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Weltfrauentag 2016

März 9, 2016

Mutter & Mensch hat mich eingeladen. Zur Blogparade! „Ein Tag im Jahr“ war der Titel eines Buches von meiner Lieblingsautorin Christa Wolf. Ich war vor einigen Wochen endlich an ihrem Grab auf dem berliner Dorotheenfriedhof. Aber das ist ein anderes Thema.

„Ein Tag im Jahr – Frauen“ zeigt den Weltfrauentag, den 8.3.16, aus Sicht verschiedener Frauen- in diesem Fall meist Mütter. Wie war mein Tag?

Wie immer klingelt um 6 der Wecker. Der Junge Mann steht nicht gerne so früh auf, aber er muss gegen 7:40 in der Schule sein – ansonsten komme ich auch nicht um 8 rechtzeitig ins Büro. Aber jetzt, mit den zunehmend längeren Tagen, fällt ihm das leichter. Also stehen wir auf, frühstücken. Zeit zum Spielen ist auch immer – und seien es nur 7 Minuten. Um 7:15 gehen wir los. Der Junge Mann möchte nicht mehr, dass ich ihn bis weit zur Schule bringe, so auch heute. „Ich geh von der ersten Ampel!“ schreit er und rollert los, die Mappe auf dem Rücken. Ich steige in die nächste Bahn und mache mich auf den Weg zur Arbeit.Am UBahnhof verteilen zwei Mädels rote Rosen für eine Politerkin. Sowas ärgert mich seit Jahren, denn es ist einfach eine hohle Geste. Ein Kollege, den ich nur flüchtig kenne, wird im Laufe des Tages wie jedes Jahr Blumen an alle Frauen im Gebäude verteilen. Er meint, immerhin wäre es doch wunderbar dass jemand an diese Geste dächte. „Die Kunst des Positiven Denkens“ denke ich, und freue mich.

Wie immer versuche ich mir die interessantesten Artikel aus Twitter & Newslettern soweit zu verlinken, dass ich sie in der UBahn dann lesen kann. Flüchtlinge, AfD, es ist seit Monaten das Gleiche. Es stumpft ab und regt mich trotzdem auf.

Im Büro Arbeit über Arbeit. Keine Ahnung warum, aber ich arbeite viel mehr und intensiver als früher, obwohl ich nicht mehr Aufgaben übernommen habe. Auf jeden Fall bin ich um 16 Uhr platt. Ab in die UBahn und zurück nach Hause. Mann & Kind sind schon da als ich gegen 17 Uhr einfalle. Schön die beiden zu sehen, es ist auf jeden Fall ein Ruhepol. Der Ruhepol hat aber noch nicht Feierabend. Der Junge Mann macht noch Schulaufgaben, dann ist endlich Zeit fürs Spielen, Lesen, Fernsehgucken. Er sucht uns eine CD raus, die wir ewig nicht gehört haben: „Versonnen blickt der Borstenigel“, gelesen von Harry Rowohlt. Wir lachen uns halb scheckig, jetzt, nach 3 Jahren, versteht er auch die Feinheiten der Lesung. Ich mache ihm Essen und freue mich selber auf ein großes Paket Hamburger für uns Eltern.

Ich genieße den Gang zum TakeAway und telefoniere endlich mit einer Freundin auf dem Weg. Sie ist um 19:40 noch im Büro und arbeitet. Zumindest habe ich Feierabend, der Abend ist lau und ich bin glücklich sie endlich erreicht zu haben. Telefonate sind nicht so meins und Kontakt zu Freunden fällt beim Arbeits – und Familienpensum meist an die hinteren Stellen der To-Do-Liste. Mal bin ich geschafft, mal müde und manchmal habe ich einfach keine Lust. Ein ewiges Dilemma um Kontakt zu Freuden zu halten. Ich freue mich riesig ihre Stimme zu hören und beschließe zum 143sten Mal, nicht wieder soviel Zeit verstreichen zu lassen. Diesmal funktionierts eventuell. Man weiß ja nie.

 

 

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