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Mütter nehmen sich nicht frei

Oktober 15, 2016

Mütter nehmen sich nicht frei. Mütter nehmen Wick Daymed.“ Is klar, ne? Mütter sind immer da. Nämlich für ihre Kinder. Und genauso, wie Mütter ja auch immer da sind, sind Mütter, die mal krank sind und es vielleicht auch noch – im Bett! – auskurieren wollen, natürlich schlechte Mütter. Eine großartige Aufschlüsselung der ganzen Idee etwa bei Filigranes Geflecht, aber wer den Werbespruch googelt wird sehen dass es da ordentlich zur Sache ging, als dieser Spruch 2015 wieder ins Fernsehen kam. So sehr, dass er mir heute noch nachgeht…weil ich mich wochenlang – ungelogen – darüber aufgeregt habe. Was heißt, dass er erstens penetrant und zweitens wirklich unmöglich ist.

Kinder sind ja auch nicht dazu in der Lage, zu verstehen dass Mama vielleicht wirklich jetzt mal Schonung braucht weil sie krank ist, nicht wahr? Kinder sind niedlich zarte kleine Wesen, die uns immer immer immer brauchen und zwar so sehr, dass man ihnen nicht zumuten kann, dass sie mal nicht im Mittelpunkt stehen? Klar, dass ich hier nicht von 1-2-jährigen rede, aber so ab 4-5? Warum nicht? Kann man ihnen nicht sagen, dass jetzt mal ein Gang runtergeschraubt werden muss, weil Mama gerade nicht kann? Weil sie krank ist, oder vielleicht gerade ein Geschwisterkind geboren hat und Schonung braucht?

Ich behaupte einfach mal, dass Kinder das sehr wohl verstehen. Vielleicht mögen sie es nicht, weil sie dann zurückstecken müssen und auf jemanden Rücksicht nehmen, der sonst immer verfügbar ist. Aber das, finde ich, ist eigentlich etwas Wichtiges zu lernen. Nicht immer stehen wir im Mittelpunkt. Manchmal gehts auch um andere Menschen.

Hier ist das so: wenn muss Mama007 krank ist, muss sie ins Bett. Wenn Papa007 zuhause ist, kümmert er sich um den Jungen Mann. Denn Mama007 schluckt kein WickDaymed, sondern gegebenenfalls richtige Medikamente. Und möglicherweise ist ihr übel, sie hat Fieber oder Migräne. Auf jeden Fall braucht sie eine Pause. Und macht daher, wenn sie alleine ist mit dem Kind, vielleicht einfach den Fernseher mit ner Kindersendung an oder legt nen Film rein. Tja. Einfach so, ganz unpädagogisch. Dann legt sie sich neben das Kind und schläft, während das Kind den Film schaut. Eventuell sogar noch einen, wenn es eine üble Krankheit ist. Und wenn Mama007 dann wach ist, dann ist das Kind ganz zufrieden und weil es sich trotzdem um Mama Sorgen macht, bringt es mir eine Flasche Wasser ans Bett und streichelt meine Stirn. Ganz ehrlich: ich finde das 1.) sehr wunderbar, dass mein Sohn soviel Empathie aufbringt und 2.) sehr wichtig, weil es bedeutet dass er sich auch später um Menschen die ihm wichtig sind, kümmern wird. Höchstwahrscheinlich. Weil er weiß, dass auch andere mal Pflege und/oder Ruhe brauchen und nicht 24/7 zu seiner Verfügung stehen. Immerhin gehe ich, wenn Papa007 nicht da ist, auch mit Migräne mit ihm zu r schule und hole ihn ab, mache ihm Essen und all die anderen essentiellen Dinge, die er eben noch nicht ganz alleine hinkriegt. Dafür ist er mein Kind. Aber er gönnt mir auch die Ruhezeiten dazwischen weil er weiß – eigentlich bin ich gerade nicht so auf dem Damm. Und das, das macht doch Liebe & Mitgefühl aus.

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One Comment leave one →
  1. Oktober 18, 2016 5:43 pm

    Ich hab‘ das Gefühl, dass einige den Werbespot in den falschen Hals bekommen haben. Für mich zielt der einfach darauf ab, dass Mütter leider kaum die Möglichkeit haben, eine Krankheit auszukurieren. Ich verstehe den Satz „Mütter nehmen sich nicht frei“ nicht wie „Mütter sollen sich nie frei nehmen“ sondern eher „Mütter können sich nie frei nehmen“. Mir stösst da eher die Werbung auf: https://www.youtube.com/watch?v=h33F7YDqXM4
    Weil die mal so richtig schön verdeutlicht, welchen Stellenwert die Hausfrau in dieser Gesellschaft hat.
    Ansonsten frage ich mich bei solchen Diskussionen aber immer, warum sich noch keine Feministin über die Preise aufgeregt hat, die Frau im Vergleich zu Männern beim Friseur zahlen muss.
    Liebe Grüße
    Tina

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