten, servicefreundlichen“ Fahrradladen in meiner Nähe aufsuchte, in der Hoffnung, dort Erklärungen und Einweisungen zu bekommen. Der Besuch verlief dann so:

Leicht verschwitzt hält Mama007 auf ihren schon sehr schwachmatigen Fahrradreifen vor dem Laden. Im Innenbereich stehen 4 (in Worten: VIER) Fahrradladen-Spezis und unterhalten sich laut über die Schutzbleche für spezielle Fat Bike-Reifen. Ich gehe rein und stehe daneben. 2 Minuten lang. Keiner grüßt mich, die Schutzblech-Diskussion ist sehr sehr wichtig.

Hallo…“ sage ich.

Hallo.“ sagt einer der Fahrrad-Spezis.

„Ich wollte Sie fragen ob Sie hier auch Fahrradreifen aufpumpen?“
„Machn wa.“ sagt der Spezi. Und schweigt. Und bewegt sich nicht.

„WO DENN?“ frage ich, nun schon etwas gereizt.

„Steht draußn.“ sagt der Spezi in die immer noch weiterlaufende Schutzblech-Diskussion hinein.

„Und, wie benutzt man das?“ frage ich. So nicht, Freundchen!

„Is´janz einfach. Wie ne Luffpumpe.“ Sprachs. Und schwieg.

Ich gebe auf. Gehe nach draußen und sehe dort das DING. Es ist zum Pumpen, aber wie eine Stand-Luftpumpe mit Schlauch und Druckmesser. Während ich es noch angucke, kommt Spezi dann doch ausm Laden mir nach, nach draußen. An die frische Luft. Wahrscheinlich sah ich doch zu hilfebedürftig aus.

„Is doch janz einfach. Druff aufs Ventil, Hebel umlegen, Pumpen, Druck bis 4 Bar. So, jetz könnse. Is doch janz einfach.“

Danke Berlin.

Ich bin übrigens immer noch über mich selber erhoben, denn ich kann jetzt so ein DING benutzen. Und ich weiß sogar, bis wieviel Bar ich pumpen darf/soll/kann. Und das Alles ganz ohne Youtube!

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One Comment leave one →
  1. cloudette permalink
    August 31, 2015 8:27 pm

    hihi, super 😀

    (ich möchte ja seit Jahren genau so eine Pumpe!)

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